Refluxkrankheit

Sauer, nicht lustig

BONN.  Dieses saure Aufstoßen, diesen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein hat wohl jeder schon einmal verspürt. Auch wenn das allein noch nicht der Grund ist, weshalb bei Sodbrennen gemeinhin von einer Volkskrankheit gesprochen wird.

Sondern vielmehr die zeitgemäße Lebensweise mit Termindruck, unregelmäßigen und oft auch nicht allzu ausgewogenen Mahlzeiten. Das kann dazu führen, dass aus gelegentlichen Beschwerden mehr oder weniger ein Dauerzustand wird. In diesem Fall handelt es sich um gastroösophagealen Reflux (GERD) - oder kurz die Refluxkrankheit, bei der Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt.

Über Symptome, Therapiemöglichkeiten und Risiken sprach beim Dies academicus Steffen Manekeller, Chirurg an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Bonn.  Ist der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre geschwächt - steht die Pforte sozusagen ständig offen - , kann die aufsteigende Säure die Speiseröhre reizen, entzünden und in späteren Stadien sogar das Gewebe verändern. Der sogenannte Barrett-Ösophagus gilt als Krebsvorstufe und sollte daher regelmäßig endoskopisch überprüft werden.

Für alle anderen ist Sodbrennen zunächst einmal "nur" unangenehm. Die Erkrankung,  so Manekeller, lasse sich aber mit Umstellung der Lebensweise (Abbau von Übergewicht, Verzicht auf bestimme Nahrungs- und Genussmittel) sowie mit Medikamenten gut behandeln.

In manchen Fällen sei eine Operation sinnvoll, bei der aus Magengewebe eine Manschette gebildet, um den zu weit geöffneten Durchgang gelegt und dieser somit wieder auf ein normales Maß reduziert wird. 40 Prozent haben einmal im Monat und 20 Prozent einmal in der Woche Sodbrennen. Und für sie gilt das Sprichwort "Sauer macht lustig" dann eben nicht.

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