Heizkraftwerk-Nord

Start für Bonns größtes Kraftpaket

BONN.  Der Ausbau von Bonns größtem Kraftwerk ist geschafft. Das 86 Millionen Euro teure Projekt der Stadtwerke (SWB) ist seit Freitag in Betrieb. Das Heizkraftwerk-Nord an der Karlstraße zählt nach dem Bau der benachbarten Müllverbrennungsanlage zum größten Zukunftsprojekt der SWB und soll das städtische Unternehmen in der Eigenproduktion von Strom und Fernwärme einen großen Schritt voranbringen.
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Seit Freitag ist das Heizkraftwerk-Nord am Netz. Hier ein Blick ins Innere.
												Foto: Barbara Frommann

Seit Freitag ist das Heizkraftwerk-Nord am Netz. Hier ein Blick ins Innere. Foto: Barbara Frommann

Ein solches Ereignis muss natürlich auch gefeiert werden. Kurz vor elf Uhr drückten Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Peter Weckenbrock, Chef der SWB-Sparte Energie und Wasser (EnW), sowie die SWB-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Peter Gilles und Werner Hümmrich vor zahlreichen Gästen, darunter auch viele Anwohner, symbolisch den Startknopf.

Nicht ohne zuvor vor allem Projektleiter Andreas Goldschmidt und seinen Leuten für eine Meisterleistung zu loben, die nicht nur bei laufendem Betrieb vollbracht wurde, sondern der Eigentümerin Stadt Bonn obendrein viel Geld gespart hat.

Nachdem die Ausschreibung 2007 für den Ausbau des Kraftwerks durch einen Generalunternehmer Kosten von rund 126 Millionen Euro ergeben hatte, nahmen Goldschmidt und seine Mitarbeiter das Projekt selbst in die Hand, schrieben die Gewerke einzeln aus und waren unermüdlich im Einsatz.

"Die Erwartungen waren groß, die Messlatte lag hoch, aber wir wussten, wir schaffen es", sagte der Projektleiter. Und erinnerte daran, dass seine Leute teilweise auch auf Urlaub und freie Wochenenden verzichtet hätten, um den Bau fertigzustellen.

Herzstück der Anlage ist das neue Maschinenhaus, in dem Turbine und Generator stehen. Die Turbine wiegt allein 265 Tonnen, der Generator 122 Tonnen. Neben dem Maschinenhaus stehen in einem Neubau die drei Kühlturmzellen, die das Kühlsystem bilden.

Auch das Kesselhaus Nummer zwei ist neu, in dem ein neuer Heißwasserkessel für die Fernwärmeversorgung steht. In diesem Zusammenhang kündigte Weckenbrock eine Senkung des Fernwärmepreises an. Mit dem Umbau konnte die Eigenstromerzeugung von bisher 230 Millionen Megawatt auf 575 Millionen Megawatt im Jahr erhöht werden.

"Mit der neuen Gas- und Dampfturbine kommen wir dem Ziel einer kosteneffizienten und klimafreundlichen Energiegewinnung für Bonn ein gutes Stück entgegen", sagte Nimptsch. Die Nutzung von Gas- und Dampftechnologie modernsten Standards und der Kraft-Wärme-Koppelung im Verbund mit der Müllverbrennungsanlage würden Einsparungen von mehr als 194.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bringen. Dass diese Zahlen Nimptsch als OB der UN-Stadt Bonn besonders freuen, versteht sich von selbst.

Beim anschließenden Empfang gab Goldschmidt sein nächstes Vorhaben preis: Das Heizkraftwerk-Süd soll jetzt ebenfalls ausgebaut werden. Die Planung stehe jedoch noch ganz am Anfang.

HKW-Nord in Zahlen

10.000 Tonnen Beton und 15.000 Tonnen Stahl sind in die Gebäude verbaut worden. Die neue Dampfturbine wiegt 265 Tonnen, der Abhitzekessel 560 Tonnen. Mehr als 2200 Kunden beziehen über das 80 Kilometer lange Rohrnetz Fernwärme. Die Turbine nutzt die Energie, die bei der Stromerzeugung und in der Müllverwertung ansonsten verloren ginge. Das HKW-Nord produziert nunmehr mit 575 Millionen Kilowatt mehr als die Hälfte des in Bonn benötigten Stroms.

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