Kommentar

Sauberer Abgang

Drei Vorstandsvorsitzende hat die Deutsche Telekom seit ihrem Börsengang 1995 gesehen: Ron Sommer, Kai-Uwe Ricke und René Obermann - sieht man einmal von dem wenige Monate zwischen Sommer und Ricke amtierenden Interimschef Helmut Sihler ab.

Obermann ist der erste der drei, dem ein sauberer Abgang zu gelingen scheint; sowohl Sommer als auch Ricke gingen im Streit. Obermann dagegen kündigt sein Ausscheiden wohlüberlegt langfristig an, mit Tim Höttges steht gleich auch ein erfahrener Telekom-Manager als Nachfolger parat.

Dahinter erkennt man die Mentalität einer neuen Managergeneration: Nicht festklammern an der Macht um jeden Preis, sondern zum richtigen Zeitpunkt loslassen können. Die Anleger reagierten gestern entsprechend gelassen, der Kurs der T-Aktie veränderte sich kaum. Ein Jahr hat Obermann jetzt noch Zeit, seine persönliche Erfolgsbilanz als Telekom-Chef abzurunden.

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