Restaurantkritik Bonn

Comeback der Bonner Stuben

Zehn Jahre lang lagen sie eingemottet in einem Keller. Dann holte man sie heraus, sie wurden neu vergoldet und wieder an ihrer alten Stelle montiert: die großen Lettern, die am Eckhaus Wilhelmstraße/Oxfordstraße den Schriftzug "Bonner Stuben" bilden.

Nach einem neunjährigen Intermezzo des Ristorante Rossi ist das Traditionshaus Bonner Stuben, gleich gegenüber dem Bonner Landgericht, wieder da. Gastgeber ist der gebürtige Bonner Rainer Assenmacher, der zuvor neun Jahre im Kölner Brauhaus Früh arbeitete und davor die Kneipe Schwarzes Schaf an der Bonner Ellerstraße führte. "Ich möchte ein Fleckchen Köln in Bonn schaffen", sagt Assenmacher. "Eine bürgerliche Gastwirtschaft mit Kölscher und rheinischer Küche. Wo man etwas zu essen bestellen kann, aber nicht muss. Uns geht es um uriges Gasthaus-Flair."

Dafür wurde ein rustikales Ambiente gewählt mit polierten, hölzernen Brauhaustischen und Stichen mit alten Motiven aus Bonn, Beuel und Bad Godesberg. Und die angeblich ursprüngliche Bröckemännche-Figur hängt auch noch immer an der Wand.

50 Plätze hat der Gastraum, der Bereich im Obergeschoss für Gesellschaften verfügt über 40 Plätze. Auf der Speisekarte finden sich Kleinigkeiten ab zwei Euro (z. B. frisches Bauernbrot mit Frikadelle oder Griebenschmalz), Strammer Max für 6,90 Euro oder der Brau-Teller (Frikadelle, warme Fleischwurst, Sülze, Fleischkäse, Brot und verschiedene Saucen) und der Kölsche Teller (Blut- und Leberwurst, Speck, Käse, Kartoffelsalat) für jeweils 9,90 Euro. Zum gleichen Preis gibt es auch den Eisbein- und den Haxen-Teller. Die wechselnde Wochenkarte bietet saisonale Gerichte.

Gezapft wird übrigens nur Früh Kölsch, und zwar "ausschließlich im kleinen Glas und direkt vom Pittermännche", worauf Assenmacher großen Wert legt. Das 0,2-Liter-Stängchen kostet 1,40 Euro. Daneben duldet der Chef des Hauses nur noch Schneider Weizenbiere aus der Flasche (0,5l) für je 3,50 Euro. hgh