Ausstellung in der Katholischen Theologie

Stetl-Zyklus des jüdischen Künstlers Arie Ogen

Bonn.  Es ist faszinierend, mit wie wenigen Federstrichen der Künstler einen charakteristischen Ausdruck im Gesicht schaffen kann. Beeindruckend ist das Vermächtnis, der Stetl-Zyklus, rund 50 Bilder, die Arie Ogen dem Kleinen Jüdischen Lehrhaus in Oberkassel vermacht hat.
Vor den Bildern von Arie Ogen: (v.l.) Albert Gerhards, Leah Rauhut-Brings vom Jüdischen Lehrhaus und Reinhold Boschki.
								Foto: Andrea Künstle
Vor den Bildern von Arie Ogen: (v.l.) Albert Gerhards, Leah Rauhut-Brings vom Jüdischen Lehrhaus und Reinhold Boschki. Foto: Andrea Künstle

Die Bilder aus seiner Heimat und von einer Kultur, die so gut wie ausgelöscht wurde, sind seit Mittwoch im Gang der Katholisch-Theologischen Fakultät zu sehen. Die Eröffnung fand ausgerechnet zum 95. Geburtstag des Anfang dieses Jahres verstorbenen Künstlers statt, der die letzten 20 Jahre in Bonn verbrachte.

"Eines der für mich berührendsten Bilder ist die Zeichnung Die Kuh des armen Juden", so Professor Reinhold Boschki. Tatsächlich zeigt es einen bärtigen Mann, der hinter einer Ziege herläuft: Kühe konnten sich arme Juden nicht leisten. Für Professor Albert Gerhards ist es wichtig, die Bilder "dieser verlorenen Welt zu zeigen".

Die Erinnerungskultur sei ein wichtiger Bestandteil der christlichen Theologie, "schon deshalb, weil sie an die Kultur erinnert, der wir unsere Existenz verdanken". An der Eröffnung nahmen zahlreiche Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Bonn teil.

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