Tipps zum Ferienstart in NRW

Auf welchen Autobahnen es zu Ferienbeginn voll wird

Bonn. Am 12. Juli beginnen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Dann herrscht in fast allen Bundesländern Hauptreisezeit und eines der staureichsten Reisewochenenden des Jahres steht an. Wir zeigen, wo es besonders voll wird.

Eines der staureichsten Reisewochenenden des Jahres erwartet der ADAC Nordrhein zu Ferienbeginn in NRW. Am Freitag, 12. Juli, ist der letzte Schultag vor den Sommerferien - und die sind dann (mit Ausnahme von Bayern und Baden-Würtemberg) beinahe in ganz Deutschland angekommen. Nach Zahlen des ADAC fährt fast die Hälfte aller Deutschen nach wie vor mit dem Auto in den Urlaub. Am ersten Ferienwochenende sind Staus also vorprogrammiert. Im vergangenen Jahr zählte der ADAC am ersten Ferienwochenende 1150 Staus mit 2123 Kilometern Stillstand – und das nur in NRW.

Laut Straßen NRW ist der Freitag vor den Ferien der ungünstigste Tag um die Reise mit dem Auto zu beginnen. "Da möchten natürlich alle aufbrechen", sagt Volker Gronau von der Verkehrszentrale bei Straßen NRW. Am Samstag und am Sonntag beruhige sich der Verkehr dann erst einmal. Wer allerdings bereits Freitag aufbrechen möchte, sollte erst gegen 19 Uhr fahren. Zwischen 13 Uhr und 18 Uhr müssten Urlauber mit dem größten Verkehrsaufkommen rechnen, auch am Wochenende.

Probleme könne es auch an den bestehenden Dauerbaustellen geben. So sei beispielsweise auf der A1 zwischen Westhofener Kreuz und Dortmund/Unna sowie an der Grenze zu Niedersachsen am Kreuz Lotte/Osnabrück die Staugefahr sehr hoch. Wer den Stau umfahren möchte, sollte auch laut ADAC die Autobahnen 1, 2, 3 und 61 meiden. Das seien die nach wie vor die stauträchtigsten Straßen in NRW. Ebenfalls besonders betroffen sind nach Angaben von Straßen NRW die Strecken, die in Richtung der Küsten führen wie etwa die A31 oder die A40. Laut ADAC gibt es derzeit über 120 Baustellenabschnitte in NRW.

Ausweichstrecken sind auch schnell verstopft

Der ADAC empfiehlt, sich am frühen Morgen oder am späten Abend auf den Weg in den Urlaub zu machen, dann sind die Chancen besser, mit wenig Staus ans Ziel zu kommen. "Auf jeden Fall sollte man ausgeruht losfahren und genug Pausen einplanen", so der ADAC. Sollte man allerdings doch in einen Stau kommen, macht das Abfahren von der Autobahn erst Sinn, wenn der Stau mehr als zehn Kilometer lang ist. "Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt generell nur selten einen Vorteil. Auch die Ausweichstrecken sind schnell verstopft", heißt es vom ADAC. Erleichterung könnte allerdings das Lkw-Fahrverbot bringen, das bis Ende August immer samstags von sieben bis 20 Uhr gilt. Straßen NRW weist zudem darauf hin, dass bei Stau immer eine Rettungsgasse gebildet werden muss.

Bundesweite Staustrecken zu Ferienbeginn

Fernstraßen zur Nord- und Ostsee

A1/A3/A4 Kölner Ring, A1 Bremen – Hamburg – Puttgarden, A2 Oberhausen – Hannover – Berlin, A3 Köln – Frankfurt – Nürnberg, A4 Erfurt – Dresden – Görlitz, A5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt – Karlsruhe – Basel, A6 Metz/Saarbrücken – Kaiserslautern – Mannheim, A7 Hamburg – Flensburg, A7 Hamburg – Hannover – Kassel – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte, A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg, A9 Berlin – Nürnberg – München, A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen, A93 Inntaldreieck – Kufstein, A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen, A99 Umfahrung München

Hier gibt es die meisten Baustellen

A1 (Köln – Dortmund – Osnabrück), A2 (Recklinghausen – Dortmund), A3 (Köln – Kreuz Ratingen-Ost), A4 (Aachen – Köln), A40 (Duisburg – Essen), A42 (Duisburg – Herne), A45 (Hagen – Olpe), A46 (Neuss – Wuppertal)

Staus auch im benachbarten Ausland

Laut ADAC müssen Reisende auch auf den Straßen im Ausland mit erhöhtem Verkehrsaufkommen rechnen. Hier kann es ebenso zu Staus über mehrere Stunden kommen. Zu den Problemstrecken zählen unter anderem die Tauern-, Fernpass-, Brenner- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, französischen und kroatischen Küsten. Bevor es in den Urlaub geht, sollten Autofahrer sich über die Verkehrs- und Einreisebestimmungen des Urlaubslandes informieren. Die meisten eurpäischen Länder ahnden Verkehrsdelikte schärfer als Deutschland.

Flugenhafen setzt Sonderpersonal ein

Der Flughafen Köln/Bonn erwartet ebenfalls am ersten Wochenende der Sommerferien den größten Andrang: "Das ist die größte Reisewelle des Jahres", sagt Alexander Weise, Pressesprecher am Flughafen Köln/Bonn. Flugreisende müssten sich auf vollere Terminals einstellen, bei der Anreise zum Flughafen sollten ein paar Minuten mehr eingeplant werden. Im Internet unter www.koeln-bonn-airport.de/fluege oder in der Flughafen-App können sich Reisende über die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollstellen informieren."Wir setzen außerdem Sonderpersonal ein", sagt Weise.

Mit den Kindern schon ein paar Tage vor Beginn der Sommerferien den Urlaub anzutreten, ist aber keine Alternative, um der Sommerreisewelle zu entgehen. Wer seine Kinder schon vor den Ferien aus der Schule nimmt, riskiert ein Bußgeld, denn die Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihr schulpflichtiges Kind am Unterricht teilnimmt. "Eine Verlängerung der Schulferien durch eine Beurlaubung der Kinder direkt vor oder nach den Ferien ist in NRW rechtlich nicht möglich", so das Schulamt der Stadt Bonn. "Die Schulpflicht besteht für alle Schülerinnen und Schüler bis zum letzten Schultag vor den Ferien."