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Lesen und Schreiben lernen sie nebenbei
Von Doris Pfaff
Schon als Baby sahen sie ihre Eltern am PC surfen. Für Grundschulkinder ist der Computer und das Internet Alltag - auch im Unterricht. Den Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln, gehört in den Grundschulen zum Lehrauftrag.
Lehrerin Anne Kathrin Göhmann zeigt Schülern der Adelheidisschule den Umgang mit dem Internet. Foto: Max Malsch
Bonn. Schon als Baby sahen sie ihre Eltern am PC surfen. Für Grundschulkinder ist der Computer und das Internet Alltag - auch im Unterricht. Den Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln, gehört in den Grundschulen zum Lehrauftrag.
"Wir leben nun mal in einer medialen Welt, deshalb müssen die Kinder schon früh lernen, damit umzugehen", sagt Heidi Hauser Nagel, Rektorin der Burgschule in Bonn. Nach Recherchen des General-Anzeigers verfügen heute nahezu alle Grundschulklassen über durchschnittlich zwei Computer, mindestens einer davon mit Internetanschluss.
Die Stadt Bonn plant, alle mehr als acht Jahre alten Rechner aus Mitteln des Konjunkturpakets II auszutauschen. Je nach Medienkonzept der Schule stehen die Rechner in den Klassen, in einem Medienraum oder sie sind als Laptops mobil einsetzbar. Für die Anschaffung der Hardware ist der Schulträger, also die jeweilige Kommune zuständig, ebenso für die Wartung, nicht aber für die Medienschulung der Lehrer.
Die Stadt Bonn hat ein IT-Unternehmen beauftragt, das die Schulen bei Problemen an der Hardware anrufen, andere schicken eigene Computerfachleute, so beispielsweise die Städte Rheinbach, Meckenheim, Siegburg und Hennef.
Einige Schulen verfügen darüber hinaus über weitere Rechner, die entweder von Fördervereinen, von Sponsoren-Unternehmen oder Ministerien gespendet wurden. Deren Wartung müssen dann oftmals Eltern übernehmen, was nicht immer reibungslos klappt. Deshalb verzichten einige Schulen inzwischen auf gespendete PC.
Die Rektoren sind sich einig: Ohne Computer geht es nicht mehr. Die Mädchen und Jungen lernen in der Regel ab der ersten Klasse, ihn zu bedienen. Mit speziellen Lernprogrammen (Lernwerkstatt, Blitzrechnen) arbeiten sie alleine oder zu zweit, üben Rechnen, Schreiben und Lesen.
Spätestens ab Klasse Drei ist das Internet Grundlage für Rechercheaufgaben, etwa für Referate im Sachunterricht. "Viele Kinder in dem Alter haben schon Erfahrungen zu Hause gemacht, surfen ohne Hemmung im Internet und gehen oft unkritisch damit um. Sie versuchen wir auf die Gefahren hinzuweisen", sagt Carina Grommes, Rektorin der Katholischen Grundschule Meckenheim.
Die Schulen schützen ihre Internet-Leitungen mit Kinderfiltern und nutzen Kinder-Suchmaschinen und Kinderlernseiten. Die Schüler erhalten ihr eigenes Passwort und können so zu Hause und in der Schule üben. Für richtige Antworten gibt es Punkte, was die Motivation steigert. "Auf diese Art und Weise bekomme ich sogar Schüler ans Lesen, die sonst überhaupt nicht motiviert sind", sagt Beate Faaß-Bruns, Rektorin der Adelheidisschule in Bonn.
Sorgen, dass die Schüler von Leistungsdruck überfordert sein könnten, zeigte keiner der Befragten. Lernprogramme stärkten vielmehr schwächere Schüler und förderten Stärkere. Noch ein Konsens unter den Rektoren: Für eine optimale Förderung müssten sie noch weitere Rechner haben, am besten in separaten Medienräumen. Denn die Plätze am PC sind immer heiß begehrt und reichen nie aus.
Artikel vom 27.04.2010
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