WCCB in Bonn

Generalplaner verspricht Fertigstellung im März 2014

BONN.  Ortstermin World Conference Center Bonn: Die Stadt hat am Mittwoch Politiker des Unterausschusses Konferenzzentrum und die Presse zum Rundgang über die Baustelle des WCCB geladen und als Startschuss für die Fertigstellung angekündigt.
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Wie ein Kristall überspannt die Dachkonstruktion aus Glas und Stahl das Foyer des Kongresszentrums.
											Foto: Barbara Frommann

Wie ein Kristall überspannt die Dachkonstruktion aus Glas und Stahl das Foyer des Kongresszentrums. Foto: Barbara Frommann

Das Interesse ist groß, und auch für einige Politiker ist es der erste Blick hinter die Kulissen des Skandalbaus am Rhein. Bernhard Wimmer vom Bürger Bund Bonn bringt seinen Eindruck anschließend auf den Punkt: "Es ist ein veredelter Rohbau." Und der wird, glaubt man den optimistischen Worten der Verantwortlichen an diesem Tag, im Frühjahr 2014 endlich seiner Bestimmung zugeführt und zwar genau am 15. März.

"Ein kühner Zeitplan", gibt der neue Generalplaner Markus Kill von der Arbeitsgemeinschaft Heinle, Wischer und Partner zu, der bei dieser Gelegenheit zusammen mit der Gesellschaft für Projektsteuerung und Controlling, Ernst & Young Real Estate, vorgestellt wird. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch erklärt: "Ich bin zuversichtlich, dass wir den uns gesetzten Zeitplan einhalten werden."

Diese Zuversicht teilt auch WCCB-Projektleiterin Marion Duisberg vom städtischen Gebäudemanagement (SGB). Sie versichert: "Die Bausubstanz ist gut. Sie ist prima." Trotz des dreijährigen Baustillstands. Und auch die Technik entspreche den UN-Standards. Zu diesem Ergebnis seien Fachleute gekommen. Zumindest dem Augenschein nach, wie sie auf Nachfrage einräumen muss.

Um wirklich sicher zu sein, muss erst mal der Bautenstandsbericht erstellt werden. Der soll laut Generalplaner Kill schon im Dezember fertig sein und im Januar vorgestellt werden. Dann könne im Frühjahr mit dem Bauen begonnen werden. Kill, der Architekt, versichert: "Es ist ein gutes Gebäude. Daran besteht kein Zweifel."

Er und sein Team, das gestern seine Büros der Einfachheit halber unmittelbar im WCCB selbst bezogen hat, freuten sich auf "die aufregende Aufgabe", das WCCB, das so lange negative Schlagzeilen gemacht habe, fertigzustellen. Und augenzwinkernd fügt Kill hinzu: "Mir wurde versichert, das Geld ist da."

Ob die 51,5 Millionen Euro aber ausreichen, die der Stadt zufolge, im Doppelhaushalt 2013/14 für die Fertigstellung des WCCB vorgesehen sind, wird man erst am Ende wirklich wissen. Da merkt man Kill schon eine gewisse Erleichterung an, als er berichtet, dass man die technischen Planer von einst mit ins Boot holen konnte. "Die wissen, wo die Kabel liegen", sagt der Generalplaner.

Und das Hotel mit seinen 336 Zimmern, das verkauft werden soll, stoße bei potenziellen Käufern auf großes Interesse. Noch in diesen Tagen endet die Frist für erste Angebote. Von der Architektur des Hotels zeigt sich Fachmann Kill "erschlagen". Anders das ursprüngliche Modell: Das habe ja noch einen gewissen Charme besessen. "Für die Fertigstellung des Kongressaals ist das Hotel für uns aber zunächst zweitrangig", versichert Kill.

Nach dem Rundgang steht für den WCCB-Ausschussvorsitzenden Peter Finger (Grüne) fest: "Das ist heute ein besonderer Tag für mich. Es kann jetzt endlich mit dem Weiterbau des Kongresszentrums losgehen. Und wir reden nicht länger mehr über juristische Spitzfindigkeiten, sondern dürfen wieder über Steine und Farben sprechen."

Weitere Informationen zu Millionenfalle finden Sie im GA-Spezial.

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Artikel zum dritten RPA-Bericht

Übersicht: Die RPA-Berichte Im Skandal um das WCCB kommen immer wieder neue Details ans Tageslicht. Dabei geht es auch um die Verwendung des von der Stadt Bonn gezahlten Marketingzuschusses in Höhe von mehr als einer Million Euro jährlich. Das geht aus dem dritten Report des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) hervor.