Bonn und die Region

Energieversorger erhöhen Preise um bis zu 15 Prozent

BONN.  Die Stadtwerke Bonn (SWB) erhöhen die Strompreise zum ersten Januar um knapp zehn Prozent. Das gab der Versorger am Mittwoch bekannt. Wie auch andere Stromanbieter in der Region begründeten die SWB den deutlichen Anstieg mit höheren staatlichen Abgaben. "Umlagen, Steuern und Abgaben bestimmen künftig bundesweit mehr als die Hälfte der Stromrechnung", hieß es in einer Mitteilung der Stadtwerke.
Ein Teil der Energiewende: Montage von Solarmodulen im niederbayerischen Wallersdorf.

Auch die Bad Honnef AG (BHAG) wird die Preise zum Jahreswechsel deutlich anheben. "Die Erhöhung entspricht dem Anstieg der gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Abgaben", sagte ein Sprecher. Für die rund 17.500 Stromkunden der BHAG bedeutet das einen Aufschlag von 3,26 Cent pro Kilowattstunde.

"Der Staat finanziert die Energiewende über den Strompreis", sagte Rhenagsprecher Detlev Albert. Der staatliche Kostenanteil steige deutlich. "Diese Kosten müssen wir an die Kunden weitergeben." Im Schnitt werde der Preis um zwölf Prozent steigen, so Albert. Die Rhenag versorgt rund 25.000 Kunden mit Strom.

Auch die Stadtwerke Brühl wollen die Mehrkosten durch Abgaben und Netzentgelte 1:1 an ihre Kunden weiterreichen. "Das muss aber noch vom Aufsichtsrat beschlossen werden", sagte ein Sprecher. Die Aggerenergie hatte bereits vergangene Woche das gleiche angekündigt. Die Stadtwerke Troisdorf fällen die Entscheidung über einen neuen Strompreis erst Ende der Woche.

Größter Preistreiber unter den gestiegenen Gebühren und Umlagen, die über den Strompreis häufig die Verbraucher zahlen, ist die Umlage für Erneuerbare Energien. Sie steigt zum 1. Januar um 1,685 Cent pro Kilowattstunde. Nach Berechnungen von Preisvergleich.de wird ein von den Erhöhungen betroffener Haushalt im Schnitt mit 100 Euro mehr belastet.

Wird die EEG-Umlage direkt an die Kunden weitergegeben, bedeutet das einen Anteil von deutlich über 50 Prozent am Anstieg. Andere Preistreiber sind nach Angaben der SWB die gestiegenen Netzentgelte sowie Umlagen für Offshore-Windparks oder etwa Kraft-Wärme-Kopplung.

Die Kölner Rheinenergie hat angekündigt, ihre Preise vorerst stabil zu halten. Genau wie bei der Tochter Belkaw wolle man die aktuellen Entgelte mindestens bis Ende März beibehalten. Gleiches kündigten die Stadtwerke Lohmar an. Auch die Bergische Energie- und Wasser (BEW) hält sich mit einer Erhöhung vorerst zurück, gab aber an, für Strom ab dem 1. März oder 1. April zehn bis 15 Prozent mehr zu verlangen.

Einer der größten überregionalen Grundversorger, die Essener RWE, kündigte am Mittwoch eine "Preisanpassung" im Laufe des Jahres an. Zum Jahresbeginn wolle man den Preis jedoch noch nicht anheben.

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