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Lokaltermin bei Haribo, wo Zuckerlust auf Sportsgeist trifft
Von Tina Stommel
BONN. Es ist doch so: Haribo macht Kinder froh, Erwachsene ebenso - und besitzt im übrigen wie alle Süßwaren die klassische Hüftgold-Komponente Zucker. Jetzt stelle man sich mal vor, statt einer Tüte marschieren jeden Tag 100 Millionen Goldbären via Fließband an einem vorbei.
Und das Schlimmste: Man darf immer mal zugreifen, jedenfalls, wenn man Haribo-Mitarbeiter ist. Axel Scholz, Personalleiter bei Haribo in Bonn, winkt da nur lächelnd ab: "Klar essen wir auch alle gerne die Produkte. Aber letztlich geht es wie immer darum, in Maßen zu genießen und für genügend Ausgleich zu sorgen."
Der Ausgleich ist Sport. In der Goldbären-Heimstatt wird Fitness großgeschrieben. Schon immer: "Firmengründer Dr. Hans Riegel hat Badminton mit in Deutschland eingeführt und hier in Bonn dann auch die Badmintonhalle bauen lassen", erzählt Scholz.
"Für unsere Mitarbeiter steht sie kostenlos zur Verfügung." Die Lust an neuen Sportarten ist bei Haribo auch heute wach: "Wir probieren immer neue Trends. Als zum Beispiel der Cross-Shaper aufkam, haben wir direkt im Betrieb einen Aufruf gestartet und eine Cross-Shaper-Gruppe gegründet."
Fitness ist zuvorderst eine interne Angelegenheit: "Wir gehen so vor, dass wir für eine Sportart einen 'Paten' suchen, also einen Mitarbeiter, der den Sport bereits betreibt, und er betreut dann die neue Gruppe."
Verpflichtet wird niemand zum Sport: "Unsere Angebote laufen alle auf freiwilliger Basis. Aber wir bieten regelmäßig Gesundheits- und Fitness-Checks an, achten auf ausgewogene Menüs in unserer Kantine und haben das Thema Gesundheit seit 2011 auch zum besonderen Thema für unsere Führungskräfte gemacht. Schließlich sind wir ja eine Fabrik, in der körperlich gearbeitet wird. Da ist Vorsorge wichtig."
"Gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung" heißt der Tagesordnungspunkt auf den Führungskräfte-Seminaren. Man könnte auch sagen: von der Psyche zur Physis. "Wer ausgewogen führt, lobt und motiviert, der tut etwas für die Gesundheit seiner Mitarbeiter", sagt Scholz.
Wer gern arbeitet, arbeitet gut und darf sich belohnen - mit Goldbären zum Beispiel. Scholz greift eher zu Lakritze. Und hat ein reines Gewissen: "Ich bewege mich viel", sagt der Badminton-Spieler und Jogger, "da darf ich auch naschen."
Artikel vom 22.03.2012






