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Mit dem Handy auf Schatzsuche
Von Jörg Tiemann aus Siegburg ist Geschäftsführer eines IT-Systemhauses in Bonn-Lengsdorf.
Geo-Caching ist auch für die Familie ein spannendes Abenteuer
Siegburg. Wenn man vermutet, es sei nur etwas für Technik-Besessene oder große Jungs, die sich ansonsten langweilen, liegt man falsch. Ich spreche vom Geo-Caching, dem Suchen nach einem Schatz (oder engl.: Cache), den ein Fremder (der Eigentümer oder engl.: owner) im Wald oder an anderen Plätzen versteckt hat.
Das Spezielle an dieser "Schatzsuche" ist die Art und Weise, wie man an die Information des Standortes gelangt. Über die Peilung mindestens dreier Satelliten im Orbit kann eine Position auf der Erde genau bestimmt werden. Die Werte der gemessenen Längen- und Breitengrade können demnach die Lage eines Schatzes genau bestimmen.
Seitdem die USA im Mai 2000 die bis dahin gewollte Ungenauigkeit der GPS-(Satelliten)-Angaben von rund 100 auf weniger als zehn Meter korrigiert haben, ist das eine Präzision, mit der man gut arbeiten kann. Navigationsgeräte für Autos haben erst ab diesem Zeitpunkt korrekt funktionieren können.
Ein paar nüchterne Fakten sind notwendig, um zu erkennen, zu was für einer gigantischen Bewegung sich das Geo-Caching entwickelt hat: Es gibt weltweit etwa 1,3 Millionen aktive Schätze, davon 178 000 in Deutschland. Die Schätze sind im Internet unter www.geocaching.com katalogisiert. Die Lage der Schätze ist in Schwierigkeitsgrade unterteilt.
Die Schätze sind oft kleine bis mittelgroße, wasserdichte Plastikdosen, in denen ein Büchlein und ein Stift zum Eintragen der Finder sowie mögliche Abzeichen oder ähnliches liegen. Nahrungsmittel und jugendgefährdende Inhalte sind in der Szene verpönt.
Es gibt Schätze, die man nur im Dunkeln mit UV-Lichtlampen finden kann oder es gibt Fundorte, die unter Wasser liegen. Es gibt auch Caches, die sich "bewegen" ("Moving-Caches"), die also herumgefahren oder getragen werden und es gibt Caches, die nur an einem einzigen Tag im Jahr gefunden werden können. Ein Beispiel dafür ist das diesjährige Sommer-Mega-Event in Köln, zu dem mehr als 1 000 Sucher erwartet werden.
Die Technik, die dahinter steckt: GPS-Satelliten senden Signale in Verbindung mit Atomuhr-Zeitangaben. Aufgrund der Zeitangaben kann ein Empfangsgerät die Zeit errechnen, die das Signal bis zur Erde benötigt hat. Aus dieser Angabe lässt sich die Entfernung Satellit-Erdpunkt genau berechnen.
Als Empfangsgerät empfehle ich entweder ein iPhone mit der Software Geocaching von Grondspeak, alternativ Geosphere oder ein professionelles Gerät für Geo-Cacher wie etwa das Garmin GPS eTrex H, für etwa 80 Euro. Vorteil des iPhones: Es ist mittlerweile weit verbreitet. Der Nachteil: Es ist anders als GPS-Geräte nicht für den Outdoor-Einsatz konzipiert und empfindlich gegen Stöße, Wasser und Dreck.
Bei dem entsprechenden GPS-Gerät werden die Längen- und Breitengrade nun eingetragen und über einen Richtungspfeil mit Entfernungsangabe kann man sich auf die Suche begeben.
Ich kann alle Familien mit Kindern nur dazu aufrufen: Geht in die Natur, geht auf Schatzsuche, Eure Kinder werden es lieben.
Artikel vom 14.05.2011
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