GA-Filmecke 14. - 20. September

mother! und mehr: Unsere Kinotipps aus Bonn

Die Ehefrau (Jennifer Lawrence) des Autors (Javier Bardem) geht durch die Hölle.

Javier Bardem und Jennifer Lawrence spielen die Hauptrollen in mother!.

Bonn. Der vielleicht kontroverseste Film des Jahres, Spaß mit Channing Tatum und ein Klassiker des "Film Noir": Das und mehr gibt es in dieser Woche in den Kinos in Bonn. Wir geben einen Überblick.

1 Kontroverses von Aronofsky

Gleich acht Neustarts sorgen in dieser Woche für eine große Vielfalt in den Bonner Lichtspielhäusern. Am kontroversesten wird bereits "mother!" von Darren Aronofsky ("Black Swan", "Requiem for a dream") diskutiert. Bei der Premiere auf dem Filmfestival in Venedig wurde das Drama teilweise ausgebuht und äußerst gespalten aufgenommen.

Zur Geschichte selbst sei nur soviel verraten: Jennifer Lawrence spielt die Frau eines Dichters (Javier Bardem), die beide zurückgezogen in einem Haus auf dem Land leben. Während er mit einer Schreibblockade kämpft, steckt sie ihr Herzblut in die Renovierung des Anwesens. Eines Abends steht ein Fremder vor der Tür. Der Dichter lädt ihn ein zu bleiben. Doch der Gast bleibt nicht der einzige, der in der Nacht klopft; die Gastfreundlichkeit der Gastgeberin wird schnell und oft überstrapaziert. Aus ihrer Skepsis entwickelt sich schließlich Misstrauen, das Verhalten der Gäste wirkt unhöflich und frech.

Ein unangenehmer Film

Auf den Zuschauer wirkt dies ebenfalls so, weil der Film die ganze Zeit nur seiner Protagonistin folgt. Was geredet wird, wenn sie nicht im Raum ist, bleibt dem Zuschauer verwehrt. Diese feste Perspektive ist ungewöhnlich und sorgt für eine vollständige Identifizierung mit dem Verhalten und den Ansichten der Figur von Jennifer Lawrence, die eine wahnsinnige Performance abliefert.

Die Atmosphäre ist unangenehm, das Unverständnis über die Figuren wächst stetig. Der Film strapaziert die Nerven seiner Hauptfigur und durchaus auch die seiner Zuschauer. Das vorrangige Drama, das Elemente des Thrillers und des Horrors beinhaltet, steigert sich immer mehr. Es endet in einem Finale, das nicht mehr nur als unangenehm, sondern als schwer zu ertragen, verstörend, bösartig, Grenzen überschreitend, schmerzhaft oder auch konsequent empfunden werden kann. "mother!" ist anstrengend und will dies auch sein. Es ist eine besondere Erfahrung. Das Drama ist täglich im Kinopolis zu sehen.

Hier läuft "mother!" in dieser Woche.

Hier läuft "mother!" in dieser Woche in der Originalversion.

2 Eine Auswahl an neuen Komödien

In der "High Society" lebt die verwöhnte Tochter einer superreichen Industriellen-Familie - bis jetzt. Denn als herauskommt, dass sie als Baby vertauscht wurde, landet sie in ihrer wahren Familie. Statt Prunk ist nun Plattenbau mit zwei Geschwistern und einem illegalen Untermieter angesagt. Die Aschenputtel-Tochter wähnt sich hingegen im Schlaraffenland, das Luxus-Mädchen dagegen bekommt auch noch Ärger mit einem Polizisten. Die dem Trailer nach klamaukartige Komödie mit Emilia Schüle in der Hauptrolle läuft im Kinopolis.

Hier läuft "High Society" in dieser Woche.

Leichtere Kost bietet auch der neue Film Steven Soderbergh, Regisseur der "Oceans"-Reihe. In "Logan Lucky" plagen zwei Brüder (Channing Tatum und Adam Driver) Geldsorgen. Um diese zu beenden, planen sie einen Raubüberfall beim Coca-Cola 600, dem bekanntesten Nascar-Rennen der Welt. Hilfe bekommen sie unter anderem von ihrer Schwester und vom legendären Bankräuber Joe Bang (Daniel Craig). Der muss allerdings erst aus dem Gefängnis befreit werden. Die Komödie läuft täglich im Woki und im Kinopolis.

Hier läuft "Logan Lucky" in dieser Woche.

Ebenfalls neu im Godesberger Multiplex startet die Komödie "Wie die Mutter, so die Tochter". Darin lebt eine 47-jährige ehemalige Tänzerin, die derzeit ohne Einkommen und Job ist, bei ihrer 30-jährigen Tochter, die deutlich reifer als ihre Mutter daherkommt, und ihrem Freund unter einem Dach. Die Situation ist durch die gegensätzlichen Lebensentwürfe schon schwierig genug, doch dann werden beide plötzlich schwanger.

Hier läuft "Wie die Mutter, so die Tochter" in dieser Woche.

3 Dramen aus Skandinavien und Fernost

"Das Löwenmädchen" dreht sich um die kleine Eva, die von Geburt an im Jahr 1912 von oben bis unten mit blonden Haaren bedeckt ist. Die Eltern des Kindes halten es von der Außenwelt abgeschottet und versteckt, das Mädchen erschafft sich seine eigene Welt. Als Teenagerin beschließt sie, aus der Gefangenschaft auszubrechen und nach draußen zu gehen. Das Drama ist in der Neuen Filmbühne zu sehen.

Hier läuft "Das Löwenmädchen" in dieser Woche.

"Mr. Long" dreht sich um einen taiwanesischen Auftragskiller, der jedoch bei einem Auftrag in Japan scheitert. Hilfe bekommt der Verwundete von einem kleinen Jungen in einem Vorort von Tokio, der ihn mit Essen und Medizin versorgt. Im Gegenzug kümmert sich der Mann um seinen Retter und dessen Mutter. Als er sich als begnadeter Koch entpuppt, könnte sich sein Leben ändern. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Das Kino in der Brotfabrik zeigt das Drama.

Hier läuft "Mr. Long (OV)" in dieser Woche.

4 Anton Yelchin in einer seiner letzten Rollen

Neu startet auch einer der letzten Filme von Anton Yelchin, der im vergangenen Jahr an den Folgen eines tragischen Unfalls starb. In "Porto" spielt er einen amerikanischen Auswanderer, der in der portugiesischen Hafenstadt Porto eine französische Studentin kennenlernt. Die beiden, die sich fremd in der Stadt fühlen, verlieben sich ineinander. Ihr Glück ist nicht von Dauer, doch ihre Begegnung prägt sie beide. Das Liebesdrama ist im Kino in der Brotfabrik zu sehen.

Hier läuft "Porto (OV)" in dieser Woche.

Als einziger neuer Dokumentarfilm startet in den Bonner Kinos "The End of Meat". Regisseur Marc Pierschel geht darin der Frage nach, wie eine Gesellschaft ohne Fleischverzehr und der damit einhergehenden Ausbeutung von Tieren aussehen könnte. Er reist dazu um die halbe Welt und interviewt Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten und nennt kuriose Beispiele für ein Miteinander von Tier und Mensch. Welche Erfahrungen er bei der Beantwortung seiner Fragen gemacht hat, zeigt das Kino in der Brotfabrik.

Hier läuft "The End of Meat" in dieser Woche.

5 Kino zum Kennenlernen

Ein wohl einmaliges Kino-Erlebnis bietet in dieser Woche wieder das Rex mit der "Single Sneak". Neben der Möglichkeit, einen Überraschungsfilm vor dem offiziellen Starttermin zu sehen, können Besucher mit anderen ins Gespräch kommen und sich so kennenlernen. Filmbeginn ist am Freitag, 15. September, um 22.15 Uhr.

Im Godesberger Multiplex sind auch in dieser Woche zwei Filme aus der Reihe filmreif zu sehen, in der kleine Filme aus dem Bereich des gehobenen Mainstreams gezeigt werden. Mehrere Male sind das Drama "Die Verführten" von Sofia Coppola mit Colin Farrell, Nicole Kidman und Kirsten Dunst, sowie die österreichische Komödie "Die göttliche Ordnung" zu sehen.

Hier läuft "Die Verführten" in dieser Woche.

Hier läuft "Die göttliche Ordnung" in dieser Woche.

6 Zwei Klassiker erneut im Kino

Eigentlich sollte die Wiederaufführung von "Terminator 2" Ende August ein einmaliges Ereignis bleiben. Doch aufgrund des großen Erfolgs hat das Woki den Klassiker des Action-Kinos kurzfristig erneut ins Programm genommen. Am Freitag, 15. September, ist Arnold Schwarzenegger um 21.30 Uhr noch einmal und dann auch, wie das Woki schreibt, letztmals, in seiner Paraderolle zu sehen. Der Film wird im englischen Original und in 3D gezeigt.

Hier läuft "Terminator 2 3D (OV)" in dieser Woche.

Das Kino in der Brotfabrik bringt am Montag 18. September, einen Klassiker des Film noir zurück auf die Leinwand. Um 19 Uhr läuft der Film "Umleitung" von Edgar G. Ulmar aus dem Jahr 1945. Darum geht's: Der Barpianist Al Roberts, der kaum Geld hat, möchte per Anhalter von New York zu seiner Freundin nach Kalifornien fahren. Als dieser jedoch stirbt, nimmt Al Roberts dessen Identität an.

7 Sneak Previews

Neben den Specials, Neustarts und der Single Sneak gibt es auch wieder einige und weitere Möglichkeiten, sich von einem Film überraschen zu lassen. Das Kinopolis zeigt am Donnerstag, 14. September, um 20.30 Uhr einen Film vor dem offiziellen Bundesstart in englischer Originalsprache. Am Montag, 18. September, läuft um 20 Uhr im Stern eine Sneak Preview in Deutsch. Das Woki zieht am selben Abend um 20.30 Uhr mit einer Sneak in Original mit Untertiteln nach. Im Kinopolis läuft am Dienstag, 19. September, um 20.30 Uhr ein Überraschungsfilm in Deutsch, bevor das Woki traditionell die Kinowoche mit der Mittwochs-Sneak um 20.30 und um 22.30 Uhr beendet.

 

Am Ende bleibt noch eins: Ab ins Kino und viel Vergnügen.