Beethoven Orchester und Bläck Fööss

Traumstart bei Püma mit kölsche Tön und Klassik

Beuel. Sensationeller Auftakt zu Pützchens Markt: Beethoven Orchester und Bläck Fööss begeistern im ausverkauften Bayernzelt. Ein Vorgeschmack auf die offizieller Eröffnung der Fahrgeschäfte am Freitag.

Trifft ein Sinfonieorchester auf eine kölsche Mundartband, dürfen Zuhörer ein ganz besonderes Klangerlebnis erwarten. Eine Bestätigung erhielten sie am Donnerstagabend beim gemeinsamen Auftritt des Bonner Beethoven Orchesters mit den Bläck Fööss im Bayernzelt auf Pützchens Markt. 2500 Gäste jubelten, sprangen nach einem 90-minütigen Klangfeuerwerk von den Sitzen auf und applaudierten frenetisch. „Zugabe, Zugabe“, hallte es durch das weiß-blaue Zelt.

Als Bonns neuer Generalmusikdirektor Dirk Kaftan den Taktstock zu seinem Antrittskonzert in der Bundesstadt hob, wurde es mucksmäuschenstill im Zelt. Er begeisterte darüber hinaus mit seiner jungenhaften, lockeren Art und seinem Wortwitz. Das fast 90-köpfige Ensemble spielte zu Beginn die Ouvertüre zu „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Es folgten Auszüge aus bekannten Werken, darunter von Georges Bizet die Carmen-Suite, von Percy Faith „Moulin Rouge“ und von Mikis Theodorakis „Alexis Sorbas“.

Der Übergang zum gemeinsamen zweiten Teil des Abends mit den Bläck Fööss konnte besser nicht sein: Das Publikum sang begeistert zum Ohrwurm des kölschen Originals Jupp Schmitz „Wir kommen alle in den Himmel“ mit. Und dann war es endlich so weit: Die „Fööss“ mit ihrem neuen Sänger Mirko Bäumer aus Hennef betraten unter dem Jubel des Publikums die Bühne. Was folgte war ein genialer, vielleicht sogar einmaliger Auftritt von zwei musikalischen Leitwölfen aus der rheinischen Region.

Ein Blickkontakt zwischen Kaftan und der Kultband genügte, das konzertante Spektakel nahm seinen Lauf. „Freiheit Alaaf“ war das erste Stück, gefolgt von der rheinischen Hymne „Unsere Stammbaum“. Dann kam passend zu Pützchens Markt mit „Achterbahn“ die musikalische Ehrerbietung der Bläck Fööss an das Bonner Volksfest. „Buuredanz“, „Dat Wasser vun Kölle“ und „Bye, bye my love“ rundeten dieses kongeniale Konzert ab.

 

Fööss-Legende Bömmel Lückerath war begeistert: „Wir hatten Respekt und ein bisschen Schiss vor diesem Auftritt. Wir mussten lernen, unsere Instrumente etwas zurückzunehmen, um das Orchester mit unserer Lautstärke nicht an die Wand zu spielen. Zwei Proben haben gereicht, wir haben es geschafft. Ich bin erleichtert und freue mich riesig.“ Und auch Dirk Kaftan war voll des Lobes: „Das hat richtig Spaß gemacht. Es war ein musikalisches Fest, das hervorragend zum Jubiläum von Pützchens Markt gepasst hat. Wir haben gemeinsam überraschende und gut vorgetragene Querverbindungen zur Volksmusik präsentiert. Das Experiment ist geglückt.“

2200 Konzertkarten waren Anfang Juni nach nur 14 Minuten ausverkauft. Viele Menschen in der Region waren enttäuscht, dass sie keine Karten ergattern konnten. Bömmel Lückerath antwortete auf die Frage, ob es bei diesem einmaligen Zusammenspiel bleiben wird: „Bekanntlich soll man ja nie nie sagen. Vielleicht gibt es noch mal irgendwann ein zweites Konzert.“ Der Gitarrist hat übrigens eine ganz besondere Beziehung zu Pützchens Markt: Seine Frau ist in dem Wallfahrtsort aufgewachsen.