Streikwelle rollt

Spanien-Touristen droht Flugchaos zu Ostern

Wegen der Streiks an spanischen Flughäfen müssen viele Deutsche in ihrem Oster-Urlaub mit zum Teil erheblichen Problemen rechnen.

Wegen der Streiks an spanischen Flughäfen müssen viele Deutsche in ihrem Oster-Urlaub mit zum Teil erheblichen Problemen rechnen.

15.04.2019 Madrid. Spanien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Der Osterurlaub auf Mallorca, in Madrid oder Barcelona droht aber wegen mehrerer Arbeitskonflikte im Luftverkehr zum Alptraum zu werden. Ein Oster-Chaos will die Regierung aber noch abwenden.

Reisenden in Spanien drohen kurz vor Ostern und an den Feiertagen Flugausfälle und Wartezeiten im gesamten Land.

Nachdem das Sicherheitspersonal des Madrider Flughafens bereits am Freitag in einen unbefristeten Streik getreten war, legten am Montag auch die Piloten der Regionalfluggesellschaft Air Nostrum zunächst für drei Tage landesweit die Arbeit nieder.

Die größten Sorgen bereitete am Montag in Spanien aber der Aufruf der Gewerkschaften USO und UGT an die rund 60.000 Mitarbeiter des Bodenpersonals, die Arbeit am Ostersonntag (21. April) sowie am 24. April an allen Flughäfen des Landes niederzulegen. Damit würde nach Schätzungen bis zu fünf Millionen Urlaubern aus ganz Europa zu Ostern ein Flugchaos drohen.

Da an Ostern die Sommersaison beginnt und bei deutschen Reisenden vor allem die Sonnenziele rund um das Mittelmeer (darunter vor allem Mallorca) sowie Städtetrips etwa nach Madrid und Barcelona besonders beliebt sind, müssen wohl auch Zehntausende Deutsche in ihrem Oster-Urlaub mit zum Teil erheblichen Problemen rechnen.

Wegen des Piloten-Ausstandes musste Air Nostrum nach eigenen Angaben bis Mittwoch 148 von 627 Flügen streichen, darunter auch sechs Verbindungen zwischen Madrid und Frankfurt. Insgesamt seien 10.000 Passagiere betroffen, hieß es. Die Flüge nach Mallorca und auf die anderen Baleareninseln sowie auf die Kanarischen Inseln und nach Melilla sollen derweil im Rahmen der vom spanischen Gesetz vorgeschriebenen Mindestdienste stattfinden.

Zu dem Ausstand bei der Airline mit Sitz in Valencia, die im Auftrag von Iberia vor allem Strecken innerhalb Spaniens fliegt, hatte die Pilotengewerkschaft Sepla aufgerufen. Ein weiterer Ausstand ist zwischen dem 22. und 24. April geplant. Die Piloten protestieren unter anderem gegen Auslagerungsmaßnahmen. Die Verhandlungen werden ungeachtet des Streiks fortgesetzt.

Wegen des Streiks des Sicherheitspersonals in Madrid war es am Wochenende zu teils langen Wartezeiten an den Gepäckkontrollen gekommen. Am Montag war die Lage zunächst etwas ruhiger. Zuvor waren Verhandlungen mit dem Flughafenbetreiber Aena gescheitert. Das Personal will mit dem Ausstand unter anderem bessere Arbeits- und Vertragsbedingungen erreichen.

"Das ist eine Schande. Niemand gibt Auskunft", schimpfte ein Reisender namens Manuel am Sonntag im Gespräch mit einem Reporter der Zeitung "ABC". Patricia, die am Infostand des Terminals 4 in Madrid Barajas arbeitet, sagte dem Blatt: "Viele Passagiere haben aufgrund der Wartezeiten ihre Flüge verpasst." Ein Aena-Sprecher entgegnete derweil, die langen Schlangen seien nicht auf den Streik, sondern in erster Linie auf das erhöhte Passagieraufkommen zurückzuführen. In der Osterwoche sei das normal.

Die Gewerkschaften haben auch die Lokführer der Bahngesellschaft Renfe zu Ostern zu Streiks aufgerufen. Das befürchtete Oster-Chaos will Madrid aber noch abwenden. Verkehrsminister José Luis Ábalos sagte, man wolle in allen Arbeitskonflikten vermitteln. (dpa)