Phantasialand in Brühl

Sommersaison startet - Wasserbahn "Chiapas" eröffnet

Die Hände zum Himmel: 53 Grad hat die nach Phantasialand-Angaben steilste Abfahrt in einer Wildwasserbahn - der abschließende Höhepunkt auf der Fahrt mit "Chiapas".

BRÜHL. Der Blick geradeaus geht ins Nichts. Dort, wo eben noch Banden rechts und links das Boot flankierten, ist nichts mehr zu sehen. Nur noch Weite. Als würde die Bahn enden. Aber weit gefehlt. Sie geht weiter - und zwar abwärts. Ziemlich steil abwärts. Mit einer Neigung von 53 Grad.

"Diese letzte Abfahrt ist der Hammer. Sie ist lang, steil und man denkt, sie hört gar nicht mehr auf", sagt Christina Schimpke völlig fasziniert - und ziemlich nass. Die junge Frau ist eine von mehr als 200 Fans aus aller Welt, die die neue Wasserbahn "Chiapas" (benannt nach einem mexikanischen Bundesstaat) im Phantasialand schon einmal vorab testen durften.

Ab Dienstag öffnet der Brühler Freizeitpark seine Tore zur Sommersaison, und dann können alle Besucher die "einzigartige Wasserbahn" ausprobieren, wie Marketing-Direktorin Birgit Reckersdrees bei der Eröffnung sagte: "So eine Bahn finden Sie sonst nirgends auf der Welt."

Die Einzigartigkeit der Attraktion macht das Unternehmen an verschiedenen Punkten fest: Hochgeschwindigkeitsweichen, spezielle Doppelliftketten und die im Phantasialand typische, liebevolle Einbettung in den Themenbereich Mexiko - mit Felsformationen, viel Wasser und 40.000 landestypischen Pflanzen. Auf der knapp sechs Minuten langen Fahrt geht es in Booten mit jeweils sechs hintereinander angeordneten Sitzen über fünf Ebenen. Unterwegs warten mehrere Abfahrten, darunter ein Rückwärtsschuss.

Und zum Abschluss gibt es dann die nach Unternehmensangaben mit 53 Grad weltweit steilste Abfahrt in einer Wildwasserbahn, der sich ein sogenannter Camelback anschließt: ein kleiner Berg, der für einen Moment des Schwebens sorgt. Abgerundet wird "Chiapas", das die im Jahr 2011 abgerissenen Wildwasserbahnen ersetzt, durch kleine Überraschungen und Details während der Fahrt sowie eine eigens komponierte Musik, die durch ein 65-köpfiges Philharmonie-Orchester eingespielt wurde.

Nach Angaben des Parks ist in die Bahn die größte Summe investiert worden, die seit Bestehen des Phantasialandes jemals für eine Attraktion ausgegeben wurde. Bislang führte die Achterbahn Black Mamba mit rund elf Millionen Euro dieses Ranking an. Mit dieser Investition ist sich Geschäftsführer Robert Löffelhardt sicher, eine "Spaß-Bahn für eine große Zielgruppe" zu bieten, aus der die Gäste "mit einem Strahlen herauskommen und sofort wieder zum Eingang gehen".

Die ersten Eindrücke der Fans scheinen das zu bestätigen. "Man hat hohe Erwartungen, wenn man ins Phantasialand kommt. Aber sie wurden erfüllt. Das ist eine tolle Bahn, sehr aufwendig gemacht. Einzelne solcher Elemente gibt es auch woanders, aber nicht in dieser Kombination", lobte Tim Iser. Und Stefan Uedinger ergänzte: "Sehr abwechslungsreich, sehr lang und sehr nass. Das muss auch bei einer Wasserbahn so sein."

Da passte es, dass sich der mexikanische Wettergott Tlaloc am Sonntag gnädig gestimmt zeigte und für Ende März erstaunlich warmes Wetter schickte. So trockneten die Wasserbahn-Fahrer auch schnell wieder.