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Das Originelle sucht sie vergebens
Von Nadine Quadt
Susanna Tiemann vermisst Modeläden jenseits des Mainstream und entwirft einfach selbst, was ihr gefällt.
Siegburg. Schnell anzuziehen, komfortabel und schick muss sie sein, die Mode, in der Susanna Tiemann sich wohlfühlt. Ein bescheidener Wunsch, den sich die Siegburgerin indes an den Kleiderstangen gängiger Modegeschäfte selten erfüllen kann.
"Während meiner Schwangerschaften war es besonders schwierig, tolle Sachen zu finden", erinnert sie sich. Aus der Not hat die Mutter zweier Töchter kurzerhand eine Tugend gemacht. Sie entwirft ihre eigene Mode, seit Anfang des Jahres unter ihrem türkischen Namen Nazan Buran.
Wenn Tochter Jil in der Schule ist und Zuri im Kindergarten, zieht Susanna Tiemann sich in ihr kleines Atelier mit Blick auf den Michaelsberg zurück. Bestickt Tuniken, kreiert Ketten aus Halbedelsteinen, ausgefallenen Münzen, Figuren und Symbolen, lässt ihrer von den türkischen Wurzeln inspirierten Kreativität freien Lauf. "Ich habe mich schon immer für Mode interessiert", sagt die 40-Jährige.
Als Vierjährige träumte sie von den Röhrenjeans ihrer großen Schwestern, erzählt sie, und litt darunter, deren abgetragenen Sachen tragen zu müssen. "Damals schwor ich mir, wenn ich einmal groß bin, hat das ein Ende." Was die Modeketten in ihren Auslagen haben, ist Susanna Tiemann meist zu langweilig.
Daher hat sie schon früh angefangen, ihre Kleider mit Perlen, Steinchen und anderen Accessoires zu verschönern. Ihre türkischen Wurzeln, aber auch Reisen nach Ibiza und London haben sie inspiriert: "Die Leute sind dort viel ausgefallener gekleidet als hier. Das fand ich sehr schön." Daher macht Susanna Tiemann ihre eigene Mode.
30 Stunden braucht sie etwa für die Tunika, die sie gerade in ihrer Wohnung im Siegburger Zentrum per Hand mit afghanischen Jadesteinen verziert. Stoffe, Swarovski-Steine, Perlen, echten Halbedelsteine kauft sie in Istanbul, im Internet und in Siegburg. "Stoffgeschäfte sind für mich wie für andere Bonbonläden", gesteht Susanna Tiemann. Sie müsse die Stoffe fühlen.
Was die Modewelt der Kreisstadt betrifft, bedauert die 40-Jährige, dass es immer weniger originelle Läden gibt. "Es ist schade, dass sich nur wenige gegen den Mainstream durchsetzen können."
Daher freut sie sich besonders, dass es erste Anfragen von Ladenbesitzern gibt, die ihre Kollektion ins Sortiment aufnehmen wollen. Und es gibt auch schon diese ganz besonderen Momente. Immer dann, wenn Susanna Tiemann jemanden sieht, der ein echtes Nazan Buran-Teil, trägt.
Artikel vom 14.05.2011
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