Verkehr in Bonn

Sanierung der Nordbrücke erst 2014

BONN.  Der Landesbetrieb Straßen NRW hat die Sanierung der Bonner Nordbrücke um zwei Jahre verschoben. Es soll noch geprüft werden, ob eine Verstärkung des gesamten Bauwerks notwendig ist.
Stau auf der Nordbrücke bei Bauarbeiten im August: Die große Brückensanierung wird um zwei Jahre verschoben.
								Foto: Volker Lannert
Stau auf der Nordbrücke bei Bauarbeiten im August: Die große Brückensanierung wird um zwei Jahre verschoben. Foto: Volker Lannert

Richtig gut ist die Nachricht nicht, aber sie verschafft noch mal Luft, um über Lösungen nachzudenken. Das drohende Verkehrschaos im Zuge der Sanierung der Nordbrücke wird erst ab Frühjahr 2014, also zwei Jahre später, kommen.

Wie Peter Esch, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, am Mittwochabend im Bonner Planungsausschuss mitteilte, hat der Landesbetrieb Straßen NRW den Sanierungsbeginn verschoben. Grund: "Neben der bereits geplanten Generalinstandsetzung der Strom- und Vorlandbrücke wird derzeit noch eine Verstärkung des Gesamtbauwerks untersucht", so Joachim Minten von der zuständigen Autobahnniederlassung Krefeld. In den Sommerferien 2013 droht indes eine ähnliche Verkehrssituation wie in diesem Sommer, wenn die Fahrbahnübergänge, also die Dehnungsfugen an der Brücke, erneuert werden.

Davon abgesehen, so Esch, sei die bevorstehende Situation nicht mit dem Chaos vom Sommer vergleichbar. Denn da standen dem fließenden Verkehr lediglich eine Fahrspur zur Verfügung. Das werde es während der vierjährigen Sanierungsphase nur in Ausnahmefällen geben. In der Regel seien zwei Spuren pro Fahrtrichtung frei.

Das mochte die Planungspolitiker nicht beruhigen. "Die Stadt Bonn darf mit diesem drohenden Chaos nicht alleine gelassen werden", sagte Reinhard Limbach (CDU) und forderte den Bund, das Land NRW und den Rhein-Sieg-Kreis auf, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ausschussvorsitzender Rolf Beu verwies auf die gemeinsame Sitzung mit den Planungspolitikern des Rhein-Sieg-Kreises am nächsten Freitag.

CDU und Grüne legten einen Antrag vor, in dem unter anderem gefordert wird, die beiden separaten ÖPNV-Spuren auf der Kennedybrücke während der Sanierungsphase für den Autoverkehr zu öffnen. Dazu müsste das Trennbord zwischen der Gleistrasse und der überbreiten Fahrspur entfernt werden. Dies würde, so Esch, gut und gerne 450 000 Euro kosten, die nicht refinanzierbar wären.

Die Stadt müsste diese Kosten also voll selbst tragen. Warum es so teuer kommt? Die Bordsteine sind mit speziellem Kleber angebracht, so dass man sie nur zerschlagen kann. Anschließend müsste die Stelle abgefräst und asphaltiert werden. Nach der Bauphase an der Nordbrücke muss der Trennstein wieder angebracht werden.

Esch warnte jedoch davor, diesen weg zu gehen: "Das Risiko eines Zusammenpralls mit einer entgegenkommenden Bahn ist bei einer solch geringen Breite und ohne eine bauliche Trennung zwischen den Stadtbahngleisen untolerierbar hoch." Jüngst, als ein liegengebliebener Lkw die Kennedybrücke blockierte und der Verkehr über den ÖPNV-Streifen geleitet wurde, habe das nur geklappt, weil die Polizei den Verkehr bei Annäherung einer Bahn angehalten hatten. Sei's drum: Die Stadt soll die Möglichkeit prüfen. Ebenso soll darüber nachgedacht werden, ob die Fährverbindungen bei Mondorf und in Bad Godesberg nicht in dieser Zeit intensiviert werden könnten.

Weitere Informationen zu Brückenchaos finden Sie im GA-Spezial.

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