Vapiano

Restaurant-Kette aus Bonn will wachsen

BONN.  Die Bonner Pizza-Kette Vapiano will nach dem Einstieg von Finanzinvestoren Mitte des Jahres deutlich wachsen. "Innerhalb von fünf Jahren soll die Zahl der Filialen von derzeit 96 auf rund 250 steigen", sagte Vapiano-Vorstandschef Gregor Gerlach.
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Vapiano betreibt ein Restaurant in der Bonner Ollenhauerstraße.
												Foto: Volker Lannert

Vapiano betreibt ein Restaurant in der Bonner Ollenhauerstraße. Foto: Volker Lannert

Nachdem Vapiano in den vergangenen Jahren vor allem im Ausland neue Restaurants eröffnet hat, sucht das Bonner Unternehmen nun verstärkt Standorte in Deutschland. "Da hinken wir der Planung hinterher", sagte Gerlach. Ein eigens zur Standort-Suche eingestellter Manager solle nun geeignete Gebäude finden.

Die Finanzierung der Expansion dürfte gesichert sein. Die Tchibo-Erben und Milliardäre Günter und Daniela Herz haben sich mit knapp 45 Prozent an der Restaurantkette beteiligt und sind nach Angaben aus Branchenkreisen daran interessiert, weiter aufzustocken.

Nach Angaben von Vapiano-Vorstand Gerlach stehen jedoch derzeit keine weiteren Anteile zum Verkauf. Gerlach selber, der Vapiano 2002 in Hamburg mit gegründet hat, will nach eigenen Angaben seinen 30-Prozent-Anteil behalten. Auch das 2009 eingestiegene Gesellschafter-Ehepaar Sander (25 Prozent) wolle sich nicht von Vapiano trennen.

Der Wechsel der Eigentümerstruktur hat nach Angaben aus Branchenkreisen im Unternehmen zu Unstimmigkeiten über die künftige Strategie geführt. Der langjährige Vorstand Mirko Silz verließ im August das Unternehmen wegen "unterschiedlicher Auffassungen", wie Gerlach bestätigte. Zuvor hatten sich der ehemalige Bonner McDonald´s-Franchisenehmer Kent Hahne und sowie zwei weitere Mitinhaber als Gesellschafter bei Vapiano verabschiedet.

Die Restaurant-Kette gilt als einer der Vorreiter des Trends zur gehobenen Systemgastronomie. Vapiano bietet frisch zubereitete Pizzen, Nudeln und Salate an. Der Kunde muss sich sein Essen selbst abholen und zum Tisch bringen. Umsätze werden auf eine Chipkarte gebucht, über die am Ende des Restaurantbesuchs an einer Kasse abgerechnet wird.

"Inzwischen versuchen viele Gastronomen, das Konzept zu kopieren", sagt Gerlach. Es gebe einen Trend, altbekannte Gastronomiekonzepte von Pizza und Nudeln über asiatische Gerichte bis hin zu Gyros und Döner in ein moderneres Ambiente zu verlagern. "Die Kunden verlangen dabei vor allem Frische und Schnelligkeit", so Gerlach.

Bei Vapiano scheint das Konzept von altbewährten Pizza- und Nudel-Klassikern in moderner Aufmachung zu funktionieren. Mittlerweile arbeiten rund 3000 Beschäftigte nach Unternehmensangaben für die Kette, davon 55 in der Bonner Firmenzentrale. Neben dem Vapiano-Restaurant an der Ollenhauerstraße will Franchisenehmer Kent Hahne eine weitere Filiale im derzeit von der Warenhauskette Strauss Innovation genutzten Gebäude in der Innenstadt eröffnen.

Der Konzernumsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 100 Millionen Euro. Dazu zählen die Einnahmen der etwa 60 Restaurants, die Vapiano selber oder als Gemeinschaftsunternehmen mit Franchisenehmern betreibt. Ein Drittel der Filialen wird selbstständig von Franchisenehmern geführt.

Mehr als 60 Prozent der Vapiano-Filialen erwirtschaften ihren Umsatz im Ausland. "Wir haben unter anderem Standorte in Südkorea, Saudi-Arabien, Schweden und Australien", sagte Gerlach. Nur ins Mutterland von Pizza und Pasta haben sich die Bonner nicht vorgewagt. In Italien gibt es kein Vapiano.

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