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Terror in Bonn
Die Bombe und das Internet
Von Moritz Rosenkranz
BONN. Vielfältige Reaktionen und Kommentare haben sich seit dem Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof am Montag im Internet angesammelt. Das Niveau schwankt: Zwischen Angst und konstruktiver Kritik dominierten zwischenzeitlich vor allem rechtslastige Stammtischparolen.
Der Facebook-Auftritt des GA bietet vielen Lesern ein Forum zum Meinungsaustausch. Foto: GA (Screenschot)
Der versuchte Terroranschlag am Bonner Hauptbahnhof, die Ermittlungen der Polizei, die Festnahme von zwei mutmaßlichen Tätern und deren Freilassung - seit Montag bewegen diese Vorgänge Menschen und Medien in ganz Deutschland. Vor allem im Internet machen viele von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung gebrauch - nicht immer auf hohem Niveau.
Pauschale Attacken gegen die mutmaßlichen Salafisten, die mutmaßlich die Bombe gelegt haben sollen, dann aber so gar nicht mutmaßlich wieder freigelassen wurden, waren an der Tagesordnung, die Forderung nach deren Ausweisung noch eher harmlos.
Der Hass im Netz ist ein großes Problem auch auf der zivilisierten Seite des www, denn er ist so einfach und schnell geschrieben. Niemand muss dem mit Hass bedachten jemals in die Augen sehen, meist kennt man sich nicht persönlich. Stereotype und das für alle offene Forum Internet lassen die Hass-Hemmschwelle gegenüber einem eher abstrakten Objekt schnell auf Minimalmaß schrumpfen.
Auch der GA muss bei Reizthemen immer wieder Kommentare auf seiner facebook-Präsenz löschen, die eine sachliche und lebendige Diskussionskultur torpedieren.
Doch je ernster das Thema Terroranschlag vor allem im Laufe des Mittwochs wurde, desto ernster werden die Beiträge. Ein Leser stellt verwundert fest: "Wird ja immer seltsamer. Selbst die Verfasser von vorverurteilenden Kommentaren halten sich offensichtlich zurück."
Viele Leser äußern ihre Sorge über die mangelnde Überwachung am Hauptbahnhof: "Es gibt keine Videoüberwachung am HBF?! Sehr beruhigend....", schreibt einer ironisch. Ein anderer fordert dann auch gleich "mehr CCTV wie in England", also kaum einen nicht überwachten Winkel im öffentlichen Raum.
"Man mag gar nicht drüber nachdenken, wie böse das hätte ausgehen können", schreibt eine Leserin besorgt. Ein anderer macht sich Gedanken über die persönliche Freiheit: "Nun hat Innenminister Friedrich endlich seine Terroristen...welche Einschränkungen folgen nun für´s Volk...?"
Ihr Fett weg bekommen aber besonders die Ermittler. "Ich finde die Informationen/Handlungen der Polizei ein wenig dubios und wenig nachvollziehbar", kommentiert einer das Informationswirrwarr. Und nach der Festnahme der zwei Verdächtigen am Dienstag kommentierte ein Leser humorvoll: "Die bisherigen Festnahmen erinnern an Cpt. Renault in Casablanca: 'Major Strasser ist erschossen worden, verhaften Sie die Üblichen'."
Eines ist jedoch der Unterton fast aller Kommentare: "Der Wahnsinn ist direkt vor der Haustür...", wie @dwippern via Twitter feststellt.
Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 12.12.2012
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