Tag des offenen Denkmals

Diese Orte in Bonn und Region öffnen ihre Türen

BONN. 50 außergewöhnliche Bonner Orte öffnen zum Tag des Denkmals am Sonntag, 9. September, ihre Türen für Besucher. Bei zahlreichen Führungen gibt es auch in der Region denkmalgeschützte Bauten und ihre Geschichte zu entdecken.

Erleben, was verbindet: Was Bonn eint, welche Besonderheiten aber auch jedes Viertel für sich hat, steht am Sonntag, 9. September, beim Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt. 50 besondere Orte öffnen an diesem Tag ihre Türen. Die Werkstatt Baukultur Bonn und die Untere Denkmalbehörde haben mit der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Führungen und Vorträgen erarbeitet.

Die Beschäftigung mit Geschichte und Denkmalschutz beschrieb Reinhold Schmerbeck, stellvertretender Museumsleiter des Heimatmuseums Beuel, wie einen Domino-Effekt: "Erst versteht man das eine und dadurch wieder etwas anderes." Rainer Krippendorff, stellvertretender Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel, beschäftigt sich vor allem mit den Einflüssen Europas, die noch heute in Bonn sichtbar sind.

Einblick in die Hicog-Siedlungen

Bei einer "Tour de France" durch Beuel und Vilich wird er mit den Besuchern über den Rhein blicken, nach Frankreich. "Die Spielkarten, der Maibaum und das Chlor - französische Erfindungen, die heute selbstverständlich zu unserem Alltag gehören", so Krippendorff über den Einfluss der Nachbarn. Weitere Führungen finden zum Beispiel an den barocken Festungsanlagen, in den Hicog-Siedlungen, an der Kennedybrücke und im Viktoriabad statt.

Die leeren Balkone in den Häusern der Tannenbuscher Hicog-Siedlung verraten, dass dort niemand wohnt.

Die leeren Balkone in den Häusern der Tannenbuscher Hicog-Siedlung verraten, dass dort niemand wohnt.

 

Daniela Bennewitz, Mitglied der Werkstatt Baukultur, sagte: "Ich finde Architektur so interessant, weil sie Geschichte anschaulich macht. Denn Geschichte besteht eben nicht nur aus Text in Büchern." Hingehen und selbst erleben - am Tag des offenen Denkmals sei genau dies möglich. Den Organisatoren obliegt es auch, Bürger und Organisationen dafür zu gewinnen, ihre Türen zu öffnen. Und dies alles ehrenamtlich, wie Stadtkonservatorin Katrin Bisping betonte. "Das Anliegen aller, die sich für den Denkmalschutz und für diesen Tag engagieren, ist es, etwas weiterzugeben, damit es nicht verloren geht." Je größer die Breitenwirkung, je mehr Publikum, desto mehr Zufälle und Aha-Effekte gebe es.

Das Rahmenprogramm fügt dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" weitere Facetten hinzu: Die Ausstellung "Junge Hände für alte Wände" zeigt noch bis zum 21. September im Foyer des Stadthauses die Arbeit der Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag findet außerdem um 18 Uhr das Konzert "Conversation galante" mit Studenten des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Michaelskapelle, Auf dem Godesberg 5, statt. Ausgewählte Solo- und Kammermusikwerke von Carl Philipp Emanuel Bach, Giovanni Benedetto Platti und Johann Joachim Quantz werden gespielt.

Das vollständige Programm gibt es unter www.bonn.de/@tag-des-offenen-denkmals

Adenauerhaus und Burg Altendorf dabei

Im Rhein-Sieg-Kreis sind unter anderem das „Adenauerhaus“ in Bad Honnef, das Herrenhaus der „Burg Altendorf“ in Meckenheim oder die Fachwerkhofanlage neben der katholischen Kirche in Lohmar für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Auch zahlreiche Kirchen nehmen an dem „Tag des offenen Denkmals“ teil. Geöffnet haben beispielsweise die „Abteikirche St. Michael“ in Siegburg und die „St. Agnes“ in Eitorf-Merten. Das gesamte Programm gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Nur mit Handschuhen dürfen die wertvollen Alben, Briefe und Terminkalender aus dem Archiv des Adenauerhauses angefasst werden.

Nur mit Handschuhen dürfen die wertvollen Alben, Briefe und Terminkalender aus dem Archiv des Adenauerhauses angefasst werden.

 

Der Rhein-Sieg-Kreis hat von allen Kreisen in Nordrhein-Westfalen die meisten Denkmäler. Aktuell sind rund 3.900 Denkmäler eingetragen und unter Schutz gestellt. Dabei handelt es sich um 3.411 Baudenkmäler, 445 Bodendenkmäler und 29 bewegliche Denkmäler. Außerdem sind zehn Denkmalbereiche ausgewiesen: Das sind abgegrenzte Gebiete, die als Gesamtheit Denkmalcharakter haben und geschützt sind.

Veranstaltungen im Vorgebirge

Auch in der Vorgebirgsregion sind diverse Veranstalter vertreten. Unter anderem eröffnen die Mitglieder des Vereins Haus der Alfterer Geschichte am Hertersplatz 19 in Alfter-Ort an diesem Tag eine neue Ausstellung, bei der es nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Bärbel Steinkemper um Straßen und Wege geht, aber auch um Lebensmittel, den Wandel in der Landwirtschaft und die Prägung von Sprache. "Wir legen unser Dialektwörterbuch aus sowie unsere gesammelten Redewendungen, damit die Besucher Ergänzungen vornehmen können ", sagt sie.

Am 9. September ist die Ausstellung von 10.30 bis 18 Uhr zugänglich. Sie wird anschließend noch bis Ende Oktober zu sehen sein. Steinkemper erwartet zu Ausstellungsbeginn - wie schon in den vergangenen Jahren - an die 80 Besucher. Seit 2001 nimmt das Haus der Alfterer Geschichte am Tag des offenen Denkmals teil.

Volker Helwich, Ansprechpartner der Alfterer Gruppe Broichpaten, die sich für den Erhalt des Pumpenhäuschen im Broichpark einsetzt, plant für den 9. September eine Wanderung vom Pumpenhäuschen zum Wasserbehälter. Des Weiteren sollen der renaturierte Teilabschnitt des Görresbaches im Broichpark sowie eine neue Bank am Wasserbehälter eingeweiht werden. Im Vorfeld kann ab 11 Uhr das Pumpenhäuschen besichtigt werden.

In Bornheim gibt es unter anderem eine Führung zur Schulgeschichte des Ortes Waldorf. Treffpunkt ist die Nikolaus-Schule, Sandstraße 100. Beginn: 13.30 Uhr.

Weitere Infos gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Glaskünstler Fritz Berg in seiner Werkstatt, die er dem Glasmuseum übergab.

Glaskünstler Fritz Berg in seiner Werkstatt, die er dem Glasmuseum übergab.

 

Der Eifel- und Heimatverein Rheinbach und das Stadtarchiv Rheinbach nehmen den Doppelgeburtstag "70 Jahre Glasfachschule - 50 Jahre Glasmuseum" zum Anlass, diesmal zwei Stadtspaziergänge zum Thema "Glas und Sudetendeutsche in Rheinbach" anzubieten. Bei dieser Führung soll vor allem auf die Ansiedlung der böhmischen Glasindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg eingegangen und die Schwierigkeiten beim Neuanfang beschrieben werden. Die Rundgänge beginnen um 11 Uhr und 15 Uhr im Innenhof des Glasmuseums Rheinbach, Himmeroder Wall.

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals öffnet am Sonntag, 9. September, das Stellwerkmuseum im Bahnhof Witterschlick von 13 bis 18 Uhr. Angeboten werden Führungen im Stellwerk, als Gäste führen die Bonner Modellbahner ihre TT-Anlage in der historischen Güterhalle vor. Dazu gibt es einen kleinen Trödelmarkt sowie Kaffee und Kuchen.

13 Orte im Kreis Neuwied beteiligen sich

Im Kreis Neuwied öffnen 13 Denkmäler und historische Orte ihre Pforten. 1993 fand der Tag zum ersten Mal statt, das erste Tagesmotto wurde 199 vergeben und lautete "Europa - ein gemeinsames Erbe.

Da sich häufig Bürgervereine mit ihren Initiativen um die Rettung der Denkmäler oder dem Sammeln und Einrichten von Heimatmuseum in denkmalgeschützten Anwesen kümmern, besuchte Michael Mahlert, 1. Kreisbeigeordneter, zusammen mit Kreisdenkmalpfleger Reinhard Lahr vorab solche Objekte, die von Freiwilligen oder Ehrenamtlichen unterhalten werden.

Mit dabei beim Tag des offenen Denkmals ist das Herrnhuter Viertel in Neuwied, ein barockes Karree aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Kirchsaal, Krypta, Innenhöfen und Museumsstübchen. Ab 11 Uhr werden stündlich Führungen angeboten, von 13.30 bis 14 Uhr gibt der Bläserchor ein Konzert vor dem Kirchsaal.

Ebenfalls in Neuwied kann die ehemalige Prämonstratenserabtei Rommersdorf besichtigt werden. Diese wurde 1117 als Benediktinerkloster gegründet und 1135 von Prämonstratensern übernommen. Führungen durch die Abtei und das Archiv mit Auslage von Exponaten sind zwischen 13 und 18 Uhr möglich, die Orangerie ist ab 12 Uhr geöffnet. Zwischen 10.30 und 18 Uhr hat die Erzbischof-Hermann-zu-Wied-Gedächtniskirche geöffnet, Führungen finden um 12.15 und 13.15 Uhr statt. Zwischen 15 und 17 Uhr hat das Operettencafé im Gemeindehaus geöffnet, um 18.30 Uhr findet ein Orgelkonzert mit anschließender Versteigerung eines Schwibbogen statt.

In Bad Hönningen öffnet das "Hohe Haus", ein spätgotischer Wohnturm von 1438, von 10 bis 17 Uhr seine Tore, wo bei Bedarf auch Führungen angeboten werden. Das Schloss Arenfels, mittelalterliche Burg mit 365 Fenstern, 52 Türen und 12 Türmen, kann von 10 bis 18 Uhr besucht werden, Führungen werden halbstündig angeboten.

Eine Reise in die Vergangenheit in Erpel

Einen Blick in das 1420 erbaute Erpeler Neutor können Interessierte von 10 bis 18 Uhr werfen. Noch älter ist der Leutesdorfer Fronhof, der vor 1150 Jahren erstmals urkundlich erwähnt und im 18. Jahrhundert von der Abtei Marienstatt barock umgestaltet wurde. Aufgrund des Winzerfestes hat der Fronhof mit Kunstausstellungen im Kelter- und Wohnhaus von 19 bis 12 Uhr geöffnet. 

In Linz ist der Kirchenschatz der Pfarrkirche Sankt Martin mit seiner romanischen und gotischen Formgebung des 13. Jahrhunderts ausgestellt. Geöffnet hat die Kirche von 13 bis 17 Uhr, Führungen zum Altar unterhalb der Kirche und zum Glockenturm werden um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr angeboten.

Die Abtei Marienstatt ist einer der Startpunkte des Marienwanderwegs, der von Kloster zu Kloster führt.

Die Abtei Marienstatt ist einer der Startpunkte des Marienwanderwegs, der von Kloster zu Kloster führt.

 

In Rheinbreitbach ist das Heimatmuseum in der einstigen Lohgerberei dabei. Das Fachwerkhaus aus der Zeit um 1650 zeigt eine komplett eingerichtete Wohnung, eine Schulklasse, eine Sammlung von Spielsachen des 19. und 20. Jahrhunderts, eine Schusterwerkstatt, eine Bergwerksausstellung und ein Weinkeller. Am Tag des offenen Denkmals hat das Museum von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, auf Anfrage finden auch Führungen statt.

Ein einstündiger Rundgang führt Besucher zu dem imposanten Hohlwegsystem im Wald, das zum Transport von Erzen erschlossen wurde. Die Hohlwegführung wird um 11 und um 14 Uhr angeboten, Treffpunkt ist am Altglascontainer Waldblick 2.

Die Pädchen-Führung führt auf den schmalen sogenannten Pädchen durch die kleinparzellige Gemarkung, die bis 1900 die meisten Weinberge des Amtes Unkel hatte. Treffpunkt ist um 10 und um 15 Uhr am Dick- und Schmalplatz, gegenüber Vonsbach 31.

Die Ölmühle in Waldbreitbach ist um 1700 gebaut worden und besitzt noch eine funktionierende Mühlentechnik mit einem im Vorjahr ertüchtigtem Mühlenrad. Die Mühle ist ganztägig geöffnet, Führungen finden nach Anmeldung per Telefon 02638/947960 oder per Mail an info@fotostudio-bergob.de statt.

In unmittelbarer Nähe zur Ölmühle im Westerwälder Fachwerkhaus befindet sich das Handwerks- und Gewerbemuseum, das am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat.

Auch in Ahrweiler öffnen die Türen

Das Heimatmuseum Schloss Sinzig und der Verein zur Förderung der Denkmalpflege laden für Sonntag, 9. September, zum Tag des offenen Denkmals ins Museum und zu einer kostenlosen Werksführung der Deutschen Steinzeug AG in Sinzig ein.

Die Fliesenherstellung hat in Sinzig an einem der ältesten deutschen Produktionsstandorte für Keramik Industriegeschichte geschrieben. Seit fast 150 Jahren werden in der Stadt Fliesen hergestellt, die in alle Welt gehen. Seit drei Jahren gibt auch das Heimatmuseum Schloss Sinzig Einblick in die Geschichte des lokalen Wirtschaftszweigs.

Das Sinziger Schloss wurde als Sommervilla mit Parkanlage von 1854 bis 1858 errichtet.

Das Sinziger Schloss wurde als Sommervilla mit Parkanlage von 1854 bis 1858 errichtet.

 

Das Werk Sinzig als Teil der Deutsche Steinzeug Cremer und Breuer AG steht in der Nachfolge des ehemals unter dem Namen "Agrob" bekannten Fliesenwerkes. Es bietet am Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 9. September, in Kooperation mit dem Heimatmuseum eine Werksführung an. Die Kombi-Besichtigung beginnt um 10 Uhr mit einer "Keramik-Führung" von Hans Kettler im Museum, Barbarossastraße 35. Um 11.30 Uhr startet dann die Betriebsführung am Sinziger Produktionsstandort, Treffpunkt an der Pforte, Rheinallee 19. gih

Wegen der Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 20 Personen ist eine Anmeldung bis Samstag, 25. August, erforderlich unter 02642/3406 (Museumsleitung). Das Museum ist an diesem Tag von 11 bis 18 Uhr bei kostenfreiem Eintritt geöffnet.

Apollinariskirche in Remagen widmet sich aktuellem Thema

Zum deutschlandweiten 25. Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, engagiert sich die Apollinariskirche in Remagen mit einem ganz aktuellen Thema: Die erforderliche Sanierung der gusseisernen Turmhelme.

Um 13 Uhr erläutert Erhard Wacker in seinem Vortrag Technik und Geschichte des Gusseisens. Dann beleuchtet er den einst explosiven Streit um den Einsatz von Gusseisen, ein Industrieprodukt beim Bau einer neugotischen Kirche, die eigentlich nach den Prinzipien der mittelalterlichen Bauhütten errichtet werden sollte.

Wahrzeichen: Die gusseisernen Türme der Apollinariskirche sind sanierungsbedürftig.

Wahrzeichen: Die gusseisernen Türme der Apollinariskirche sind sanierungsbedürftig.

 

Um etwa 13.30 Uhr erklärt der Experte Professor Rainer Hempel (TH Köln) die aktuelle Situation. Der in Fachkreisen bekannte Sachverständige (Institut für Tragwerksforschung und -entwicklung) speziell für Eisenkonstruktionen hat die bischöfliche Stiftung in Trier bei der momentanen Gefährdungsanalyse und bei der Planung der Notsicherung der Westtürme beraten. Er restaurierte mehrfach technische Weltkulturerbe-Stätten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion und Austausch sowie zur Begehung der Kirche. Wacker bietet ab 15 Uhr eine Führung durch Kirche und Garten an. Infos unter wacker@farbeundzahl.de oder telefonisch unter 02642/21586.