Kommentar

Nach dem Bonner Anschlagsversuch - Professionalität, bitte!

Die Menschen in Deutschland und ganz besonders in Bonn erwarten von Politik, Behörden und der Bahn, die nun wiederholt Ziel eines Terroraktes war, schlicht und einfach: professionelles Verhalten. Sie haben sogar einen Anspruch darauf. Doch die Nachrichten vom Wochenende deuten in eine andere Richtung.

Eine ärgerliche Fußnote ist die Wortmeldung der Bundesjustizministerin von der FDP. In einem Interview warnt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vor Forderungen nach Strafverschärfungen, obwohl eine solche Forderung weit und breit nicht auszumachen ist - nicht einmal bei der hier sonst so fixen CSU in München.

Da fragt man sich, wem solche Reflexe nutzen. Auch ihr Hinweis, man möge bitte dafür sorgen, "dass Bomben die Bahnhöfe gar nicht erst erreichen können", ist von schon makabrer Trivialität.

Ganz und gar nicht trivial ist derweil der Streit zwischen Bundespolizei und Bahn. Nachdem immer klarer wird, wie wichtig und notwendig eine Videoaufzeichnung am Bonner Hauptbahnhof gewesen wäre, schiebt man sich nun munter den Schwarzen Peter zu. Das ist in jeder Hinsicht unverantwortlich.

Die Gewerkschaft der Polizei hat recht, wenn sie fordert, dass die Bundespolizei selbst Videoanlagen an den Bahnhöfen betreiben sollte, statt das der Bahn zu überlassen - und dass in der Bundesstadt aufgrund ihrer politischen Bedeutung eine solche funktionierende Anlage unerlässlich ist.

Hier sollte der Bundesinnenminister rasch handeln, statt, wie bislang, nur zu reden.

Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.

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