Die Linke im Rhein-Sieg-Kreis

Charly Hörster tritt als Bundestagskandidat zurück

RHEIN-SIEG-KREIS.  Charly Hörster, Bundestagskandidat der Linken für den Wahlkreis 98 (Königswinter, Bad Honnef, Sankt Augustin, linksrheinischer Kreis), hat sein Parteimandat mit sofortiger Wirkung zurückgegeben.
Ausgetreten: Charly Hörster verlässt die Linkspartei. Foto: Privat

Zugleich hat er seinen Austritt aus der Partei erklärt. Hörster begründet seine Entscheidung damit, nicht ausreichend unterstützt worden zu sein, vor allem vom Kreisvorstand. "Die notwendige Hilfe konnte ich leider nur unzureichend feststellen", schreibt Hörster in einem offenen Brief an den Kreisvorstand.

"Was ich nie wollte, war eine Partei, die sich im Inneren bekämpft und die die gemeinsamen politischen Ziele der eigenen Karriereplanung unterordnet. Ich bin persönlich schon seit Monaten bekämpft worden", so Hörster. Leider habe er feststellen müssen, dass viele Genossen aus der Partei ausgetreten seien, fast alle wegen ähnlicher persönlicher Erlebnisse.

Hörster war viele Jahre bei den Grünen und gehörte bereits 1978 dem Vorläufer "Grüne Liste Hessen" an. Der gebürtige Bonner verließ die Grünen wegen der Haltung der rot-grünen Bundesregierung zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

2009 kandidierte er für den Bundestag, im selben Jahr als Bürgermeisterkandidat in Alfter. Dort gehörte er bis Ende 2010 dem Gemeinderat an. Er lebt jetzt in Bad Honnef. Der Kreisvorstand der Linken bedauert den Schritt Hörsters. Das Verhalten Hörsters sei "teilweise politisch nicht mehr tragbar", sagte Sprecherin Gudrun Hamm.

"Mehr kann und will ich nicht dazu sagen." Nach GA-Informationen ist schon vor Hörsters Rücktritt ein Parteiausschlussverfahren in die Wege geleitet worden. Auch vor Gericht soll ein Verfahren anhängig sein.

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