Theater, Konzerte und Fußball

Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Sir Tom Jones in der Royal Albert Hall beim Konzert zum 92. Geburtstag der britischen Königin Elizabeth II.

Sir Tom Jones in der Royal Albert Hall beim Konzert zum 92. Geburtstag der britischen Königin Elizabeth II.

Bonn. Tom Jones eröffnet den Kunst!Rasen. Ilja Richter spricht in Köln über Winnetou und in Bonn gibt es am Wochenende reichlich Blechmusik. Mehr Veranstaltungen gibt es hier.

Der 78-jährige Waliser Tom Jones eröffnet am 28. Juni die siebte Festivalsaison in der Gronau. Bis zum 21. August stehen 14 Konzerte und ein Picknick mit dem Beethoven Orchester auf dem Programm. Knapp 45 000 Karten wurden bereits vor dem Startschuss verkauft. Im vergangenen Jahr besuchten 35.000 Musikfans neun Konzerte.

"Die bisherige Resonanz zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben", sagt der Veranstalter Ernst-Ludwig Hartz (58). Das Konzert der Fantastischen Vier war bereits im Herbst mit 9000 Besuchern ausverkauft. Ab 19 Uhr spielt im Vorprogramm die Gruppe Into The Ark.

Mein Tipp: Festivalsommer 2018 in Nordrhein-Westfalen

Der Trend geht zum Festival im Sommer. Am kommenden Donnerstag startet in Bonn der Kunst!Rasen und am 9. Juli das Sommerfestival im Biergarten Rheinaue mit 63 Konzerten bis Ende August. Am 13./14. Juli steht auf der großen Wiese das Panama-Festival an. Am 17./18. August folgt Green Juice in Neu-Vilich. Nicht zu vergessen die Stadtgartenkonzerte am Alten Zoll (3. August bis 1. September). In anderen NRW-Städten ist das kaum anders. Duisburg feiert an diesem Wochenende im ehemaligen Hüttenwerk das Traumzeit-Festival mit Mogwai und Faber. Das überaus beliebte Vainstream Rockfest in Münster (30. Juni) mit Beatsteaks und Bullet For My Valentine ist bereits ausverkauft. Gentleman genießt sein Heimspiel beim Summerjam am Fühlinger See in Köln (6. bis 8. Juli). Beim Open Source Festival auf der Düsseldorfer Galopprennbahn wird am 14. Juli die Band Tocotronic aufspielen. David Guetta und Robin Schulz sind die Stars bei Parookaville am Flughafen Weeze (20. bis 22. Juli). Weitere Tipps: Ruhr Reggae Summer Mülheim (10. bis 12. August), Bochum total (19. bis 22. Juli), Fantastival in Dinslaken (20. bis 28. Juli), Juicy Beats Festival in Dortmund (27. / 28. Juli), Haldern Pop Festival (9. bis 11. August). Jetzt wird der Platz knapp ...

(Heinz Dietl)

WM-Fieber im Haus der Springmaus

Die haben Nerven, die Springmäuse. Spielen mitten im größten Fußballturnier der vergangenen vier Jahre ein aktuelles Programm und das auch noch über Fußball. Wer soll, wer will da hin? Die Antwort gerät überraschend einfach: das typische Springmaus-Publikum. Die vier Improvisationskünstler kennen, das muss man ihnen lassen, ihre Klientel. Drei Vorstellungstermine stehen zur Auswahl: Der 29. Juni ist bereits ausverkauft, die Vorstellung für den 30. Juni sei gut gebucht, heißt es im Endenicher Theater.

Die hohe Resonanz hat sicherlich auch spieltechnische Gründe. Improvisation muss man nicht groß vorbereiten. Bei der schönsten Nebensache der Welt liegen die Schlagwörter auf den Lippen. Die Besucher rufen "Neuer", "Schland" oder "Fähnchen am Autofenster" - und schon singen die Springmäuse auf der Bühne dazu eine Oper oder simulieren einen Absatzkick auf dem Rhönrad.

Info: Springmaus, WM-Special, Bonn, Haus der Springmaus, 29. und 30 Juni, jeweils 20 Uhr

Ilja Richter in Köln

Schauspieler Ilja Richter: " Karl May hat mich gepackt. Ich bin dann wie ein Frettchen, ich lasse nicht mehr los"

Schauspieler Ilja Richter: " Karl May hat mich gepackt. Ich bin dann wie ein Frettchen, ich lasse nicht mehr los"

 

Der Berliner Ilja Richter (65) ist Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher. Doch es gab da noch eine zweite Karriere. Von 1971 bis 1982 drückte Richter ("Licht aus! Spot an!") der ZDF-Sendung "Disco" als Moderator seinen unverkennbaren Stempel auf. Zurzeit spielt er viel Theater, im Juli feiert er in Hamburg mit "Catch Me If You Can" Premiere. Und in der der Kölner Volksbühne am Rudolfplatz zeigt er "Vergesst Winnetou!", eine seine musikalische Lesung über das Leben von Karl May.

Info: Ilja Richter, "Vergesst Winnetou!", Köln, Volksbühne am Rudolfplatz, 30. Juni, 20 Uhr; www.bonnticket.de

Theater Die Pathologie

Mit 25 Plätzen sei ihr Haus "das intimste Theater Bonns", sagen die Betreiber der Pathologie. Bühne und Zuschauerraum befinden sich in den "Katakomben" des Südstadt-Restaurants Schumann's (Weberstraße 43). Das Programm bleibt ambitioniert und abwechslungsreich: Am 23. Juni (20 Uhr) steht ein "Abend zum Leben und Werk von Ilse Aichinger" auf dem Spielplan. Am 29. Juni (20 Uhr) spielen Maren Pfeiffer und Anne Scherliess "Frankensteins Mutter - Mary Shelley". Am 30. Juni (20 Uhr) gibt es "Alma Mahler-Werfel - Interview mit einem Vampir" als szenische Lesung mit Helga Bakowski und Johannes K. Prill.

Info: www.theaterdiepathologie.de

Marco Marchi & The Mojo Workers beim GA-Sommergarten

Marco Marchi & The Mojo Workers
 

Rund 1000 Musikfans stiegen der Bundeskunsthalle aufs Dach beim Saisonauftakt des GA-Sommergartens. Alma de México sorgte mit mexikanischer Musik für Stimmung, es war noch vor der Vorrundenniederlage der deutschen Mannschaft. Am 1. Juli folgt das zweite Konzert, nicht mit schwedischer oder südkoreanischer Folklore, sondern mit anständig Blues und Jazz. Das Quartett Marco Marchi & The Mojo Workers stammt aus der Schweiz, deren Mannschaft den Brasilianern ein herzerfrischendes Unentschieden abgerungen hat. Die Mojo Workers indes interessieren sich mehr am kulturellen Erbe der nordamerikanischen Südstaaten, wo die Wurzeln der späteren Rock und Popmusik verortet werden. Folgerichtig praktiziert die Band auf Originalinstrumenten.

Info: Sommergarten des General-Anzeigers, Bonn, Dach der Bundeskunsthalle, 1. Juli, 11.30 Uhr, Eintritt frei

Bonner Oper - Band Mnozil Brass

 

Ja, das Blech boomt. Siehe Querbeat (Köln/Bonn), siehe LaBrassBanda (Chiemsee), beide live zu erleben am 30. Juni auf dem Kunst!Rasen. Aber auch Österreicher können das, und zwar schon wesentlich länger. Seit 1992 macht das verschrobene Septett Mnozil Brass aus Wien in Trompete, Posaune und Tuba. Der unaussprechliche Name hat System: Die Musiker hatten in ihrer Studentenzeit im 1. Bezirk der Stadt einen Musikantenstammtisch. Das Wirtshaus hieß Mnozil.

Wie man das aussprechen tut, kann man beim Bonner Konzert in der Reihe "Quatsch keine Oper" erfahren. Dort demonstriert das Ensemble auch, dass bei Blasmusik auch Seitensprünge mit Jazz, Pop und Schlager erlaubt sind. Und vor allem mit Kabarett und zirkusreifen Kapriolen. Es darf also gelacht werden.

Info: Mnozil Brass, Bonn, Oper, So 1. Juli, 19 Uhr; www.bonnticket.de

"Der Pantoffel-Panther" im Contra-Kreis-Theater

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Hasso (Jochen Busse, l.) hat der inzwischen arg ins Stocken geratene Vertrieb edler Hausschuhe ein übles Loch in die Tasche gebrannt. Um dieses Loch alsbald zu stopfen, ist Improvisation gefragt. Und die Hilfe eines guten Freundes. Denn Rüdiger (Marko Pustišek) weiß eigentlich in jeder Situation Rat. Auch wenn das bloß wieder zu neuen Verwicklungen führt. Wie die beiden diesen gordischen Knoten lösen, das zeigt die Komödie "Der Pantoffel-Panther" der Kölner Autoren Lars Albaum und Dietmar Jacobs, die noch bis 8. Juli im Bonner Contra-Kreis zu sehen ist.

Info: "Der Pantoffel-Panther" im Contra-Kreis-Theater, bis 8. Juli, Am Hof 3-5, 53113 Bonn