Maroder Zustand des Tausendfüßlers an der A565: Bonn droht Verkehrsinfarkt | GA-Bonn

Maroder Zustand des Tausendfüßlers an der A565

Bonn droht Verkehrsinfarkt

BONN.  Bonn droht in den nächsten Jahren der Verkehrsinfarkt: Neben der ab Sommer 2014 geplanten Sanierung der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) soll nun auch der Tausendfüßler zur Großbaustelle werden.
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Bonner Nadelöhr: der sogenannte Tausendfüßler an der Autobahn 565. Foto: Barbara Frommann

Der Tausendfüßler, eine mehrere hundert Meter lange Spannbetonbrücke der A565 zwischen Endenich und dem Autobahnkreuz Bonn-Nord, ist nach Auskunft des Landesbetrieb Straßen NRW im Abschnitt zwischen Endenicher Ei und Bonn-Nord nicht mehr stabil genug.

Das hatte eine Überprüfung des Landesbetriebs im vorigen Jahr ergeben, erfuhren vor wenigen Wochen die Mitglieder des Verkehrsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg. Der General-Anzeiger erhielt am Freitag Kenntnis von dem maroden Zustand des Tausendfüßlers. Im Stadthaus wusste man bisher nichts davon, sagte Elke Palm vom Presseamt.

Wie Joachim Minten von der für Bonn zuständigen Landesbetriebs-Niederlassung in Krefeld dem GA sagte, kann der Tausendfüßler allerdings nur provisorisch verstärkt werden, damit der Schwerlastverkehr weiter über diesen Autobahnabschnitt rollen darf.

Weitergehende Sanierungsmaßnahmen seien aus bautechnischen Gründen nicht möglich. Der Landesbetrieb sehe deshalb innerhalb der nächsten zehn Jahre die Notwendigkeit, den Tausendfüßler komplett neu zu bauen – entweder wie jetzt in Hochlage oder in Tieflage, etwa als Tunnel. Das sei allerdings deutlich teurer. Die genauen Baukosten seien indes noch unbekannt, für die Interimslösung rechnet Minten mit einer Bausumme zwischen drei und sechs Millionen Euro.

Der 1959 errichtete Tausendfüßler wurde zuletzt 2006/2007 für rund fünf Millionen Euro grundsaniert. Dass das Brückenbauwerk nach so kurzer Zeit erneut verstärkt und in einigen Jahren obendrein abgerissen werden muss, erklärte Minten mit den inzwischen weitaus strengeren EU-Auflagen für die Tragfähigkeit von Brücken und der drastischen Zunahme an Schwerlastverkehr auf den Straßen.

IHK-Geschäftsführer Kurt Schmitz-Temming versicherte, Landesbetrieb, IHK und Stadt wollten sich Ende des Jahres treffen, um eine Lösung zu erarbeiten, damit es in Bonn nicht zum Verkehrskollaps kommt. Denn auch innerstädtisch wird es eng: 2013 steht die Sanierung der Viktoriabrücke auf dem Programm.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstagausgabe des General-Anzeigers.

Bonn und der drohende Verkehrsinfarkt: Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema!

Weitere Informationen zu Brückenchaos finden Sie im GA-Spezial.

20 Lesermeinungen - Seite 1/7

Alltägliches Chaos

stachel | 23.07.2012 11:04

Bin ebenfalls Kölner und fahre jeden Tag über die 555 und die Reuterstraße nach Bonn rein. Insofern ist es entlarvend, dass mein Vorschreiber genau die entgegengesetzte Richtung beschreibt. Klar, dass diese meistens frei ist. Beim Weg nach Godesberg kann ich nach meiner nun achtjährigen Erfahrung nur von dem alltäglichen Chaos sprechen, dass hier zu Berufsverkehrszeiten herscht. Das Ganze fängt am Übergang von 555 auf 565 an und setzt sich an der Ausfahrt Poppelsdorf fort und endet erst nach der Reuterbrücke. Für diese 3 km brauche ich an ganz normalen Arbeitstagen rund 30 Minuten. Was daran "gar nicht stauanfällig" sein soll erschliesst sich mir nicht. Vielleicht handelt es sich um einen Grünen Provinzpolitiker, der hier im Kölner Gewand auftaucht ??

Regionale Bedeutung?

MIke E | 22.07.2012 22:24

Es ist doch völlig absurd, den Abriss und Neubau einer innerstädtischen Brücke damit zu begründen, dass der Schwerlastverkehr dies bedinge! Die fragliche Autobahn ist eine dritter Ordnung, erkennbar an der dreistelligen Klassifizierung A565, und als solche als "ausschließlich von regoionaler Bedeutung" eingestuft. Mir kann niemand erzählen, dass es regional von Bedeutung ist, dass 44 Tonnen hier regional bewegt werden müssen, die nach STVZO nur gedacht sind für ein "Sattelkraftfahrzeug, bestehend aus dreiachsiger Sattelzugmaschine mit zwei- oder dreiachsigem Sattelanhänger mit 40 Fuß Container". Aber vielleicht ist die A565 ja auch im Testszenario für die neuen Gigaliner, die ja im Modellversuch (noch) auf 44 Tonnen begrenzt sind, aber in anderen Ländern bereits 60 Tonnen haben dürfen?

Schwerlast

60Tonner | 22.07.2012 19:31

Vllt. sollte man ein paar der neuen Schwerlaster über den Tausendfüssler rollen lassen und das Problem löst sich in Kürze von selbst! Wenn er einmal eingestürzt ist, kann über die nächsten Jahre auch nichts mehr ausdiskutiert werden, sondern es kann entschieden werden! Südtangente bauen, und nach Fertigstellung den Tausendfüssler abreissen und das Autobahnstück stilllegen! Einfachste Lösung!

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