GA-Weihnachtslicht

Zum Leben zu wenig...

Bonn.  Die Zeiten, da sie als Fährbegleiterin zwischen den Niederlanden und Großbritannien fast permanent auf dem Ärmelkanal unterwegs war, sind lange vorbei. Heute wagt Frieda T. gar nicht mehr daran zu denken, weil sie dann nostalgisch wird.
Der Gang zur Suppenküche ist für viele bedürftige Senioren in die einzige Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zu bekommen. Foto: dpa

Die 74-Jährige ist nach einer schweren Hüftverletzung, die schon mehrere Jahre zurück liegt, ans Krankenbett gefesselt, kann sich nur mühsam auf Krücken durch ihre Wohnung in Alfter bewegen, Rausgehen ist nicht mehr möglich. Ihr Lebensgefährte Werner F. schläft auf der durchgelegenen Couch und kümmert sich liebevoll um sie, obwohl er seine eigenen Gesundheitsprobleme hat.

Von ihrer Rente, insgesamt weniger als 700 Euro, können sie sich neben all den Medikamenten nur das Nötigste kaufen. Viel haben sie nicht, aber das Wichtigste schon: einander. Ihr gemeinsamer Taum: noch einmal eine Schifffahrt machen, keine große nach England, aber eine Fahrt auf dem Rhein wäre schön, auch wenn Frieda T. dabei wieder wehmütig würde.

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Die Enkelin ist ihr Sonnenschein. "Zwei mal in der Woche übernachtet sie bei mir. Dann machen wir uns es so richtig schön." Glücklich lächelnd kommt Viktoria M. ins Erzählen über die fröhlichen Stunden mit dem kleinen Mädchen. "Die anderen Enkelkinder leben ja so weit entfernt. Von denen habe ich gar nichts", sagt die Seniorin. Nach schweren, arbeitsreichen Jahren in Russland und Moldawien lebt sie seit 1998 in Bonn. Zu ihrem größten Kummer starb ihr Mann vor sieben Jahren. Die Zweizimmerwohnung will die 74 jährige trotz der recht hohen Miete nicht verlassen. "Hier bin ich zu Hause, hier fühle ich mich wohl", sagt sie.

Aber für Sonderausgaben bleibt von den 600 Euro Rente und dem Sozialhilfebeitrag nicht viel übrig. Manchmal reicht es nicht einmal für eine warme Mahlzeit.

"Alles ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Vor allem der Fernseher tut es nicht mehr richtig und die Polstermöbel sind verschlissen und kaputt", sagt Viktoria M. Sie sei aber beruhigt, dass es den Familien von Tochter und Sohn in der Ukraine gut geht. "Wir verstehen uns alle gut und halten auch über die weite Entfernung fest zusammen", berichtet sie strahlend. Jeder Cent wird für eine Reise dorthin zurückgelegt.

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