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Der Tag danach in Bonn
Nervosität nach dem Bombenfund
Von Axel Vogel, Holger Willcke und Ayla Jacob
BONN. Keine 24 Stunden nach dem Bombenfund am Hauptbahnhof schien sich die Geschichte in Beuel zu wiederholen. Die Polizei sperrte gegen 10.30 Uhr großräumig die Haltestelle der Straßenbahnlinie 62 an der Friedrich-Breuer-Straße in Fahrtrichtung Beuel-Mitte ab.
Der Hauptbahnhof gestern Vormittag: Verstärkte Polizeistreifen sollen die Bürger beruhigen. Foto: Axel Vogel
Auf einer Bank stand eine unbeaufsichtigte blaue Tasche. Eine besorgte Passantin alarmierte die Polizei, die wenige Minuten später am Fundort war. Nach ungefähr 20 Minuten war der Spuk vorbei. Ein Mann hatte die Tasche versehentlich an der Haltestelle stehen lassen und war in die Bahn eingestiegen. Als ihm das Malheur auffiel, benachrichtigte er die Stadtwerke Bonn (SWB), die die Polizei über die Identität des Fundstücks informierten. Es handelte sich um eine Sporttasche mit Sportzeug.
Der Verkehr in der Friedrich-Breuer-Straße und auf der Kennedybrücke kam zum Erliegen. Passanten diskutierten mit der Polizei über den angeblichen Bombenfund. Uneinsichtige schlüpften unter dem Absperrband her, um zum Konrad-Adenauer-Platz zu gelangen. Die Beamten beließen es bei einer Ermahnung und schickten die Passanten zurück. Um 11.20 Uhr räumte die Polizei die Absperrungen ab.
Auch am Hauptbahnhof waren viele Beamte unterwegs. "Wir haben die sichtbare Präsenz in der Innenstadt erhöht, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken", sagte Polizeisprecher Christoph Schnur. Die Behörde rät den Bürgern, gelassen zu bleiben. Sie könnten weiter den Weihnachtsmarkt besuchen und ihre Einkäufe in der Innenstadt erledigen.
Konkrete Hinweise auf bevorstehende Anschläge lägen nicht vor. "Unsere Polizeibeamten sind sensibilisiert und sehr professionell. Es gibt keinen Grund für Panikmache", so der Polizeisprecher. Dennoch würden die Bürger gebeten, wachsam zu sein und "verdächtige Gegenstände über den Notruf der Polizei unter 110 zu melden".Nach dem Fund der Bomben-Tasche auf dem Hauptbahnhof hatte es am Montag wechselnde Zuständigkeiten bei den Behörden gegeben. Zunächst war die Bundespolizei zuständig, die einen Sprengstoffexperten zur Untersuchung aufgeboten hatte. Anschließend übernahm kurz die Bonner Kripo, bis das Polizeipräsidium (PP) Köln das Sagen auf dem Bahnhofsgelände hatte.
Der Kölner Polizeisprecher Andreas Frische: "Bei Großlagen übernehmen besondere Behörden, die landesweit festgelegt sind, die Ermittlungen." Dazu gehöre auch das PP Köln als große Behörde mit Mitteln und Möglichkeiten für die Vorhaltung einer "Besonderen Aufbauorganisation" (BAO). Diese rekrutiere sich aus festgelegten Dienststellen und Einheiten, die von einem voll ausgerüsteten Lagezentrum aus operieren können.
Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 12.12.2012
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