Tausende Besucher erwartet

Alle Infos zur Kirschblüte 2019 in Bonn

Ein kräftiger Rückschnitt durch die Fachleute vom Amt für Stadtgrün sichert alljährliche eine üppige Blüte.

Die Bonner Kirschblüte zieht Jahr für Jahr zahlreiche Touristen an.

Bonn. Auch in diesem Jahr zieht die Kirschblüte in der Bonner Altstadt wieder Tausende Besucher an. Im April wird das rosafarbene Spektakel in voller Schönheit zu bewundern sein. Wir haben alle Infos zum Naturspektakel.

Es ist ein rosafarbenes Spektakel, das aus Bonn nicht mehr wegzudenken ist. Jeden Frühling zieht es zahlreiche Touristen aus aller Welt in die Bonner Altstadt. Denn dann erblüht die Kirschblüte in Bonn zwischen Heerstraße und Breite Straße. Doch was für den Tourismus ein Segen ist, ist für die Anwohner eine mehrwöchige Dauerbelastung. Schon seit zwei Jahren gibt es kein Kirschblütenfest mehr, ein verkaufsoffener Sonntag wurde zudem abgelehnt. Tausende Besucher wird dies aber nicht vom Gang in die Altstadt abhalten.

Die Blütezeit im Jahr 2019

Eine genaue Prognose, wann die Kirschblüte in voller Pracht erblühen wird, ist schwierig. Im Vorhinein lässt sich der Zeitpunkt nicht festlegen, denn das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Ist es zu warm, verblühen die Kirschbäume bereits Mitte April. Ist es zu kalt, öffnen sich die Knospen erst verspätet. Üblicherweise fällt der Höhepunkt der Bonner Blütezeit jedoch auf Mitte April und hält dann etwa zehn Tage bis zu zwei Wochen an.

Eine Besonderheit gab es bereits Anfang Januar. Dort waren schon die ersten Blüten zu sehen - eine Folge des kurzzeitig zu warmen Jahresbeginns. Gerade in den Tagen vor Silvester war es sehr mild. "Die Pflanzen könnten angenommen haben, dass der Frühling vor der Tür steht", erklärt Markus Radscheit, Technischer Leiter der Botanischen Gärten der Universität Bonn. "Falls die betroffenen Bäume in der Nähe einer Straßenlaterne gestanden haben, wurde ihnen außerdem vorgegaukelt, dass die Tage länger sind." Auf diese Weise könnten die Pflanzen irritiert worden sein. Ob die frühe Blühphase im Januar Auswirkungen auf die eigentliche Blüte im Frühjahr haben wird, vermag Radscheit hingegen nicht zu sagen. Um das zu bestimmen, müsse man nun den Frühling abwarten.

Steigende Übernachtungszahlen zur Kirschblütenzeit

Seit einigen Jahren verzeichnet die Bonner Tourismus und Congress GmbH (T&C) stetig steigende Ankunfts- und Übernachtungszahlen zur Kirschblütenzeit, die meist in den April fällt. „Besonders aus dem asiatischen Raum haben wir starke Zuwächse“, so ein Sprecher. 2017 zählten die Tourismusexperten knapp 5000 Übernachtungen und 2100 Ankünfte (Kurzstopps von Reisebussen) aus Asien – rund ein Fünftel der gesamten Besucher im April. Im Schnitt blieben sie 2,4 Tage. Ganz vorne liegen China, Südkorea und Japan. Zum Vergleich: Die Übernachtungszahlen von US-Amerikanern liegen das Jahr über stabil bei etwa 2700.

Unstimmigkeiten gibt es aktuell bei der möglichen Anschaffung von mobilen Toiletten. Anwohner hatten sich beschwert, dass beim Touristenansturm während der Kirschblüte Toiletten fehlen, die Touristen stattdessen Hauseingänge oder Vorgärten aufsuchen. Die Bezirksvertretung Bonn formulierte daraufhin einen Dringlichkeitsantrag an die Stadt. An den drei Wochenenden der Kirschblüte sollen mobile Toiletten aufgestellt werden, die aus dem Budget der Bezirksvertretung bezahlt werden. Kostenpunkt: rund 700 Euro für vier WC. Die Mehrheit unterstützte den Antrag – gegen die Stimmen der CDU. Sie sehe keinen Nutzen für die Allgemeinheit, der die Ausgabe rechtfertigen würden. Touristen könnten die Toiletten der Cafés aufsuchen. Eine Entscheidung trifft nun der Rat der Stadt Bonn.

Der Ursprung in den Achtzigern

Heutzutage im Frühling als eines der schönsten Viertel von Bonn bezeichnet, war die Altstadt vor drei Jahrzehnten noch grau und von starkem Durchgangsverkehr geprägt. Mehrere Stadtplaner befassten sich Mitte der Achtzigerjahre schließlich mit der Sanierung der schmalen Straßen. Die historischen Fassaden ringsum wurden erneuert, die Verkehrslage beruhigt und japanische Kirschblüten eingepflanzt - trotz anfänglicher Proteste der Anwohner, die Sorge um verdunkelte Wohnungen hatten. Dass aus dem rosafarbenen Blütenmeer einst ein Publikumsmagnet werden sollte, konnte damals wohl niemand ahnen.

„Japanische Blütenkirsche“ (Prunus serrulata) heißen die Bäume in der Altstadt. In der Heerstraße und Breite Straße stehen jeweils 60 Japanische Nelkenkirschen der Sorte „Kanzan“, die durch ihre besonders üppigen und in kräftigen Rosa leuchtenden Blüten bekannt ist.

Bäume werden sukzessive erneuert

Ein Insidertipp wird die Kirschblüte wohl nie mehr sein. Die Stadt ist schon seit 2014 dabei, sukzessive die Bäume zu fällen und zu erneuern. Deren Haltbarkeit liegt bei etwa 30 Jahren, die jetzt erreicht sind. Insgesamt 300 Kirschbäume gibt es in der Altstadt, mehr als 40 wurden schon neu gepflanzt. „Sie sind zwar kleiner, blühen aber auch direkt“, weiß Markus Schmitz. Und das dann auch die nächsten 30 Jahre.

Social-Media-Hype

Sowohl in der Offline- als auch in der Onlinewelt ist die Bonner Kirschblüte mittlerweile ein internationales Ereignis. Besonders die Heerstraße gilt in den sozialen Netzwerken als eine der schönsten Straßen der Welt. Blogger erwähnen sie in ihren persönlichen Bestenlisten von Orten, die jeder besucht haben sollte. Die Facebookseite "Places to see before you die" widmete der Bonner Kirschblüte im Jahr 2012 gar einen eigenen Beitrag und verhalf ihr damit zu einer noch größeren weltweiten Bekanntheit. Auf Instagram finden sich unter deutsch- und englischsprachigen Hashtags mehrere Hundert Beiträge zu den japanischen Zierkirschen in Bonn.

 

Anfahrt

Freie Parkplätze in der Altstadt gibt es zur Kirschblütenzeit nur selten. Besser ist das Ereignis mit der Straßenbahnlinie 66 über die Haltestelle "Stadthaus" zu erreichen. Alternativ fahren die Buslinien 604 und 605 direkt in die Altstadt. Hier eignen sich zum Beispiel die Haltestellen "Dorotheenstraße" und "Heerstraße". Zu Fuß dauert es ab dem Hauptbahnhof über die Thomas-Mann-Straße in etwa 15 Minuten.