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Daten und Fakten zum Festspielhaus
Noch sind viele Fragen offen
Von Thomas Kliemann
Bonn. Die Situation hat sich seit dem Ratsbeschluss vom November 2011 nur marginal verändert. Man hatte sich damals auf die Rheinaue als Standort für das Festspielhaus geeinigt und folgende Aufträge ausgesprochen: Die Verwaltung solle die Gründung der Betreiberstiftung vorbereiten und bis zum 30. Juni 2012 klären, ob die "Investitions- und Betriebskosten eines neuen Konzerthauses verbindlich und auskömmlich finanziert werden können".
Festspielhaus-Vision: Hadids 'Diamant' in der Rheinaue. Foto: Archiv
Wenige Tage vor dem Stichtag stellt sich die Lage so dar:
Finanzierung: Nach dem Rückzug der Telekom und der Postbank stehen 30 Millionen Euro für den Bau bereit, der laut Prognosen von 2009 rund 75 Millionen Euro kosten sollte. Einen Teil der Finanzierungslücke will IHK-Präsident Wolfgang Grießl mit 25 Millionen aus seiner Aktion "5000 x 5000"schließen. Aktueller Einnahme-Stand: 2,5 Millionen Euro.
Baukosten: Laut Ratsbeschluss beteiligt sich die Stadt nicht an den Baukosten, stellt aber das Grundstück zur Verfügung. Der Bau soll über Sponsoren finanziert werden.
Betriebskosten: Je nach Schätzung liegen die Betriebskosten zwischen 13,1 und 18 Millionen Euro, der städtische Anteil zwischen 3,8 und 4,6 Millionen Euro. Der Bund hat sich bereit erklärt, 39 Millionen in die Betreiberstiftung einzubringen, die Sparkasse KölnBonn wäre mit einer Million Euro pro Jahr (auf fünf Jahre) dabei, der Rhein-Sieg-Kreis mit drei Millionen, die in die Stiftung fließen sollen. Nicht geklärt ist, in welcher Höhe die Stadt Bonn bereit ist, sich am Betrieb zu beteiligen. Laut Ratsbeschluss soll der Haushalt dadurch nicht zusätzlich belastet werden.
Betreiberstiftung: Es gibt bereits einen Entwurf, der ruht aber solange, bis die Objektgesellschaft gegründet ist. Das kann erst nach einem positiven Ratsbeschluss und Klärung der finanziellen Fragen geschehen.
Standort: Ursprünglich war das Areal der Beethovenhalle der favorisierte Standort für das Festspielhaus. Im November 2011 beschloss der Rat als neuen Standort ein Areal am nördlichen Rand der Rheinaue. Ungeklärt ist, ob sich die für den Standort Beethovenhalle konzipierten Pläne für den "Diamanten" von Zaha Hadid oder die "Welle" von Hermann/Valentiny ohne Weiteres auf die Rheinaue übertragen ließen. Ungewiss ist, ob der Landschaftsarchitekt des Parks Rheinaue, Gottfried Hansjakob, im Fall eines Festspielhaus-Baus gegen eine Urheberrechtsverletzung klagt.
Weitere Informationen zu Festspielhaus finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 23.06.2012
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