Theater und Konzerte Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Roskapankki: Es darf getanzt werden.

Bonn/Region. Die Ska-Band Roskapankki sorgt im Kult 41 für gute Musik. Im Pantheon geht die Kabarettistin Barbara Rutscher wieder Fragen des Alltags auf den Grund. Was in den kommenden Tagen in Bonn und der Region geboten wird, verraten wir hier.

Hang-Spieler Manu Delago in der Philharmonie

Rein äußerlich erinnert das Instrument an einen geschlossenen Wok: Das Hang besteht aus zwei Halbkugeln aus einem Spezialblech. Oben sind Klangmulden eingehämmert, durch die der Spieler durch Anschlagen mit den Fingern verschiedene Töne erzeugen kann. Erfunden wurde das Hang erst 2000 in Bern. Seitdem kennt man es aus der Straßenmusik und aus dem therapeutischen Bereich. Doch das Hang kann auch Klassik und Jazz.

Der Schlagzeuger Manu Delago, am 31. Juli 1984 in Innsbruck geboren, lernte das ungewöhnliche Instrument im Jahr 2003 kennen. "Mich hat damals gereizt, dass es ein so neues Instrument war, das mir zahllose Möglichkeiten auch als Komponist bot", erzählt Delago im GA-Gespräch. "Beim Hang bin ich eher Autodidakt, denn zur damaligen Zeit gab es keine Möglichkeit, sich im Studium damit zu beschäftigen", sagt Delago. "Ich habe mir viel von anderen Musikern abgeguckt - es gibt inzwischen ein paar hundert professionelle Hang-Spieler."

Das Hang hat Delago in seinen Bann gezogen: "Es kann weich klingen wie eine Harfe oder perkussiv wie eine indische Tabla", so der Musiker. "Mich begeistert, dass Rhythmus und Melodie sehr nahe beieinander liegen. Beim Hang bedient man beide Aspekte gleichzeitig und zugleich stufenlos."

Nach 2007 konzertierte Delago mit wechselnden Ensembles in mehr als 20 Ländern, unter anderem mit Anoushka Shankar oder dem London Symphony Orchestra. Jetzt kommt der Österreicher, der in London lebt, mit seinem Ensemble Handmade in die Philharmonie Köln. Seine Partner sind Isa Kurz (Violine, Klavier, Gesang), Alois Eberl (Posaune, Akkordeon) und Chris Norz (Percussion). "Ich liebe es, wenn vielseitige Musiker dabei sind - so können wir von klassischer Kammermusik bis hin zum Rock alles abdecken."

Manu Delagos Eigenkompositionen bewegen sich zwischen Jazz, Hip Hop, Indischer Musik, Elektronik und Neuer Musik. "Ich will mit meiner Musik einen interessanten Klang schaffen; darin sehe ich auch meine Aufgabe als Musiker und Komponist: weitergehen und etwas Neues schaffen."

Info: Manu Delago & Handmade, Köln, Philharmonie, 21. Februar, 20 Uhr; www.ga-bonn/tickets

Barbara Ruscher im Pantheon

Wer beeinflusst uns schlimmer: Influenza oder Influencer? Und sind Ohrfeigen eigentlich vegan? Fragen über Fragen, die sich Barbara Ruscher stellt und auf die sie so ihre eigenen Antworten findet. Wann steht zum Beispiel die Privatisierung von Wasser an? Und wie lange lassen sich unsere Weltmeere eigentlich noch als Mülleimer nutzen?

Die Kabarettistin - auch bekannt als Moderatorin der NDR-Satireshow "Extra3 Spezial" sowie aus zahlreichen Fernsehformaten ihres Genres - hat ihrem neuen Bühnensolo nun denselben Namen gegeben wie der Radiokolumne "Ruscher hat Vorfahrt" (HR1). Im Angebot: Eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Songs am Klavier. Außerdem liest sie aus ihrem zweiten Roman "Fuck the Reiswaffel - ein Kleinkind packt aus".

Kritische Neugier und eine gewisse Grundgelassenheit gehören für Ruscher eben dazu, um dem Irrsinn des Alltags zu begegnen: Ist es demnach gesünder, unter Zeitdruck gesund zu kochen, oder entspannt eine Dosensuppe zu essen?

Info: "Ruscher hat Vorfahrt", Pantheon, Siegburger Straße 42, 20. Februar, 20 Uhr, (0228) 212521

Roskapankki spielt im Kult 41

Ein Dienstagabend im kleinen Proberaum in Mehlem. Bei der Bonner Band Roskapankki herrscht gute Stimmung; es wird erzählt und gelacht, bis Frontmann Julian von der Burg das Gerede unterbricht: "So, wollen wir mal etwas Musik machen?" Kopfnickend spielt Alex Straub an der Gitarre das erste Lied an, der Rest steigt ein. Die Musik beginnt, die gute Laune bleibt. Schnelles Schlagzeug und schnelle Gitarren werden von melodischem Gesang begleitet; Posaune, Saxofon und Trompete komplettieren den Klang des klassischen Ska.

Doch hier wird kein Musikstil ausgelassen, der Sound klingt nach entspanntem Reggae oder - durch stellenweise brachiale Stimmen - nach Punkrock, der zum Tanzen anregt. In ihren Songtexten setzt sich die Band mit Themen wie Rassismus, Lobbyismus oder Konformismus auseinander. Roskapankki will Position beziehen: In Zeiten, in denen Meinungen mit Fakten verwechselt werden, soll ihre Musik das Publikum informieren, anregen und als Gemeinschaft verbinden. Jedoch findet auch die Gesellschaftskritik nicht ohne Augenzwinkern statt. Im Stück "Aluhut" etwa wird ironisch von Verschwörungstheorien erzählt. Mittlerweile hat sich Roskapankki in Bonn einen Namen gemacht. Zusammengesetzt aus Mitgliedern der ehemaligen Gruppe SkaGB, Studenten und Familienvätern, ist es nicht immer leicht, acht Leute für Proben und Konzerte zu organisieren. Trotzdem hat sich die Band einen Platz im Programm des diesjährigen Bonner Kultfestivals Green Juice gesichert. Doch jetzt steht erst mal ein Konzert im Kult 41 an. 

Info: Roskapankki (Bonn) und Dancing Me & the Ska Machine (München), Bonn, Kult 41, Hochstadenring 41, 23. Februar, 20 Uhr Eintritt 8 Euro, Karten an der Abendkasse; www.kult41.net

 

Theater auf Burg Satzvey

Die märchenhafte Burg Satzvey in Mechernich-Satzvey verfällt in der kalten Jahreszeit keinesfalls in den Dornröschenschlaf. Nach dem Auftakt am ersten Februar-Wochenende präsentiert die mittelalterliche Wasserburg am 16./17. und am 23./24. Februar jeweils von 12 bis 17.30 Uhr erneut das Programm "Märchenwinter" mit zwei familienfreundlichen Theaterstücken, die das Kölner Metropol Theater darbietet. "Die Eisprinzessin" ist auf der Bühne im Gutshof zu sehen, Beginn jeweils 13 Uhr, 15 Uhr und 16.15 Uhr. Das Wandertheaterstück "Die Reise zum Nordpol" wird von 12 bis 15 Uhr auf dem Parkgelände aufgeführt.

Info: Metropol-Theater, "Märchenwinter", Mechernich-Satzvey, Burg Satzvey, 16./17. und 23./24. Februar; kostenfreie Parkplätze vor Ort; Tel. (02256) 95 83 0; www.burgsatzvey.de

Jakob der Lügner

Jakob hat ein Radio: Diese Nachricht verbreitet sich im Ghetto wie ein Lauffeuer. Und in eben diesem Radio hieß es, die Rote Armee rücke langsam vor. Zugegeben, sehr langsam - doch obwohl sich an den unentrinnbar-grausamen Lebensbedingungen selbst gar nichts ändert und obwohl Tag für Tag die Deportation droht, gibt es von da an keine Selbstmorde mehr.

Da wäre nur ein Problem: Das Radio ist bloße Erfindung, eine Notlüge Jakobs, gewesen. Doch die Hoffnungen und Erwartungen, die sich daran hängen, bedrängen ihn immer mehr, so dass er all seinen Erfindungsreichtum aufbieten muss, um nicht aufzufliegen. Ob und wie das gelingt, das zeigt der Schauspieler Stefan Viering jetzt auf der Bühne der Werkstatt - zwischen Berührung und Beklemmung, authentisch und packend. Kein leichter Stoff, aber einer, den zu kennen niemandem schaden sollte.

Info: "Jakob der Lügner", Vorstellung am 9. März in der Werkstattbühne der Oper. Karten gibt es bei ga-bonn.de/tickets. (Ulrike Strauch)

Neue Konzertreihe in Oberkassel

Altes Rathaus Oberkassel: Das Kulturzentrum Altes Rathaus in Bonn-Oberkassel (Königswinterer Straße 720) legt im Rahmen der "Oberkasseler Matinee" eine neue Konzertreihe auf. Initiator des 1. Bonner Fingerstyle Festivals ist das Gitarrist Simon Wahl, der aus Oberkassel stammt, in Wien lebt und selbst diesem technisch anspruchsvollen Stil frönt.

Michael Diehl tritt am 17.2. auf, danach folgt Thomas Monnerjahn (23.2.).

Info: Tel. (0228) 286 156 27; www.altes-rathaus-ok.de; Anmeldung zum Fingerstyle-Workshop unter info@gitarrenstudios-bonn.de

Weitere Tipps

Bundeskunsthalle: "Kino der Moderne - Film in der Weimarer Republik"

(Mein Tipp: GA-Autorin Ulrike Strauch plant einen Kinobesuch in den 1920ern)

Ja, man kann "Zu Asche, zu Staub" aus der Erfolgsserie "Babylon Berlin" wieder und wieder hören und sich damit auf Zeitreise in die zwischen Glamour und Trostlosigkeit schillernden 1920er Jahre locken lassen. Da trifft es sich doch gut, dass die Bundeskunsthalle derzeit ins "Kino der Moderne" einlädt. In ein Jahrzehnt, als die ästhetische und wirtschaftliche Pole Position der Filmwelt noch zu besetzen war; von Hollywood oder von Berlin. Wie das ausging, ist sattsam bekannt. Was aber nicht das Geringste daran ändert, dass viele der ganz Großen seinerzeit an der Spree ihre Karriere gestartet, künstlerische Akzente gesetzt oder (auf und jenseits der Leinwand) durch ihren unnachahmlichen Stil beeindruckt haben: Und mit Namen wie Fritz Lang und Marlene Dietrich fängt die Liste überhaupt erst an. Dass es damals in Berliner Filmateliers bevorzugt expressionistisch-düster zuging, dürfte heutzutage wiederum all denen gefallen, die beim Schlendern durch die Ausstellung ein Lied einfach nicht aus dem Kopf bekommen.

Info: "Kino der Moderne - Film in der Weimarer Republik", Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, bis 24. März

"Wer ist Walter?" im Theater Bonn

Wer ist Walter?: Diese und weitere Fragen stellt das gleichnamige Stück der jungen Schweizer Autorin Ariane Koch. Dass die Antworten der rotangonisten immer wieder auf sie selbst verweisen, beweist nur, dass Identität keine Selbstverständlichkeit ist. Die nächste Aufführung steht für den 23. Februar auf dem Spielplan der Werkstatt am Theater Bonn.

Sharon van Etten im Luxor

Zwei Instrumente und ein Bauchgefühl sind die Basis dafür, dass sich Sharon van Ettens fünftes Album "Remind Me Tomorrow" so ganz anders anhört als die vorherigen. "Ich habe mir mein erstes eigenes Piano angeschafft", erzählt die 37-jährige New Yorkerin.

Van Etten bergab sich daraufhin in einen Proberaum in Brooklyns neuem Hip-Viertel Dumbo ("Down Under the Manhattan Bridge Overpass"), sie schrieb und schrieb, alles in allem mehr als 40 Songs in gut zwei Jahren. "Mein Bauch befahl mir, die Gitarre zur Seite zu legen, um mich stattdessen an den Tasten auszutoben."

Das Resultat ist ein Album von verstörender Schönheit. Inspiriert von Nick Cave und Portishead nahm sie Lieder auf, die von Melodien angetrieben werden, aber zugleich tiefer klingen, melancholischer und düsterer. "Ich habe mir Raum und Zeit gegeben, um zu experimentieren", sagt Sharon.

Info: Sharon van Etten, Köln, Luxor, 2. April, 20 Uhr; ga-bonn/tickets

 

Miss Saigon in Köln

Mit 36 Millionen Zuschauern, mehr als 70 Preisen, zwei Olivier und drei Tony Awards hat das Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg aus den letzten Tagen des Vietnam-Krieges in 25 Jahren ein gutes Stück Theatergeschichte geschrieben. Unter der Federführung des Produzenten Cameron Mackintosh entstand jetzt eine Neuproduktion in Originalsprache, die vom 22. Januar bis zum 3. März im Kölner Musical Dome zu sehen ist. Mitunter geht es dabei recht martialisch zu.

"Impulse" im GOP-Theater

Die aktuelle Show im Bonner GOP-Theater setzt bis zum 24. Februar unter dem Motto "Beats, Dance & Bodyart" auf einen dynamischen Mix aus Musik, Akrobatik, Kunst und optischen Effekten.

Info: Vorstellungen Mittwoch bis Sonntag, Eintrittskarten ab 29 Euro; Bonn, Karl-Carstens-Straße 1 (am WCCB); www.variete.de

 

In der Zukunft

Dinnershow "Fantissima" im Phantasialand

Die Show präsentiert auch in ihrer 15. Spielzeit einen Mix aus Akrobatik und Kulinarik. Und man geht mit der Zeit: Im Angebot befindet sich auch ein veganes Gourmet-Menü. Mit dem sogenannten Tisch-Mapping gibt es zudem ein neues Showelement.

Dabei werden die Tische der Besucher zur digitalen Bühne. Das geschieht „mit viel Humor, charmanten Charakteren, traumhaften Kostümen, gefühlvollen Songs – und dem Gast mittendrin“, sagen die Gastgeber. Die Show läuft bis zum 29. Juni 2019.

Info: Berggeiststraße 31-41, Brühl, bis 29. Juni 2019, Termine und Preise unter fantissima.de

Die Kölner Bühnenlandschaft

Das Kölner Konzert von Lena Meyer-Landrut am 17. Juni sollte eigentlich im Carlswerk Victoria stattfinden. Mitte dieser Woche wurde der Termin aufgrund der großen Nachfrage offiziell ins Palladium verlegt. Beide Bühnen liegen in der Schanzenstraße in Köln-Mülheim. Das Palladium und die Partnerbühne E-Werk gegenüber veranstalten schon seit vielen Jahren mittlere und größere Musikshows, das Carlswerk Victoria ging erst im vergangenen Jahr an Start – und fand mit gleich zwei Räumlichkeiten schnell sein Publikum.

Die Konzerthalle fasst 1600 Besucher, der Club Volta ist auf 450 Zuschauer ausgelegt. Die Betreiberin Antonia Zweigardt und ihr Team waren zuvor in der Live Music Hall in Ehrenfeld aktiv. Jetzt machen sie auf dem Gelände der ehemaligen Felten & Guilleaume Kabelwerke ihr eigenes Ding. In den kommenden Wochen sind Künstler wie Dendemann, Neneh Cherry und Madrugada zu Gast. Und bei variierendem Kapazitätsbedarf tauscht man sich mit den Nachbarbühnen auf der Kulturmeile Schanzenstraße auf. Sehr praktisch. (Heinz Dietl)

Info: www.carlswerk-victoria.de

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