Kurz mal weg

Diese Ausflüge lohnen sich aus Bonn und der Region

Die Reichsburg in Cochem.

Bonn/Region. Brezeln im Museum, Bilder von James Bond und Führungen durch Grotten und Tunnel. Wir stellen Tipps für Ausflüge aus Bonn und der Region vor.

Ja, es gibt tatsächlich Berge in Holland. Einer der höchsten befindet sich in Maastricht. Der St. Pietersberg beherbergt ein aufregendes System an Grotten und Gängen, das Besucher bei Führungen entdecken können. Nicht minder kurios ist eine Ausstellung in der Stadt Wattenscheid, die sich als Geburtsort von James Bond feiert. Oder ein Museum am Neckar, das sich ausschließlich der Brezel widmet.

1 St. Pietersberg in Maastricht

Der St. Pietersberg in Maastricht ist nur 107 Meter hoch, aber er hat es im Wortsinn "in sich": 80 Kilometer Gesamtlänge weist ein System unterirdischer Gänge auf, in denen bereits vor 1000 Jahren Kalkstein abgebaut wurde. Die Räume hat die Bevölkerung in kriegerischen Zeiten auch als Zufluchtsort genutzt. Sogar das berühmte Gemälde "Die Nachtwache" von Rembrandt wurde einst hier versteckt. Die einstündigen Führungen sind familienfreundlich und barrierefrei.

Info: Tel. (0031-43) 32 52 121; www.maastrichtunderground.nl/de

 

2 James-Bond-Ausstellung in Wattenscheid

Über den Geburtsort von James Bond darf spekuliert werden, schließlich handelt es sich bei 007 um eine Kunstfigur. John Pearson, ein enger Mitarbeiter des Bond-Autors Ian Fleming, hat einige Andeutungen des Erfinders ausgewertet und sich 1973 in einem Buch festgelegt: James Bond kam am 11. November 1920 in Wattenscheid zur Welt. Und so erklärt sich die Ausstellung "In geheimer Mission - Der Spion, der aus Wattenscheid kam", die bis zum 31. März in einem Ladenlokal in Bonds Heimatstadt (Kortumstraße 49) zu sehen ist. Gezeigt werden Kostüme, Drehbücher, Requisiten und auch der weiße Lotus Esprit aus "Der Spion, der mich liebte".

Info: Tel. (0234) 96 30 20; www.bochum-tourismus.de

3 Diebesturm in Wetter

Das Wahrzeichen der Stadt Wetter bei Marburg hat nichts mit Regen oder Sonnenschein zu tun, sondern mit bösen Buben. Der Diebesturm war einst das Gefängnis der Wetteraner, wie sich die Bürger nennen. Später beherbergte der Turm eine Trafostation, eine Toilettenanlage (!) und bis 1983 das Clubheim des CVJM. Nach all diesen Turbulenzen wurde das Bauwerk anständig saniert. Heute zählt der Turm zum Muss einer jeden Stadtführung.

Info: Tel. (06423) 820; www.wetter-hessen.de

4 Geisterzug in Blankenheim

Es ist die karnevalistische Kultveranstaltung der Eifel. Der Geisterzug am Karnevalssamstag lockt traditionell viele Besucher nach Blankenheim. Wer will, darf sogar selbst mit durch die Gassen geistern. Ausstattung: weißes Bettlaken plus Pechfackel. Am 2. März um 19.11 Uhr geht der Spuk in die nächste Runde. Angeführt wird die Meute von den "Jecke Böhnche", dann kommt Karnevalsprinz hoch zu Ross. Der allgemeine Auftrag lautet: Alle Dämonen des Winters vertreiben!

Info: Tel. (02449) 87 222; www.blankenheim.de

5 Burgführungen in Cochem

Die Reichsburg in Cochem hält keinen Winterschlaf. Burgführungen finden zurzeit jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag statt, ab 16. Februar dann wieder täglich. Ab dem 9. März erhöhen auch die Rittermahle ihre Schlagzahl. Nach einer Burgführung wird im Burgkeller "nach Art der alten Rittersleut" deftig aufgetischt. Der Moselwein fließt aus dem Steinbecher, die Finger ersetzen beim Schlemmen das Besteck. Spielleute sorgen für mittelalterliche Bespaßung, ein bisschen Folterspektakel darf ebenfalls nicht fehlen.

Info: Tel. (02671) 255; www.reichsburg-cochem.de

6 Barrierefreie Feste in Landau

Auf den Weinfesten in der Südpfalz sollen sich auch Gäste mit Einschränkungen "wie zu Hause" fühlen. Als Modellregion für barrierefreien Tourismus wollen der Landkreis Südliche Weinstraße und die Stadt Landau unter dem Projekttitel "Pfälzer Feste für alle" die Infrastruktur der geselligen Veranstaltungen bis 2020 entsprechend ausbauen. Experten der regionalen Weinfestkommission überprüfen die Gegebenheiten und beraten die Ausrichter der Feste.

Info: Tel. ( 06341) 940 407; www.suedlicheweinstrasse.de

7 Brezelmuseum bei Ludwigsburg

Seit gut zwei Jahren gibt es in Erdmannshausen bei Ludwigsburg ein Brezelmuseum. Bereits Ende Oktober zählte das Museum den 10 000. Besucher. Exponate dokumentieren Geschichte und Mythos der Brezel. Das Handwerk kommt ebenfalls zu Ehren, etwa in Backkursen für Gäste. Der Künstler Jürgen Roesner zeigt in der Ausstellung "Der Brezel neue Kleider" kunstvoll gestaltete, zum Teil auch geschminkte Exemplare der Backware. Auch sonst muss man sich in der Gegend nicht langweilen: Der Neckar ist ganz nah, und in den Weinbergen lässt sich gut wandern.

Info: Tel. (07144) 888 25 65; www.brezelmuseum.de