Begehrter Forstbaum

Die Libanon-Zeder ist Pflanze des Monats Januar

BONN.  Zedern gehören zu den bemerkenswertesten Baumgestalten unserer Parkanlagen und Botanischen Gärten. Sie können bis 50 Meter hoch werden und bilden mit ihren mächtigen Ästen sehr weit ausladende Kronen. Daher benötigen sie viel Platz. Wer einmal Zedern am natürlichen Standort im Atlas oder im Libanon gesehen hat, weiß wie beeindruckend sie erst dort aussehen.

In den Botanischen Gärten der Universität Bonn ist die Libanon-Zeder die Pflanze des Monats Januar. Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss steht eine schöne, etwa 50 Jahre alte Libanon-Zeder in der Nähe des Rhododendron-Rondells.

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) kommt im südwestlichen Teil Anatoliens, dem Libanon und in einem kleinen Teil Syriens vor. Bereits in der Bibel (z.B. 1. Könige 7, 1-4; 9,11) wird sie erwähnt: So bezieht König Salomon Bäume für den Bau des Tempels in Jerusalem von Hiram, König der Phönizier: „An seinem Palast baute Salomo dreizehn Jahre, bis er ihn ganz vollendet hatte. Er baute das Libanonwaldhaus, hundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, mit drei Reihen von Zedernsäulen und mit Zedernbalken über den Säulen. Eine Decke aus Zedernholz war über den Kammern, die über den Säulen lagen; es waren fünfundvierzig Säulen, fünfzehn in jeder Reihe…“ Die Phönizier nutzten das Holz bevorzugt zum Bau ihrer Schiffe. Es war ein begehrter Handelsartikel und wurde bis Ägypten exportiert.

Die Bedeutung des Holzes hatte natürlich zur Folge, dass die Zedernwälder schon früh übernutzt und abgeholzt wurden. Heute sind nur noch kleine Reste im Libanon vorhanden. Aber an seiner Bedeutung hat die Zeder nichts verloren, sie ist weiterhin ein wichtiger Forstbaum, und das Holz wird als Bau-, Tischler- und Möbelholz gerne verwendet. Aus dem Kernholz wird ein ätherisches Öl gewonnen, das als Zedernöl verkauft wird. Früher hatte es auch eine medizinische Bedeutung und wurde bei Hautkrankheiten und bei der Wundbehandlung verwendet. In der Fahne des Libanon ist eine Zeder abgebildet.

Winteröffnungszeiten in den Botanischen Gärten:
Bis zum 31. März sind die Botanischen Gärten an Wochenenden und Feiertagen geschlossen; sie sind unter der Woche Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Die Schaugewächshäuser sind von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr zugänglich.

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