Freche Mädchen

Liebe kann auch wehtun - Flotte Komödie, in der nicht nur mit Jungs, sondern auch mit Kitsch und Klischees geflirtet wird

Mit weltweit sieben Millionen Exemplaren gehören die "Freche Mädchen"-Bücher zu den erfolgreichsten deutschen Mädchenbuch-Reihen überhaupt. Kein Wunder, dass nun auch das Kino das Potenzial der Reihe entdeckt hat.

Aus der Riege der unterschiedlichsten Autorinnen greift die Regisseurin Ute Wieland ("FC Venus") auf Versatzstücke der Romane von Bianka Minte-König zurück. Hier dreht sich alles um die liebe Not mit der Liebe. Mila, Hanna und Kati sind schon immer beste Freundinnen gewesen, doch nun kommt das Trio mit 14 in ein gefährliches Alter.

Plötzlich gefährden die Hormone die Harmonie, denn für Hanna und Kati ist es nun angesagter, mit Jungs zu flirten, statt die Freundschaft zu pflegen. Ehe sie sich versieht, steht Mila solo da, denn Hanna läuft ihrem Freund Branko auch bei der Leichtathletik hinterher, und Kati kann ohnehin kaum ein hübsches Jungengesicht an sich vorbeigehen lassen, ohne sich unsterblich zu verlieben.

Dabei bräuchte Mila gerade jetzt den geballten Beistand der beiden Freundinnen, denn ihre Mutter hat sich ausgerechnet in den jungen Lehrer verliebt, den auch Mila mit selbst geschriebenen Gedichten anschmachtet.

Aber auch die beiden Freundinnen merken schnell, dass die Liebe verdammt wehtun kann. So hat Hannas sportbegeisterter Freund keinerlei Verständnis für ihren Traum, über eine Casting-Show eine Gesangskarriere zu starten. Kati hingegen weiß ohnehin nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, nachdem sie den verfressenen Tobi gegen eine fragile Fernbeziehung ausgetauscht hat, um sich wenig später ebenso entschlossen wie unglücklich in den neuen Schulschwarm Brian zu verlieben.

Ute Wieland erzählt die typischen Teenagerthemen in Form einer flotten Komödie, bei der nicht nur mit Jungs, sondern auch heftig mit Klischees und Kitsch geflirtet wird. Dass alles aber mit so viel Selbstironie und ausgelassenem Humor, dass man auch die etwas abgehackte Episodenform verzeiht. Die erwachsenen Zuschauer, allen voran Pädagogen müssen sich darauf gefasst machen, dass ihre Pendants im Film als Knallchargen und Karikaturen kräftig durch den Kakao gezogen werden.

(Film-Kritik aus dem General-Anzeiger)