Neu im Kino: "Barry Seal"

Tom Cruise läuft in „Barry Seal" zu Bestform auf

Im Ironiemodus: Tom Cruise als Barry Seal. FOTO: DPA

Im Ironiemodus: Tom Cruise als Barry Seal. FOTO: DPA

Hollywoodstar Tom Cruise läuft in dem Film „Barry Seal – Only In America“ zu überraschender Bestform auf. Das macht Spaß.

Es ist zum Verzweifeln. Alle Hohlräume, Schränke, Koffer im Haus sind vollgestopft mit Dollarbündeln. Sogar unter dem Stroh im Pferdestall lugt das Cash hervor. Barry Seal (Tom Cruise) heißt der Mann, der nicht mehr weiß, wohin mit seinem Geld.

Ende der Siebziger war er noch ein braver TWA-Pilot mit schmucker Uniform und Pensionsansprüchen. Damit ist Schluss, als der CIA-Agent Monty Schafer (Domhnall Gleeson) ihn für antikommunistische Hilfsarbeiten anwirbt. Die Reagan-Regierung zeigt sich besorgt über die revolutionären Bewegungen in Mittel- und Südamerika. Die Agentur spendiert Barry eine schicke Propellermaschine, mit der er im Tiefflug die Guerillaaktivitäten ausspähen soll. Aber auch andere Auftraggeber werden auf den tollkühnen Piloten aufmerksam. In Kolumbien engagiert ein Herr namens Pablo Escobar (Mauricio Mejia) den CIA-Mitarbeiter als Drogenkurier. Bald schon expandiert das Geschäft auf beiden Seiten. Die CIA lässt die Contras in Nicaragua mit illegalen Waffenlieferungen versorgen. Aber auch die von den USA protegierten Konterrevolutionäre sind in den Drogenhandel involviert. Haarsträubend wirken die Abenteuer des gewieften Piloten, die Doug Liman in „Barry Seal – Only In America“ beschreibt, aber die Geschichte beruht zu großen Teilen auf wahren Begebenheiten. Genüsslich spitzt Liman das Geschehen in ironischen Montagen zu und wirft einen spitzbübischen Blick auf die Ära des Kalten Krieges.

Tom Cruise läuft im selbstironischen Modus zu überraschender Bestform auf. Die Rolle des Hallodris, der sich scheinbar immer tiefer in den Schlamassel hineinreitet und dabei immer mehr Geld verdient, ist eine willkommene Abwechslung zu den omnipotenten Helden, die Cruise ein paar Mal zu oft verkörpert hat.