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Einmal Politiker spielen
Von Berit Lehnen, Julia Schlaak, Emilie Spilker und Amelie Reinecke
BONN. Bonner Schüler besuchen den Düsseldorfer Landtag und führen eine Probeabstimmung über kürzere Ferien durch. Artikel von vier Schülern der Matthias-Claudius-Schule, Klasse 4a.
Das Foto zeigt die echten Abgeordneten, die zu einer Abstimmung ihre Hand heben. Dort durften die Bonner Schüler sitzen. Foto: dpa
Ende März sind wir mit dem Reisebus zum Landtag nach Düsseldorf gefahren. Der Landtag hatte sich kurz vorher aufgelöst, weil die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ihren Haushalt nicht durchsetzen konnte.
Die Busfahrt hat etwa zwei Stunden gedauert. Nun sind wir in das Landtagsgebäude gegangen. Dort gab es einen Sicherheitscheck, wie auf dem Flughafen. Nachdem alle durchsucht worden waren, stellte sich unserer Führerin Elke Neuber vor. Sie informierte uns über die Regeln: Im Plenarsaal dürfen keine Knöpfe gedrückt werden. Und wir mussten versprechen, die Mikrofone nicht anzufassen.
Schließlich gingen wir in die Cafeteria, wo wir frühstückten. Frau Neuber erzählte uns, dass alle Abgeordneten und sogar Hannelore Kraft in der Cafeteria anstehen müssen. Wir mussten das nicht, weil wir besondere Gäste waren! Danach erklärte uns ein Kollege den Plenarsaal und die besondere Abstimmungsart, die sich Hammelsprung nennt.
Es gibt zum Plenarsaal drei Türen, über der einen steht "Ja", über der anderen "Enthaltung" und auf der dritten "Nein". Die Abgeordneten müssen bei einer Abstimmung alle durch eine dieser Türen gehen. Und dann wird gezählt. Diese Abstimmung macht man, wenn ein Ergebnis mit Handzeichen im Plenarsaal zu unübersichtlich ist. Dann, als wir in den Plenarsaal konnten, durfte sich jeder einen Platz suchen.
Die Parteien im NRW-Landtag heißen: SPD, CDU, FDP, die Grünen, die Linke. Herr Schneider hat dann mit uns eine Debatte im Landtag gespielt. Alle bekamen ein Blatt, auf dem der Vorschlag des Abgeordneten "Schmitz" stand, dass es nur noch sechs Wochen Ferien im Jahr geben soll. Nachdem der Abgeordnete "Schmitz" seinen Vorschlag vorgetragen hatte, diskutierten wir.
Der Parteichef bestimmte, wer ans Rednerpult durfte. Die stärkste Partei durfte zuerst auf den Vorschlag antworten, dann die Zweitstärkste und so weiter. Wer vorne ans Rednerpult durfte, musste sich beim Präsidenten bedanken. Das ging ganz einfach, man verbeugte sich und sagte "Danke, dass ich reden darf."
Nachdem viele "Abgeordnete" ihre Meinung gesagt hatten, wurde abgestimmt. Die Mehrheit war nicht dafür. Der Antrag von Herrn "Schmitz" war damit abgelehnt und die Debatte zu Ende. Wir gingen zum Bus und sind zurück zur Schule gefahren.
Matthias-Claudius-Schule, Klasse 4a
Artikel vom 30.05.2012
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