Interview mit Thomas Krüger

"Das GA-Weihnachtslicht ist vorbildlich"

Seit 60 Jahren unterstützt die Aktion Weihnachtslicht bedürftige Senioren in Bonn und der Region. Damit ist sie eine der ältesten Hilfsaktionen einer regionalen Tageszeitung in Deutschland. Ebenfalls vor 60 Jahren nahm die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihre Tätigkeit in Bonn auf.
Freut sich über das Engagement der Bürger: Thomas Krüger, Präsident der Bonner Bundeszentrale für politische Bildung.
								Foto: Roland Kohls
Freut sich über das Engagement der Bürger: Thomas Krüger, Präsident der Bonner Bundeszentrale für politische Bildung. Foto: Roland Kohls

Altersarmut - wird das Thema immer wichtiger?
Thomas Krüger:
In der Tat, Armut im Alter wird zunehmend ein Problem. Die demografische Entwicklung stellt die Sozialversicherung auf eine harte Probe. Der Staat muss sie annehmen und eine gerechte Lösung finden. Menschen, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben, müssen für diese Leistung auch entsprechend gewürdigt werden. Es kann nicht sein, dass sie am Ende ihres Lebens in der Armut landen.

Welche Rolle spielt die Bürgergesellschaft?
Krüger: Die deutsche Gesellschaft ist eine Solidargemeinschaft. Gerade in der Weihnachtszeit wächst die Spendenbereitschaft. Allerdings wollen die Menschen auch wissen, wohin ihre Spenden fließen - und zwar direkt zu den Bedürftigen. Bei all den Spendenaktionen geht es jedoch selten um die Älteren in unserer Gesellschaft. Ihre Rolle in der Leistungsgesellschaft wird oft übersehen. Dabei haben sie ihr Leben lang Wichtiges für die Gesellschaft geleistet.

Fehlt den bedürftigen Alten die Lobby - und was kann die Bundeszentrale für politische Bildung tun?
Krüger: Die Bundeszentrale für politische Bildung beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Armut. Wir informieren und machen aktiv auf das Thema aufmerksam. Gerade haben wir das Thema in unserem Magazin "fluter" beleuchtet. Überhaupt spielen Senioren in der politischen Bildung eine große Rolle. Wir haben eine Palette an Themen, die für ältere Menschen sehr interessant sind. Im nächsten Jahr wird es auch einen Bundeskongress Demografie geben. Unter dem Motto "Aktiv altern" werden Modelle für eine Verankerung der Senioren in der demokratischen Gesellschaft präsentiert. Sie sind mit ihrer Lebenserfahrung wertvolle und einbeziehbare Aktivposten und Multiplikatoren in der Gesellschaft und der politischen Bildung.

60 Jahre bpb und 60 Jahre Weihnachtslicht - sehen Sie Gemeinsamkeiten?
Krüger: Auf jeden Fall. Lebendige Demokratie braucht aktive Demokraten. Politische Bildung - die die Bundeszentrale nun schon seit 60 Jahren von Bonn aus leistet - und die lokalen Medien sind von unglaublicher Bedeutung, damit sich die Menschen eine Meinung bilden und in der demokratischen Gesellschaft aktiv sein können. Die Aktion des General-Anzeigers ist dabei vorbildlich. Seit 60 Jahren macht das Weihnachtslicht auf die Probleme in der Gesellschaft aufmerksam, aktiviert die Bevölkerung und leistet gemeinsam mit ihren Lesern aktiv Hilfe. Der Einsatz für Teilhabe und Partizipation verbindet uns. Gemeinsam machen wir ganz viele kleine Schritte, doch zusammen absolvieren wir damit einen langen Weg.

Was sind die großen Themen in der politischen Bildung im neuen Jahr?
Krüger: 2013 steht natürlich im Zeichen der Bundestagswahl. Und ich kann nur jeden motivieren, sein Wahlrecht aktiv wahrzunehmen. Wir stehen vor großen gesellschaftlichen Veränderungen und müssen uns aktiv engagieren. Eine Herausforderung ist der wachsende Rechtsextremismus. Darauf müssen wir als bpb aufmerksam machen und es müssen Strategien dagegen entwickelt werden, die von der Gesellschaft mitgetragen werden. Auch die Zukunft Europas mit dem demografischen Wandel ist eine große Herausforderung. Außerdem werden wir uns intensiv mit den BRICS-Staaten beschäftigen. Denn Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sind es bereits oder werden sich zu bedeutenden Industrienationen entwickeln. Wir wollen Wissen bereit stellen über diese Länder, wie steht es um ihre Volkswirtschaft? Wie sieht ihr demokratischer Status aus? Wir werden ihre jeweilige Kultur, Geschichte und Politik beleuchten. Und wir werden weiterhin an unserem Internetauftritt arbeiten und attraktive Angebote für Jung und Alt anbieten.

Weitere Informationen zum Angebot der bpb gibt es im Internet unter www.bpb.de

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Spenden

So erreichen Sie das "Weihnachtslicht": Spenden werden angenommen in den GA-Zweigstellen

  • am Bonner Bottlerplatz
  • in Bad Godesberg, Koblenzer Straße 61
  • in Siegburg, Markt 45a
  • in Bad Honnef, Hauptstraße 38d
  • und in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bossardstraße 1-3

Spenden an das Weihnachtslicht können auch auf das Konto 4770 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98;
IBAN: DE76370501980000004770) eingezahlt werden

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung, auf Fragen und Anregungen. Und so erreichen Sie uns:

  • Per Post: Weihnachtslicht e.V., c/o General-Anzeiger, 53100 Bonn
  • Per Telefon: (02 28) 66 88 470 (Geschäftsstelle)
  • Email: weihnachtslicht@ga-bonn.de

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