Jetzt fehlt nur noch die Mensa

Vor nunmehr drei Jahren machte sich der Stadtrat Sinzig für die Einrichtung einer Ganztagsschule an der Regenbogen- sowie Barbarossaschule stark.
Familie Grah-Kaminski lässt sich das Areal zeigen, auf dem die Mensa gebaut werden sollte.
							Foto: Martin Gausmann
Familie Grah-Kaminski lässt sich das Areal zeigen, auf dem die Mensa gebaut werden sollte. Foto: Martin Gausmann

Sinzig. Vor nunmehr drei Jahren machte sich der Stadtrat Sinzig für die Einrichtung einer Ganztagsschule an der Regenbogen- sowie Barbarossaschule stark. Sowohl die Grundschule als auch die Realschule Plus mit insgesamt 800 Schülern sind seit zwei Jahren Ganztagsschule. In der Regenbogenschule wurden dafür die Schulküche und ein weiterer Unterrichtsraum im Kellerbereich zu einer provisorischen Mensa umfunktioniert.

An jedem Wochentag hieven die Mitarbeiter des Catering-Unternehmens die schweren Warmhaltebehälter mit dem darin befindlichen Essen mehrere Treppen hinunter. Ein Aufzug existiert nicht.

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Das Essen wird warm angeliefert, denn für eine frische Zubereitung fehlt unter den beengten Bedingungen der Platz. Kurzum: Die Infrastruktur ist unzureichend. Ähnliche schlechte Voraussetzungen findet der Caterer an der Barbarossaschule vor. Hier wird das Essen in einem Mehrzweckraum ausgegeben und verzehrt.

Anstatt wie in Aussicht gestellt, die Mensa im vergangenen Winter einzuweihen, wurde der zunächst zugesagte Bau vom Stadtrat zur großen Überraschung der Schüler, Eltern und Lehrer abgelehnt. Im Haushaltsplan 2011 sind Rückstellungen lediglich in einer Höhe eingeplant, die höchstens zur Abdeckung der Planungskosten ausreichen würden. Stattdessen wurde vom Stadtrat eine so genannte Ausführungsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse mittlerweile vorliegen müssten.

Die Politik scheint sich auf andere Projekte zu konzentrieren. Dabei geht es um die Kinder und Jugendlichen, die stressfrei gesundes und warmes Essen zu sich nehmen sollten. Für die Aufnahme eines Ganztagsschulbetriebes stellte bereits die Schulaufsichtbehörde ADD im April 2008 fest, dass an der Regenbogenschule zwei Unterrichtsräume fehlen.

Aber ein Anbau von zwei neuen Räumen gestaltet sich aufgrund der ohnehin beengten Verhältnisse an der Grundschule als schwierig. So vereinbarten Schulleitungen und Schulträger seinerzeit, ein neues Mensa-Gebäude zu errichten.

Denn durch die Mehrfachnutzung des derzeitigen Mensaraumes wird das eigentlich gewünschte AG-Angebot des Ganztagsschulbetriebs durch fehlende Räumlichkeiten erheblich eingeschränkt. In der Regenbogen- und auch in der Barbarossaschule müssen die Kinder in mehreren Schichten essen, weil die Anmeldungen in beiden Ganztagsschulen entsprechend hoch sind.

Erhebungen zeigen, dass die Schülerzahlen der Regenbogenschule konstant bleiben werden. Großen Wert wird seitens der Bildungspolitik auf eine Verkleinerung der Klassenverbände gelegt, damit individuell auf die Stärken und Schwächen der Schüler eingegangen werden kann. Heißt: Selbst bei sinkenden Schülerzahlen bliebe der Raumbedarf ungebrochen.

Bei einer vorauszusehenden Umsetzung dieses Wahlversprechens der Landesregierung wird die Regenbogenschule in allen Klassenstufen also ohnehin vierzügig bleiben. Die Fördergelder zum Bau von Mensen von bis zu 70 Prozent wurden nochmals vom Bundesbildungsministerium bestätigt. Ein Antrag der Stadt liegt im für die Umsetzung zuständigen Landesministerium in Mainz aber noch nicht vor.

Die Kosten für den Mensa-Bau sollen sich angeblich auf etwa zwei Millionen Euro belaufen, wobei eine detaillierte Kostenaufstellung in der Öffentlichkeit noch nicht beraten wurde. Nach Inanspruchnahme der Landesförderung verbliebe ein städtischer Investitionsanteil von rund 600 000 Euro. Lohnend wäre die Investition alle Male. Immerhin könnten auch die Janusz-Korczak-Förderschule oder auch die anliegenden Kindergärten die Mensa mit nutzen. Losgelöst vom Mensa-Bedarf: Die derzeit blockierten Räume werden dringend benötigt, um den Anforderungen des normalen Schulbetriebes Rechnung zu tragen.

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