Comedy, Musik und Lesung

Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Marion & Sobo: Marion Lenfant-Preus und Alexander Sobocinski (rechts) mit ihrer Band Antiquariat 2017 beim GA-Sommergarten.

In diesem Jahr wollen die Bonner Musiker Alexander Sobocinski und Marion Lenfant-Preus, die man als Duo und durch ihre Band Antiquariat kennt, so richtig durchstarten.

Bonn. Die Marion & Sobo Band in der Fabrik 45 oder doch ein lustiger Comedyabend auf der Rheinbühne - in den kommenden Tagen stehen viele Veranstaltungen auf dem Programm.

Marion & Sobo Band in Bonn

Alles bleibt neu, so wie immer, nur eben anders: In diesem Jahr wollen die Bonner Musiker Alexander Sobocinski und Marion Lenfant-Preus, die man als Duo und durch ihre Band Antiquariat kennt, so richtig durchstarten. Kurzerhand haben sie ihre zwei Projekte miteinander verschmolzen und sie zugleich geöffnet, haben ihren ohnehin vielseitigen Stil um neue Einflüsse erweitert. Als Marion & Sobo Band veröffentlichen sie im Sommer ein neues Album, sind bis dahin viel unterwegs und haben auch für ihre Heimatstadt einige Überraschungen in der Hinterhand.

"Wir haben uns immer schon für Fusionen interessiert", erzählt Gitarrist Sobocinski im Gespräch mit dem GA. "Mit unserem neuen Quintett, das letztlich die Fortsetzung von Antiquariat ist, bringen wir dies auf eine neue Ebene." Die Multinationalität, die schon länger ein Markenzeichen ihrer Musik war, führt das Paar selbstverständlich fort, etwa durch Songs auf Mazedonisch. "Wir haben sogar ein Stück in Lunfardo dabei, einer Art argentinischem Slang", sagt Marion Lenfant-Preus. "Wir haben einen Freund aus Buenos Aires gebeten, uns einen entsprechenden Text zu schreiben, den wir dann über eine Komposition gelegt haben, die von Balkan-Musik inspiriert ist."

Marion & Sobo: Marion Lenfant-Preus und Alexander Sobocinski (rechts) mit ihrer Band Antiquariat 2017 beim GA-Sommergarten.

 

Ein interessanter Kontrast. "Genau so etwas suchen wir", sagt Sobocinski. "Wir wollen stilistisch die Freiheit des Jazz haben, uns also nicht festlegen lassen. Deshalb arbeiten wir auch gern mit Gastmusikern zusammen. Auf unserer neuen CD haben wir zum Beispiel bei zwei Stücken unseren Geiger durch einen Trompeter ersetzt, an anderer Stelle holen wir einen Pianisten hinzu. Und jeder bringt neue Klänge mit, neue Farben."

Auch beim Schreiben greifen sie zum Teil auf andere zurück, und das nicht nur bei dem Lunfardo-Stück. "Wir haben mal bei der Reihe Kunst gegen Bares mitgemacht und trafen dabei auf Patricia Staudt, eine Bonner Poetry-Slammerin, die uns beeindruckt hat", erzählt Marion. "Also haben wir sie gefragt, ob sie zwei Texte für unser Album schreiben könnte. Früher habe ich das alles selber gemacht, aber diese Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen." Zumal sich die Band bei aller Improvisationsfreude in den Dienst der Songs stellt.

"Ich habe Jazzgitarre studiert und daher kein Problem damit, zehn Minuten am Stück ein Solo zu spielen", gesteht Sobocinski, "aber wir achten jetzt darauf, dass die Instrumentalparts dem Lied dienen und nicht umgekehrt." Einen ersten Eindruck davon kann man sich am 27. April in der Fabrik 45 verschaffen - dann trifft die Marion & Sobo Band auf Joscho Stephan, den wahrscheinlich besten deutschen Gypsy-Jazz-Gitarristen. "Auch derartige Kooperationen gehören zu den Freiheiten", sagen die Bonner Musiker.

Und was kommt danach? Da grinsen beide. "Wir werden sicherlich im Sommer noch ein paar schöne Konzerte in Bonn und der Region spielen." (Thomas Kölsch)

Info: Gypsy Jazz Night mit Marion & Sobo Band und Joscho Stephan, Bonn, Fabrik 45, am Freitag, 27. April, um 20 Uhr, marionandsobo.com.

Diashow im Augustinum führt nach Burgund

Zu einer visuellen und gedanklichen Reise nach Burgund - mitten ins Herz von Europa - laden das Bonner Augustinum und der Fotograf Martin Schulte-Kellinghaus ein. Sein Diashow am 18. April führt in eine der ältesten Kulturlandschaften. Das "Burgund der Mönche" veränderte das Selbstverständnis des frühen Mittelalters, das "Burgund der Herzöge" war beispielgebend für die Fürstenhöfe Europas.

Burgund lässt sich auch vom Wasser aus entdecken. Auf einer Tour mit den Hausboot über Flüsse und Kanäle hat Schulte-Kellinghaus eine seiner schönsten Aufnahmen gemacht.

Info: Live-Diashow "Burgund", Augustinum, Römerstraße 118, am Mittwoch, 18. April, um 19.30 Uhr, Eintritt: 8 Euro

Sehenswert: Die Aussicht auf Burgund vom Hausboot aus

 

Programm auf der Rheinbühne

Die Reihe "Jung und ungebremst" geht am 18. April in die nächste Runde, am Start im Bonner Hotel Königshof sind erneut junge Talente der Comedy-Szene. Die 20-jährige Lucia Lucia bringt als Ausgleich zu ihrem Studium der Kulturwissenschaften gern die Menschen zum Lachen und Nachdenken. Das tut sie mit Poetry-Slam-Aktivitäten, die ihr bereits einige Preise eingebracht haben. Konstantin Korovin ist ebenfalls Student (im 15 Semester), nebenher auch Filmemacher, Kellner und Comedian, der aufgrund seiner Biografie einiges zu erzählen hat.

Jan van Weyde stammt aus Bonn, er war Texter für Oliver Kalkofe und Gast bei "Nightwash" und "Quatsch Comedy Club". Den Moderator des Abends gibt Samed Warug, der sich als "abstrakt denkendes Wesen" beschreibt. Gleicher Veranstalter, anderer Ort, anderer Künstler: Am 20. April zeigt Alfred Mittermeier sein Programm "Ausmisten" im Clemens-August-Saal Poppelsdorf. Es geht um Politik: "Die Mitte rückt nach rechts, weil sie nicht mehr weiß, wo vorn und hinten ist." Mittermeier definiert den "Gutbürger als Wutbürger".

Jan van Weyde

 

Anderer Ort, anderer Künstler, andere Sprache: Der Komiker Johnny Armstrong spielt sein Programm "Merciless" in englischer Sprache am 21. April im Irish Pub The Dubliner. Er verspricht "sick Comedy, very healthy", sein Humor erinnert also an Monty Pythons.  

Info: Jung und ungebremst, Bonn, Königshof, am Mittwoch, 18. April, um 20 Uhr

Alfred Mittermeier, Clemens-August-Saal, Clemens-August-Str., am Freitag, 20. April, um 20 Uhr

Johnny Armstrong, Dubliner, Maxstraße, am Samstag, 21. April, um 20 Uhr.

Tickets zu den Veranstaltungen unter bonnticket.de

Maya Fadeeva im Drehwerk

Drehwerk 17/19: "Chamëleon" heißt ihr gerade erschienenes Debütalbum, und als ein solches möchte sich Maya Fadeeva auch bei ihrem Konzert am 17. April auf der Bühne des Drehwerk 17/19 ihren Zuhörern zeigen. Die Bandbreite der in Sankt Petersburg und New York aufgewachsenen Sängerin, Songwriterin und Produzentin gestattet solche Vergleiche durchaus: eingängige Melodien, angereichert mit Jazz- und Swing, Folklore, Blues, Soul, Electro und das Ganze fein abgestimmt mit sonnigem Reggae und in einer rauchigen Stimme unverwechselbar. Zu ihrem Repertoire gehören Eigenkompositionen ebenso wie Interpretationen bekannter Songs. . Dass sie den Swing mit sieben Jahren durch Tom & Jerry für sich entdeckte, spricht für sich.

Info: Maya Fadeeva: "Chamäleon", Drehwerk, Wachtberg, Töpferstr. 17-19, am Donnerstag, 17. April, um 20 Uhr, Tel.: 02225/7081719

Maya Fadeeva ist wandelbar.

Lesung im Bürgerhaus Sieglar

Der Mensch kommt auf die Welt und wundert sich. Und das hört nicht auf, bis er sie wieder verlässt. Findet jedenfalls Frank Goosen. Schon als Kind verstand er nicht, wieso alles so groß ist und die anderen alles durften, er selbst aber gar nichts. Später ging das mit dem Wundern bei ihm weiter: Dass es andere Fußballvereine außer dem VfL Bochum gibt, mag ja angehen, aber wieso haben die auch noch Fans?

Frank Goosens neue Leseshow widmet sich diesen und weiteren Absurditäten des Alltags, vom Wahlplakat über verwirrende Werbung für Fleischereien, fachfremdes Publikum im Stadion und renitente Rentner in der Bäckerei. Wohin soll das alles führen? Was kann man dagegen tun? Vor allem aber: Was ist da eigentlich los?  stl

Info: Frank Goosen, "Was ist da los?", Bürgerhaus Sieglar, Eintrachtstr. 1, am Dienstag, 17. April, um 20 Uhr, Tel.:02241/400820

Hommage im Kleinen Theater Bad Godesberg

Bonjour Kathrin: Mitten in die Ära des Schwarz-Weiß-Fernsehens, des VW Käfer und des grassierenden bundesdeutschen Fernwehs mit Blick in den sonnigen Süden führt diese Hommage an Caterina Valente und Silvio Francesco, die jetzt im Kleinen Theater Bad Godesberg zu sehen ist. Claudia Schill, Klaus Renzel und Band bringen dort das Lebensgefühl einer Generation auf die Bühne. Liebenswert retro, live und in Farbe, mit einer satten Portion Dolce Vita - zu sehen bis zum Ende der Spielzeit am 25. Mai.

"Bonjour Kathrin"

"Bonjour Kathrin"

"Carmen" im Bonner Opernhaus

Zum letzten Mal entflammt die schöne und stolze Arbeiterin aus einer Zigarettenfabrik im Sevilla des Jahres 1820 zuerst das Herz und dann die Eifersucht des Soldaten Don José. Bizets Oper in vier Akten beruht auf der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée, der sich zu dieser Geschichte durch eine wahre Begebenheit inspirieren ließ. Dernière der Bonner Inszenierung ist am Freitag, 20. April, Beginn um 19.30 Uhr.

Festivals in den kommenden Monaten

Es geht bald wieder los mit den großen und kleinen Festivals in Bonn und der Region. Ob drinnen oder draußen, gratis oder kostenpflichtig: Das Publikum mag die unterschiedlichen Formate. Im Biergarten der Rheinaue liegt die Besucherzahl bei plus/minus 50.000 pro Sommer. Am 13. Mai startet dort die 27. Saison von Jazz im Biergarten. Seit vergangenem Jahr spielen die Bands sonntags statt freitags. Das Konzept sei aufgegangen, sagen die Veranstalter. Bis zum 30. September wird gejazzt. 22 Konzerte stehen auf dem Spielplan. Am 9. Juli beginnt an gleicher Stelle das 22. Sommerfestival mit insgesamt 42 Bands bis zum 31. August.

Das Bonner Tangofestival, 27. bis 30. April, geht in die zwölfte Runde. Gespielt und getanzt wird auf mehreren Bonner Bühnen. Im Mittelpunkt steht der Tango Argentino. Das Jazzfest Bonn (26. April bis 12. Mai) verteilt sich ebenfalls auf mehrere Bühne der Stadt. Zu Gast sind unter anderem Ulita Knaus, Philip Catherine und Lyambiko. Und am 28. Juni nimmt der Kunst!Rasen allmählich Fahrt auf. Den Auftakt macht Tom Jones.

Rock am Ring, Green Juice, Stadtgartenkonzerte: mehr Festivals und mehr Infos demnächst auf diesen Seiten. (Heinz Dietl)

Trophée auf dem Kunst!Rasen

Die Brotfabrik Beuel und das Endenicher Theater im Ballsaal veranstalten zum siebten Mal das Tanztheaterfestival "Into The Fields" in ihren beiden Häusern, doch nicht nur dort. Für ihre Eröffnungsveranstaltung suchten die Organisatoren einen schönen Platz im Freien. Fündig wurde man nach einigen gescheiterten Versuchen zwar nicht "in den Feldern", aber auf einer schmucken Wiese. Der festivalerprobte Kunst!Rasen wird es sein. Wo im Sommer Tom Jones und die Fantastischen Vier die Bühne bespielen werden, geht am 13. und 14 April die Performance "Trophée" übers grüne Gras.

Der Tänzer Rudi van der Merwe inszeniert auf dem Gelände einen "choreographischen Kreuzzug, der die Beziehung des Menschen zu seiner Umgebung erforscht, sein Bedürfnis nach Abgrenzung und Besitznahme". Das passt zum Anspruch des Festivals, das "die klassische Rollen- und Raumverteilung von Akteuren und Zuschauern mittels besonderer Raumkonzepte und Aufführungsorte verändern und dadurch dem Zuschauer eine außergewöhnliche Wahrnehmungserfahrung bescheren" möchte. 

Info: Into The Fields, 13. bis 22. April, www.cocoondance.de