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Telekom mit Verdi einig
Beschäftigungsabbau soll deutlich gebremst werden
Von Julian Stech
Bonn. Die Deutsche Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben weit reichende Vereinbarungen zu Beschäftigungssicherung, Ausbildung und Altersteilzeit getroffen. Damit werde der Personalabbau zumindest bei der AG in Deutschland "deutlich gebremst", sagte gestern Verdi-Vorstandsmitglied Lothar Schröder.
Kräftig abgebaut hat die Telekom in den vergangenen Jahren die Belegschaft in Deutschland. Foto: dpa
Nach übereinstimmenden Angaben von Telekom und Verdi hat die Telekom zugesagt, in den nächsten drei Jahren die Zahl von 9000 Auszubildenden in Deutschland zu halten. Vereinbart worden sei, von diesen Azubis bis zu 5800 nach Abschluss ihrer Lehre zu übernehmen. Laut Verdi sollen in den kommenden zwei Jahren mindestens 2000 Beschäftigte die Gelegenheit erhalten, in Altersteilzeit zu wechseln.
"Damit bereiten wir uns jetzt schon auf den Umbau des deutschen Festnetzes vor", sagte Schröder. Wie berichtet, will die Telekom bis zum Ende des Jahrzehnts das Festnetz auf Internettechnik umstellen. Das Unternehmen erwartet daraus ein erhebliches Rationalisierungspotenzial, die Gewerkschaft fürchtet um Tausende Stellen. Auf der anderen Seite erwartet Schröder durch das sogenannte Vectoring, mit dem Internet im Festnetz beschleunigt werden kann, positive Effekte: "Das sichert rund 5000 Arbeitsplätze."
Voraussetzung sei, dass die Bundesnetzagentur der Telekom die Investitionen ermögliche. Wie berichtet, gibt es Widerstand der Wettbewerber. Zum Führungswechsel sagte Schröder, er erwarte, dass Tim Höttges "weiterhin für eine faire Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen" von Kunden, Aktionären und Mitarbeitern der Telekom sorgen werde.
Aktionärsschützer forderten gestern, den Chefwechsel zum Anlass zu nehmen, die Unternehmensstrategie auf den Prüfstand zu stellen. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, signalisierte Höttges Unterstützung auch für unpopuläre Maßnahmen. Am besten wäre ein Verkauf des Festnetzes.
Artikel vom 22.12.2012
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