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Groß hilft Klein
Von Cedric Kaminski
In der 1b der Sinziger Regenbogenschule kommt keine Langeweile auf. Zu umfangreich ist das Programm, an dem die Erstklässler während ihres Schulalltags teilhaben.
Sinzig. In der 1b der Sinziger Regenbogenschule kommt keine Langeweile auf. Zu umfangreich ist das Programm, an dem die Erstklässler während ihres Schulalltags teilhaben.
Und das soll auch so sein. Immerhin werden die i-Dötzchen nicht nur in den Grundfächern Rechnen, Schreiben und Lesen fit gemacht. So ganz nebenbei sollen sie auch kulturelle Highlights kennenlernen, Sozialkompetenz erfahren, sich gesund ernähren und sportlich aktiv sein.
Laternebasteln und Adventsfeiern sowie Sportfeste und Karnevalsfeiern mit und ohne Eltern stehen sicherlich an allen Grundschulen hoch im Kurs. Bei dem Besuch eines Wochenmarktes in Sinzig, wo die Kinder einen Bezug zu frischen Waren bekommen sollen, oder einem Kennenlernnachmittag mit den Eltern auf dem Mühlenberg, sieht das schon etwas anders aus.
Auf einer Waldrallye lernten die Kinder mit verschiedenen Aktionen rund ums Suchen, Raten, Fühlen und Balancieren den Lebensraum Wald, ihre Klassenkameraden und deren Eltern kennen. Die standen nämlich an einzelnen Stationen, um Hilfestellung zu leisten. Schnell kommt man da miteinander ins Gespräch. "Mir sind Kommunikation und Sozialverständnis sehr wichtig", sagt Klassenlehrerin Susanne Güthler. Vor allem legt sie Wert auf einen guten Klassenverband.
So steht auch an Freitagen oder Samstagen die ein oder andere Exkursion mit Kindern und Eltern auf dem Plan. Nur ein guter Klassenverband schaffe eine gute Atmosphäre, um gut zuhören und lernen zu können, so ihre Überzeugung. Kürzlich diente dazu auch ein Besuch des Schwanenteichs mit Streicheleinheiten für die Tiere. Die Kids und die Erwachsenen waren begeistert und schlossen noch ein Picknick auf dem Robinson-Spielplatz an.
Ebenfalls wirkungsvoll ist die Aktion "Lesemütter und Leseväter". Allerdings wird hier nicht von den Eltern vorgelesen - nein, die Erstklässler machen Leseübungen in Mini-Gruppen von vier bis fünf Kindern mit einem ehrenamtlichen Elternteil. Auf diese Weise lesen sie etappenweise in einem spannenden Buch, helfen sich gegenseitig und bekommen am Schuljahresende dafür einen Lesepass ausgehändigt. Güthler ist unermüdlich, wenn es um ihre Klasse geht.
Sie hat vor kurzem an der Universität Koblenz ihr Examen abgelegt und mit der 1b ihre erste eigene Klasse erhalten. Gern erinnert sie sich an ihre Referendariatszeit, in der sie von dem Patenschaft-Projekt begeistert wurde: "Dabei übernehmen Viertklässler einen Erstklässler als Pate." Die Kleinen bekommen über diese Patenschaft mehr Selbstvertrauen im neuartigen Schulbetrieb.
Kurz vor dem letzten Weihnachtsfest stand noch eine besondere und zwar erste Klassenfahrt an: Die Kinder fuhren nach Bonn ins Junge Theater, um das im Unterricht besprochene Stück des Räuber Hotzenplotz live zu erleben. Die Zugfahrt war dabei ein nicht minder spannendes Ereignis mit Glück im Unglück.
Unglück, weil eine Reservierung für drei Schulklassen seitens der Bahn nicht möglich war. So stiegen die 70 Schüler mit Eltern und Lehrer in einen überfüllten morgendlichen Zug ein. Glück, weil sich viele Kinder wie selbstverständlich in die erste Klasse setzten, denn schließlich sind sie ja auch in der ersten Klasse, so ihre weitläufige Meinung.
Was bis zu den großen Ferien noch so ansteht? Ein Konzert der Regenbogenschule und der Grundschule Leimersdorf sowie ein Besuch der Bundesgartenschau in Koblenz. Viele der genannten Projekte gelten also auch für die anderen Schulklassen der Grundschule. Im nächsten Schuljahr sieht Güthler eine besondere Herausforderung auf sich zukommen: "Ich will mit meiner Klasse Flöte spielen." Die Blockflöten und Notenbücher für die Klasse werden gerade angeschafft.
Artikel vom 14.05.2011
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