Blanke Armaturen

Familienfirma aus Bad Godesberg wird 125 Jahre alt

BONN.  Heinrich Blanke, Johannes Blanke, Franz Blanke: Drei Unternehmer haben 125 Jahre Firmengeschichte geschrieben. Und mit den vier Söhnen von Inhaber Franz Blanke, von denen zwei bereits im Lannesdorfer Unternehmen tätig sind, steht die vierte Unternehmergeneration in den Startlöchern.
Blick auf die Produktion: Der technische Leiter Bernd Schraa (links) und Firmeninhaber und Namenspate Franz Blanke. Foto: Friese

Blanke Armaturen stellt Rohrverschraubungen aus Messing, Stahl und Edelstahl her. Auch Rohrschellen, Messtechnik, Ölstandsanzeiger, Entlüfter und Schmiergeräte gehören zur Produktpalette. Die Armaturen werden bei Bau- und Landmaschinen, Herstellern von Kompressoren und Getrieben sowie im Fahrzeugbau eingesetzt. Das Unternehmen beschäftigt 180 Mitarbeiter, von denen die meisten schon viele Jahre im Betrieb tätig sind. 25 von ihnen sind in Büros in Österreich, Frankreich und der Schweiz eingesetzt.

1985 übernahm Franz Blanke die Geschäftsführung. Sein Großvater Heinrich Blanke hatte die Firma 1887 in Leipzig gegründet. Die ersten Produkte waren Teile zum Schmieren von Motoren und zur Ölkontrolle. 1905 baute er in Dippoldiswalde nahe Dresden einen größeren Betrieb. 1944 hatte Heinrich Blanke 800 Beschäftigte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Gesellschaft unter russische Kontrolle, die Familie wurde enteignet.

Die Blankes flohen nach Westdeutschland. Zwei Jahre später machte Sohn Johannes Blanke wieder Geschäfte: In zwei Zimmern in Bad Honnef. "Mein Vater hat aus dem Nichts heraus wieder angefangen", erinnert sich Franz Blanke. Er habe trotz aller Schwierigkeiten seinen Weg unbeirrt verfolgt. 1948 kaufte der Vater das Grundstück in Lannesdorf, in dem die Firma heute noch ihren Sitz hat. Seit den sechziger Jahren werden Armaturen und Rohrverschraubungen von Blanke in ganz Westeuropa verkauft, heute in alle Welt, besonders Asien.

Schon zu Schulzeiten hat Franz Blanke gerne am Schreibtisch seines Vaters gesessen und ihn bei der Arbeit beobachtet. Auch auf Dienstreisen habe er den Vater begleitet. Sein Vater habe früh erkannt, dass Hydraulik ein Thema von großer Bedeutung sei. war

Franz Blanke wurde Wirtschaftsingenieur und begann in den achtziger Jahren, nachdem er den Betrieb übernommen hatte, eine Neuausrichtung: Er setzt auf Qualität aus Deutschland. "Wir wollen nur deutsche Maschinen in der Produktion einsetzen", sagt Blanke. Die Haltbarkeit der Maschinen und der Service sei besser. Auch habe er sich lange mit der Auslagerung von Teilen der Fertigung ins Ausland beschäftigt, viele Reisen unternommen und dann aber doch dagegen entschieden.

Denn es sei schwierig, das richtige Personal zu finden, um eine ausländische Fertigung betreiben zu können. Statt dessen setzt er auf Bad Godesberg: "Wir bauen den Standort weiter aus", sagt Blanke. So sei der Kauf eines Grundstückes in der Nähe vor dem Abschluss, um die Produktionskapazitäten zu erweitern. Der Jahresumsatz, der im zweistelligen Millionenbereich liegt, soll bereits 2013 um zehn Prozent wachsen. Wichtigstes Produkt mit einem Anteil von 60 Prozent am Umsatz seien heute Rohrverschraubungen aus Stahl.

40 Prozent der Waren werden exportiert. Flache Hierarchien nennt Blanke als besonderes Kennzeichen seines Unternehmens. Die Informationswege seien kurz. Er gebe direkten Kontakt zwischen Mitarbeitern und Chef. Und er achte darauf, Nachwuchs an den Betrieb zu binden: Seit vielen Jahren bilde die Firma aus.

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