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Universität Bonn
RCDS-Plakat sorgt für Diskussion
Von Cem Akalin
BONN. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) kämpft Seite an Seite mit dem Comic-Helden Batman "gegen den Gender-Wahnsinn". Das Plakat, das die CDU-nahe Hochschulgruppe für den Wahlkampf entworfen hat, zeigt den Superhelden, wie er gerade seinen Gehilfen Robin abwatscht, der sagt: "Hochschulpolitik im Sinne der Studierenden..." Batman antwortet mit einem bestimmten: "Studenten!"
Die Urnen für die Wahl des 35. Studierendenparlaments der Uni Bonn sind seit Donnerstagabend geschlossen, doch das Plakat ist immer noch Gesprächsthema.
Die junge Frau, die vor dem Plakat am Hofgarten steht, findet es zwar "witzig", aber auch "irgendwie doof". Letztlich fehle ihr eine inhaltliche Botschaft: "Was wollen die mir sagen?" RCDS-Vorsitzender und Spitzenkandidat Matthias Rübo war am Freitag nicht zu erreichen, aber interessant ist, dass er die Studierenden in der Wahlzeitung mit "Studentinnen und Studenten" anspricht.
Als AStA-Vorsitzende Alena Schmitz (GHG-campus:grün) das Plakat zum ersten Mal sah, war ihre erste Reaktion nur Kopfschütteln: "Ich find's lächerlich, mit so einem Comic und solch einer Aussage Wahlkampf machen zu müssen." Für die Germanistik- und Philosophie-Studentin steht Sprache symbolisch auch für eine gesellschaftliche Wirklichkeit.
"Es ist eben nach wie vor so, dass Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht selbstverständlich sind." Da ist sie sich mit ihrer Stellvertreterin Eva Nelles (Juso-HSG) einig: "Man muss sich doch fragen, warum mehr als die Hälfte aller Studierenden weiblich sind, aber lediglich 14 Prozent der Professuren von Frauen besetzt werden?"
Nach Ansicht der beiden Frauen sollte sich der RCDS lieber mit solchen Fragen auseinandersetzen, als sich über Begrifflichkeiten lustig zu machen. "Offensichtlich rechtfertigen die gesellschaftspolitischen Umstände doch die Unterscheidung von 'Studenten' und 'Studentinnen' oder 'Studierenden'", meint Nelles.
Als Rektor der Uni will sich Professor Jürgen Fuhrmann nicht zu dem Plakat äußern, er hält es aber für richtig, geschlechtsneutrale Begriffe oder die weibliche Form der Anrede zu nutzen, um die große Gruppe der Frauen anzusprechen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Bonner Uni war gestern nicht zu erreichen, im aktuellen Uni-Magazin "Forsch" sagt sie aber: "Ich erlebe es immer wieder, dass Gleichberechtigung noch nicht in allen Köpfen angekommen ist."
Übrigens: Nach dem vorläufigen Ergebnis der Studierendenwahlen ist der RCDS mit 13 Sitzen zweitstärkste Kraft nach der Grünen Hochschulgruppe-campus:grün (18 Sitze). Die Jusos errangen 12 Sitze, LUST und Liberale je drei und die Piraten zwei.
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Artikel vom 19.01.2013
20 Lesermeinungen - Seite 1/7wie schön...
Artist63 | 21.01.2013 12:24dass wir keine ernstzunehmenden sorgen haben...und der akademische nachwuchs sollte doch wohl wissen, dass studenten keine geschlechtsspezifische formulierung, sondern simpel der plural von "studens", lat. für "lernend" ist...
Danke
Volksfront von Judäa | 20.01.2013 20:06Es ist zum Auswandern. "Studenten" ist keine männliche Form und schließt selbstverständlich Frauen mit ein. Die Verwendung der politisch korrekten Verlaufsform "Studierende" im Sinne von Studenten ist schlicht und ergreifend sprachlicher Schwachsinn.
Wie wahr!
Wissenschaftlerin | 20.01.2013 17:42"Ich erlebe es immer wieder, dass Gleichberechtigung noch nicht in allen Köpfen angekommen ist". sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Bonn. Dem ist nichts hinzuzufügen!
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