Campus Poppelsdorf

Drei große Neubauprojekte für 2013 geplant

BONN.  Der Campus Poppelsdorf wird in den kommenden zehn Jahren als Wissenschaftsstandort deutlich ausgebaut. Drei große Neubauprojekte werden im kommenden Jahr in Angriff genommen. Wie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Köln (BLB) als Bauherr in die Planung geht und welche energiewirtschaftlichen Strategien er verfolgt, stellten am Dienstag der stellvertretende BLB-Niederlassungsleiter Wolfgang Eifler und Georg Wollscheid, Energieexperte beim BLB, beim 39. Bonner Städtebauseminar im Institut für Städtebau und Bodenordnung vor.
Auf dem Poppelsdorfer Campus wird in den nächsten Jahren viel gebaut. Der Nutzpflanzengarten soll aber Grünfläche bleiben.
								Foto: Volker Lannert
Auf dem Poppelsdorfer Campus wird in den nächsten Jahren viel gebaut. Der Nutzpflanzengarten soll aber Grünfläche bleiben. Foto: Volker Lannert

Der Hochschulentwicklungsplan ist mittlerweile in den Bebauungsplan eingearbeitet und soll Anfang 2013 den politischen Gremien in Bonn vorgestellt werden, so Eifler. Der Nutzpflanzengarten sei in dem Entwurf als Grünfläche festgeschrieben. Für seine Strategieplanung hat der BLB die 230 Objekte der Universität Bonn analysiert und Zustand wie Größe festgehalten.

"Dabei haben wir untersucht, welcher Ausbau in den vorhandenen Gebäuden wirtschaftlich Sinn macht. Etwa Labors und technisch anspruchsvolle Einrichtungen im Poppelsdorfer Schloss einzurichten, macht überhaupt keinen Sinn. Das soll in Zukunft als Seminargebäude genutzt werden", so Eifler.

Feststeht auch, dass sich der Strom- und Wärmebedarf der Universität in den nächsten zehn Jahren insgesamt verdoppeln werde, so Wollscheid. Nach der Umweltanalyse liegt der Standort aus energetischer Sicht günstig: Im Jahresmittel weht der Wind dort mit maximal zwei Metern pro Sekunde. Das bedeute, dass die über den Tag gesammelte Wärme auch nicht fortgeführt werde: "Etwas Optimaleres können wir uns gar nicht vorstellen", so Wollscheid.

Das Energiekonzept sieht eine Kombination aus mehreren Systemen vor: Fernwärme, Kompressionskältemaschinen und Geothermie. 75 Erdsonden sollen vor der Zentralbibliothek für Medizin, Ernährung, Umwelt und Agrar an der Nußallee in bis zu 120 Metern Tiefe gesetzt werden. Die Bibliothek wird im künftigen Campus Poppelsdorf mit einem großen freien Platz so etwas wie das Zentrum werden.

  • Die Baufelder sind mittlerweile alle erschlossen. Die Baugenehmigung für das erste große Bauprojekt, das Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT), das derzeit noch an der Dahlmannstraße untergebracht ist, ist da. Zurzeit würden die Ausschreibungen für die Bauarbeiten vorbereitet, Anfang 2013 kann es losgehen, sagte Eifler.
  • Eifler zeigte auch Entwürfe für das neue Institut für Numerische Simulation und das Hörsaalzentrum mit seinem markanten runden Kopfbau. Letzteres soll unter anderem einen Hörsaal für 900 Studierende und drei Hörsäle à 100 Plätze umfassen. Das Hörsaalzentrum wird zu 100 Prozent von der Bonner Uni finanziert.
  • Als reines Laborgebäude ist das Technische Infrastrukturgebäude hinter dem Life and Medical Sciences Center (LIMES) an der Carl-Troll-Straße vorgesehen. Auch dieser Baubeginn ist für 2013 geplant.
  • Das Geld für ein neues Technologiezentrum für Detektorphysik am Kreuzbergweg wurde im Mai vom Wissenschaftsrat genehmigt. Die 33 Millionen Euro werden je zur Hälfte vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen getragen.
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