Millionen-Falle

WCCB weist erhebliche bauliche Mängel auf

BONN.  Gravierende Baumängel haben Gutachter beim Kongresssaal des World Conference Center Bonn (WCCB) festgestellt. So erfüllt das Trinkwasserleitungssystem im Kongresssaal nicht die gesetzlichen Vorgaben.
Seit September 2009 ist das WCCB ein Fall für die Justiz. Nun steht der erste Strafprozess in Sachen World Conference Center Bonn kurz vor dem Abschluss.
							Foto: Volker Lannert
Seit September 2009 ist das WCCB ein Fall für die Justiz. Nun steht der erste Strafprozess in Sachen World Conference Center Bonn kurz vor dem Abschluss. Foto: Volker Lannert

Die Wandverkleidung im ganzen Gebäude muss erneuert werden, zudem ist die Zulassung für das bei brandschutztechnischen Verkleidungen verwendete Material, zum Beispiel bei den Lüftungsanlagen, abgelaufen und muss gegebenenfalls auch erneuert werden.

Vermutlich müssen auch die Fliesen im Foyer komplett ausgetauscht werden, weil sie nicht die erforderliche Tragfähigkeit für Hublifte bei Auf- und Abbauarbeiten aufweisen. Außerdem sind öffentliche Bereiche des Gebäudes nicht behindertengerecht.

Im Zuge der seit November laufenden Bestandsaufnahme kommen die Gutachter zwar zu dem Schluss, dass das Gebäude sich in der Grundstruktur in einem guten baulichen Zustand befindet  und somit wie geplant fertiggestellt werden kann. Doch die Mängel, die zutage getreten sind, dürften für erhebliche zusätzlichen Kosten sorgen.

Zurzeit sind im städtischen Haushalt für die Fertigstellung des WCCB rund 50 Millionen Euro eingestellt. Um wie viel diese Summe überschritten werden muss, konnte Stadtsprecherin Monika Hörig gestern nicht sagen. Sie verwies auf den WCCB-Unterausschuss Ende Februar, wo der mit der Bestandsaufnahme beauftragte Generalplaner einen detaillierten Bericht liefern wolle.

Weitere Informationen zu Millionenfalle finden Sie im GA-Spezial.

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Artikel zum dritten RPA-Bericht

Übersicht: Die RPA-Berichte Im Skandal um das WCCB kommen immer wieder neue Details ans Tageslicht. Dabei geht es auch um die Verwendung des von der Stadt Bonn gezahlten Marketingzuschusses in Höhe von mehr als einer Million Euro jährlich. Das geht aus dem dritten Report des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) hervor.