Post plant Fernbuslinie

Bonner Konzern will mit dem ADAC kooperieren

BONN.  Branchenerfahrung ist der Post nicht abzusprechen: Rund 200 Jahre nach Verschwinden der Postkutschen will der Bonner Konzern wieder Fahrgäste durch Deutschland befördern - diesmal per Fernbus. Wenn es nach den Plänen der Post und ihres Kooperationspartners ADAC geht, könnten bereits Anfang 2014 die ersten Post-Busse im Linienverkehr deutsche Städte verbinden.
Vergangene Zeiten: historische Postkutsche. Foto: dpa

Damit will der Bonner Konzern von einer Gesetzesänderung profitieren, die ab 2013 Privatanbietern den Aufbau von Fernbusverbindungen ab 50 Kilometer Länge in Deutschland erlaubt.

Post und ADAC würden damit der Bahn auf Strecken Konkurrenz machen, die rund 80 Jahre durch ein gesetzliches Monopol geschützt wurden. Reisen mit dem Fernbus dauern zwar länger als eine Fahrt mit dem ICE, kosten aber deutlich weniger als ein Bahnticket. Branchenkenner gehen davon aus, dass Post und ADAC vor allem jüngere und ältere Fahrgäste mit ihrem Angebot erreichen wollen. Wie sich der Bonner Konzern und der Automobilclub die Aufgaben teilen wollen, verriet Post-Sprecher Alexander Edenhofer am Freitag nicht. Auch über die Höhe der geplanten Investitionen gebe der Konzern keine Auskunft.

Offenbar wird sich jedoch die Post in erster Linie um die Fahrzeuge und den operativen Betrieb kümmern. Edenhofer verwies auf die Erfahrung des Unternehmens bei "Flottenplanung und -Management". Sprich: Die Post kennt sich durch ihre Paketfahrzeuge mit Strecken und der Verwaltung eines großen Fuhrparks aus.

Der ADAC wiederum verfügt mit knapp 17,3 Millionen Mitgliedern über einen für Partnerunternehmen hochinteressanten Zugang zu möglichen Kunden. Zudem könnten Post und Automobilclub über ihre Filialen und Geschäftsstellen in ganz Deutschland um Fahrgäste werben.

Dass Postunternehmen neben Briefen und Päckchen auch Passagiere befördern, hat auch in der Zeitrechnung nach der Postkutsche durchaus Tradition. So befuhr die Deutsche Bundespost in den 60er und 70er Jahren als "Postreisedienst" (früher: "Kraftpost") kürzere Regionalstrecken. In der Schweiz ist die PostAuto AG bis heute nach eigenen Angaben führender Busunternehmer im Land.

Neben Post und ADAC wollen mehrere Konkurrenten von der Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes profitieren: Mit meinFernbus.de stehen zwei Jungunternehmer in den Startlöchern. Die Bahn betreibt mit ihrer Tochter Berlin Linien Bus ebenfalls bereits Fernbusstrecken, und auch internationale Konzerne wie die französische Veolia drängen auf die deutschen Autobahnen.

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