Gespräch am Wochenende

400 Frauen pilgern nach Pützchen

Martha Weber, Vorsitzende des Arbeitskreises St. Adelheid, organisiert die Wallfahrt zu Ehren der Bonner Schutzpatronin.

Martha Weber, Vorsitzende des Arbeitskreises St. Adelheid, organisiert die Wallfahrt zu Ehren der Bonner Schutzpatronin.

Beuel. Sie kommen aus Beuel, Bonn, Bad Godesberg, Niederkassel, Rheidt und der gesamten Region. Allein rund 400 Frauen werden sich auf die Wallfahrt zu Ehren der Bonner Schutzpatronin, der Heiligen Adelheid, auf den Weg nach Pützchen machen – und anschließend gemeinsam Pflaumenkuchen essen.

Zusammen mit einem achtköpfigen Team organisiert Martha Weber, Vorsitzende des Arbeitskreises St. Adelheid, die Wallfahrt vom 27. August bis 4. September, zu der wieder viele Pilger an der Wallfahrtskirche erwartet werden. Mit der Vorsitzenden des Arbeitskreises Wallfahrt der Katholischen Pfarrgemeinde St. Adelheid sprach Anke Vehmeier über Pilger, Prozessionen und „Prummetaat“.

Warum pilgern die Menschen jährlich um diese Zeit nach Pützchen?

Martha Weber: Vor mehr als 1000 Jahren herrschte am Fuß des Ennert ein große Dürre, da hat die Heilige Adelheid mit ihrem Äbtissinenstab in die Erde gestoßen, und seither sprudelt Wasser aus dem Boden, aus dem Pütz (rheinisch für Quelle). Bis heute kommen viele Pilger während der Wallfahrts-oktav zur heilenden Wunderquelle zwischen Kapelle und Pfarrkirche. Die Wallfahrt ist außerdem der Ursprung von Pützchens Markt.

Die Wallfahrt steht immer unter einem Motto, wie lautet es dieses Jahr?

Weber: Ja, das Thema wechselt jährlich. In diesem Jahr lautet es „Adelheid, unsere Wegbegleiterin“. Ich finde es sehr passend, weil sich die Pilger auf den Kern der Wallfahrt konzentrieren, ihren Weg betend gehen und die Heilige Adelheid sie begleitet.

Etwas Besonderes ist die Frauen-Wallfahrt am Dienstag, 30. August...

Weber: Jährlich lädt die Katholische Frauengemeinschaft St. Adelheid Pützchen zur Frauen-Wallfahrt ein. Dann kommen rund 400 Pilgerinnen aus Beuel, Bonn, Bad Godesberg, Niederkassel, Rheidt und der ganzen Region quasi in einem Sternmarsch zur Wallfahrtskirche nach Pützchen.

Was erwartet die Frauen?

Weber: Beginn ist um 15 Uhr mit der Heiligen Messe der Frauen, die von den Frauen gestaltet wird, die musikalische Gestaltung mit Solisten, Instrumentalisten und Mitgliedern des „Ennert-Vocalis-Chores, findet unter der Leitung von Marita Hersam statt, Seelsorgebereichs-Kirchenmusikerin „Am Ennert“. Anschließend an die Pilgermesse lädt die Katholische Frauengemeinschaft St. Adelheid traditionell zu Kaffee und Kuchen ins Pfarrzentrum.

Wie viele Gäste erwarten Sie und was gibt es Leckeres?

Weber: Wir erwarten rund 300 Pilgerinnen an unserer Kaffeetafel. Dort servieren wir die traditionelle „Prummetaat“ (Pflaumenkuchen). Dafür werden unzählige Kannen Kaffee gekocht und allein zwölf Liter Sahne geschlagen.

Warum ist die Wallfahrt für die Frauen etwas Besonderes?

Weber: Frauen pilgern lieber als Männer. Wir beobachten auch eine schöne Entwicklung, die Zahl der Pilgerinnen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, und auch viele jüngere Frauen machen sich auf den Weg. Die Frauen schätzen das Zusammensein und den Austausch.

Welche Höhepunkte erwarten die Wallfahrer noch?

Weber: Am Montag, 29. August, ist der Tag der Kinder. Die Kinder der Kitas des Dekanats Beuel besuchen das Brünnchen. Dort waschen sie sich die Augen. Dann besuchen sie die Wallfahrtskapelle mit der Heiligen Adelheid, die ein Brot in der Hand hält. Am Ende erhalten die Kinder ein süßes Brötchen. Den Besuch der Kinder finde ich immer sehr schön. Auch die Tage für Jugend, Senioren und Männer sind immer etwas Besonderes. Am zweiten Oktavsonntag, 3. September, endet die Wallfahrt mit der Andacht und Lichterprozession.