1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde

Til Schweigers Zeitreise in ein Mittelalter, wie es in keinem Geschichtsbuch steht
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Erst Hasen ohne Ohren, dann nur ein halber Ritter: Til Schweiger peilt nach seinem Triumph mit "Keinohrhasen", den mehr als sechs Millionen Zuschauer in Deutschland gesehen haben, den nächsten Leinwanderfolg an. Mit dem Streifen "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" geht der 44-Jährige diesmal auf Zeitreise in ein Mittelalter, wie es in keinem Geschichtsbuch steht - mit Markenrüstungen, Castings für Minnesänger und Rittern, die sich am Ride-In "McSpieß" mit einem halben Schwein am Spieß stärken.

Auch diesmal setzt Schweiger auf das Komödienfach, ist erneut zugleich Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller und holt wieder prominente Gesichter vor die Kamera. In den Hauptrollen sorgt neben Schweiger als Ritter Lanze Comedian Rick Kavanian als Möchtegernritter und türkischer Kleinganove Erdal für Klamauk und Abenteuer im Mittelalter. Beide machen sich auf den Weg, um die entführte Königstochter Herzelinde (Julia Dietze) zu befreien.

Bilddokumentation BilddokuBilder aus dem Film

Nicht nur bekannte Schauspieler wie Mark Keller, Udo Kier, Tobias Moretti, Anna Maria Mühe, Dennis Moschitto oder Hannelore Elsner konnte der Filmemacher verpflichten, sondern auch Komiker Dieter Hallervorden als Pferdeverkäufer. "Bist du der schwarze Ritter?" wird Roberto Blanco verdächtigt, ängstlich antwortet er: "Ich bin nur der Roberto." Große Überredungskünste bei den Prominenten dürfte es Schweiger nach dem "Keinohrhasen"-Hit nicht gekostet haben. Besonders gefreut habe er sich bei Hallervorden und Gottschalk, berichtet er. "Didi habe ich schon als Kind wahnsinnig gemocht, und er hat lange keinen Film mehr gemacht", erzählt er.

Gottschalk sei sehr skeptisch gewesen und habe nicht wie die anderen sofort zugesagt. "Er hatte ein bisschen Angst, weil er nicht wusste, in welche Richtung der Film gehen soll, und vielleicht auch ein bisschen Angst, weil er bei allem, was er macht, immer sofort eins über die Rübe kriegt", meint Schweiger. "Aber ich persönlich kann mir keinen besseren König vorstellen als den Thomas."

Es gelingt dem "Wetten, dass...?"-Moderator als König Gunther, den TV-Strahlemann bisweilen vergessen zu lassen, auch wenn er dann doch wieder wie vor der Ankündigung der Saalwette wirkt. Frauenschwarm Schweiger hingegen spielt die Rolle des schüchternen und lieben Ritters durchweg überzeugend. In Rüstung und mit blonder mittelalterlicher Haarpracht mimt er den ungeschickten Lanze. Auch Johannes "Jopie" Heesters und die Band New Kids on the Block, die den Soundtrack liefert, haben kurze Auftritte.

Nicht jeder Gag in der mitunter extrem klamaukigen Mittelalter- Parodie zündet, das Staraufgebot dürfte dennoch Publikum ins Kino locken. "Wenn es mir darum ginge, die Filmkritik im Feuilleton zu beeindrucken, dann würde ich mir keinen Mainstream-Film aussuchen, sondern einen Arthouse-Film", sagt Schweiger. Mehr als acht Millionen Euro hat "1 1/2 Ritter" gekostet, angemeldet für den Deutschen Filmpreis ist er bereits, nachdem "Keinohrhasen" bei den letzten Lola-Nominierungen nicht berücksichtigt worden war.

2,5 Millionen Zuschauer bräuchte der Film schon, sagt Til Schweiger, der derweil bereits das nächste Projekt vor Augen hat: "Keinohrhasen 2" soll Weihnachten 2009 Premiere feiern.

(Kino-Kritik aus dem General-Anzeiger)

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