GA-Sommertour 2015

Die ganze Welt macht Picknick

Bonn. Wie picknicken eigentlich Südkoreaner? Oder Peruaner? Die Sommertour-Reporter wollten es genauer wissen und sind mit einem leeren Korb durch Bonner Restaurants gezogen – auf der Spur nach landestypischen Spezialitäten und kleinen Anekdoten über die Essenskultur.

Wir packen unseren Picknick-Korb und nehmen mit... Focaccia, Baba Ghanouge, Quinoa-Salat, Kubideh-Spieß oder einfach gesagt: typische Picknick-Spezialitäten verschiedener Nationen. Vom Tibetaner über den Spanier bis hin zum Südkoreaner - für jeden Geschmacksnerv hatten wir etwas dabei. Das Ziel? Das Deutsch-Feriencamp der Jugendakademie in Walberberg.

Sieben Bonner Gastronomen unterstützten uns bei dem Vorhaben, eine Gruppe Jugendlicher mit einem zweiten Abendessen zu überraschen. Kinder und exotische Speisen? Das ist überhaupt kein Problem. Die rund 30 Feriencamper konnten sich jedenfalls nicht lange zurückhalten, als sie den Picknickkorb mit den Leckereien erhielten. Bereits zum fünften Mal bietet die Jugendakademie das zwölftägige Programm für Schüler an. "Wir nehmen alle Kinder unabhängig von ihrer Herkunft auf", sagte Leiterin Beate Reuter. "Es geht darum, kreativ Deutsch zu lernen." Fast die Hälfte der Teilnehmer des Feriencamps hat einen Migrationshintergrund. So auch Beshoy Mena. Vor zwei Jahren ist er mit seiner Familie aus Ägypten geflüchtet. Jetzt besucht er mit einigen Freunden das Freizeitcamp. "In Ägypten gibt es auch so etwas wie ein Picknick", erzählte er. "Dort ist man viel Fisch und Fleisch." Mittlerweile wohnt Beshoy in Bonn Auerberg. Er hat hier viele Freunde gefunden und fühlt sich deshalb besonders wohl.

Leana Gosyan aus Russland mochte das libanesische Brot mit den verschiedenen Pürees am liebsten. In ihrer Heimat esse man vor allem Obst und Brot zum Picknick, erklärte sie. Bei den Kindern kam das exotische Essen sehr gut an. "Ich will noch etwas von der Pizza", sagte Finn Kreuser, meinte aber eigentlich die Foccacia, die ähnlich wie die anderen Speisen schon nach kurzer Zeit restlos aufgegessen war.

Wieder einpacken mussten wir für die Heimreise also nichts mehr - außer den leeren Picknickkorb.  (Marcel Dörsing und Simon Bartsch)

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