"Winterdieb" - Berührendes Sozialdrama

Berlin.  Die Schweizer Berge als Metapher für das soziale Oben und Unten in unserer Gesellschaft. Ursula Meiers "Winterdieb" überzeugt als sensibles Porträt einer kälter werdenden Gesellschaft.
Der Berg als soziales Gefälle: 'Winterdieb'. Foto: Arsenal
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Der Berg als soziales Gefälle: 'Winterdieb'. Foto: Arsenal Foto: DPA

Der zwölfjährige Simon gehört zu denjenigen, die unten im trostlosen Tal leben. Trotzdem fährt er regelmäßig mit der Seilbahn ins Skiparadies der Reichen hoch - um sich ein Stückchen vom vermeintlichen Glück zu holen. Er stiehlt teure Skier, Daunenjacken und Brillen, um sie weiterzuverkaufen. So verdient er den Lebensunterhalt für sich und die Frau, bei der er wohnt - er nennt sie seine Schwester. Zu Recht wird Meier mit den belgischen Meistern des Sozialdramas, Jean-Pierre and Luc Dardenne, verglichen. Sie hat ein sehr genaues Gespür für die inneren Konflikte ihrer Figuren. "Winterdieb" ist ein Film, der unter die Haut geht.

(Winterdieb, Schweiz/Frankreich 2012, 97 Min., FSK o.A., von Ursula Meier, mit Léa Seydoux, Kacey Mottet Klein)

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