"Wieso denn Uruguay?" | GA-Bonn

"Wieso denn Uruguay?"

Ellauri/Avenida Brasil.  Nele Winkler (15) aus Bonn Bad Godesberg ist für sechs Monate als Austauschschülerin an das Colegio y Alemán (Deutsche Schule) in Montevideo (Uruguay) gegangen. Sie ist überwältigt von den vielen, unterschiedlichsten Eindrücken, die ihr Gastland und seien Menschen bieten.

Südamerika, Uruguay, Montevideo, Ellauri/Avenida Brasil: Mein anderes Zuhause, auf der anderen Hälfte der Erde. Seit August bin ich nun schon hier, 4 Monate die unglaublich schnell vorbei gingen, mir aber das Gefühl geben, als ob ich schon eine Ewigkeit hier lebe. In denen ich soviel gelernt und erlebt habe, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Vielleicht an meinem 15. Geburtstag, an dem ich von 12 Mädchen, mit Lebensmitteln bewaffnet, am Strand von Pocitos verfolgt und abgeworfen wurde? Von dem Tag, an dem wir auf dem Weg von Paysandu nach Florida ohne Benzin stehen blieben? Oder doch lieber von meinem ersten Tag in diesem wunderschönen Land und wie ich von meiner Gastfamilie empfangen wurde?

Vielleicht sollte ich erstmal die mir am meisten gestellten Fragen beantworten: "Uruguay? Bitte Was?" und vor allem "Wieso denn Uruguay?"

Uruguay, ein kleines Land zwischen Argentinien, Brasilien und dem Atlantischen Ozean wird leicht übersehen, und wenn es jemandem bekannt vorkommt, dann durch seine Fußballspieler. Und doch hat es so viel zu bieten.

Die Hafenstadt Montevideo ist mit 1.5 Millionen Einwohnern die größte und damit Hauptstadt. Fährt man von dort ein paar 100 Kilometer die Küste entlang, findet man die schönsten Strände Südamerikas, und je näher man nach Brasilien kommt, desto abgelegener und einsamer werden sie. Im Landesinneren dagegen wird die "Autopista" nur ab und zu von einem Dörflein oder einer Estancia unterbrochen, und man kann kilometerweit über das flache Campo gucken.

Doch das Erwähneswerteste sind die Menschen, die mich mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen haben und sich durchgehend darum bemühen, dass ich mich wohl und wie zu Hause fühle – mit Erfolg.

Und mit Rückblick auf die vergangene Zeit freue ich mich unglaublich, dieses Jahr das Weihnachtsfest in Montevideo feiern zu können. Es wird eine weitere schöne Erfahrung sein, am Heiligabend in eine katholische Messe zu gehen und dann mit einer uruguayischen Großfamilie, die circa 35 Leute zählt, den Abend zu verbringen - auch wenn ich mir bei 30 Grad ein bisschen eine weiße Weihnacht wünschen werde.

Bei allen kleinen und großen Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, kann ich sagen, dass diejenige, für 6 Monate nach Uruguay zu gehen, um eine neue Sprache zu lernen und die Kultur kennen zu lernen, eine der Besten war.

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