Kirmesansager So rekommandieren Schausteller auf Pützchens Markt

Schausteller Marcel Markmann (links) rekommandiert. GA-Reporter Michael Wrobel schaut ihm dabei zu.

BONN. Jeder kennt sie, die Ansagen und Animationen auf der Kirmes, ob auf dem Karussell oder der Achterbahn. Der Fachbegriff dazu lautet: Rekommandieren. Ein Schausteller auf Pützchens Markt erklärt, wie das geht.

"So Leute, der Tanz beginnt, bis ganz nach oben. Und ab geht's, geht's, geht's. Jawoll - woll - woll! Huuuuup!" Kirmesansager, Animateur, Karussellmann: Für den Job, den die Männer und Frauen an den Mikrofonen der Fahrgeschäfte von Pützchens Markt ausüben, gibt es viele Namen. Doch der einzig Richtige ist Rekommandeur. Und das Rekommandieren will gelernt sein, ebenso wie das gleichzeitige Bedienen des Fahrgeschäfts. Als Sohn eines Schaustellers macht Marcel Markmann das schon fast sein ganzes Leben lang. Eine Schule gibt es nicht, vielmehr wird die Tradition in der Familie weitergegeben. Er selbst sagt: "Das kommt aus dem Bauch heraus."

Ein paar Regeln, an die man sich halten sollte, gibt es trotzdem. Grundsätzlich wird mit der Sprechstimme rekommandiert, sie also möglichst wenig verstellt - auch wenn das sicherlich von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft unterschiedlich ist. "Das Ziel ist, die Leute zu unterhalten", sagt Markmann. Ihnen Lust auf die Fahrt zu machen. Dementsprechend stellt er sich auf sein Publikum ein und spricht es direkt an. Will er vormittags Kinder und Familien locken, klingt das anders, als wenn abends die Frauen und Männer mit Feierlaune in den "Octopussy" steigen sollen.

Tabus gibt es dennoch: Beleidigungen und schlüpfrige Sprüche kommen nicht gut an. Das passt auch sprachhistorisch: Rekommandieren stammt vom lateinischen recommendare ab - was so viel heißt wie empfehlen oder anbieten. "Einsteigen, hinsetzen, die Bügel schließen. Dann geht's los hier - hier - hier." Immer wieder aufs Neue.

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