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Jürgen Nimptsch
Bonner Oberbürgermeister erklärt Islamismus zur Chefsache
Von Frank Vallender
BONN. Erst der versuchte Bomben-Anschlag am Hauptbahnhof, dann das Droh-Video im Internet und zuletzt der Angriff auf einen indischen Studenten auf der Sebastianstraße - Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch ruft zum Jahreswechsel "alle friedliebenden Menschen in unserer Stadt auf, auch im neuen Jahr alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um diesem unerträglichen Treiben Einhalt zu gebieten.
Wird aktiv in Sachen Islamismus: Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Foto: Barbara Frommann
Ich rufe alle gesellschaftlichen Kreise auf, deutlich zu machen, dass Extremismus welcher Art auch immer nach wie vor in Bonn keinen Platz hat", so Nimptsch. Da Polizei und Staatsanwaltschaft bei allen drei Vorfällen von einem islamistischen Hintergrund ausgehen, erkundigte sich Nimptsch beim Sprecher des Rates der Muslime, Selim Yesilyurt, ob und wie die Moscheegemeinden die Vorfälle diskutieren.
Yesilyurt versicherte dem OB, dass in allen Moscheen großes Entsetzen herrsche. "Wir lehnen Gewalttaten ab und werden unser weiteres Vorgehen in der nächsten Sitzung des Rates der Muslime beraten. Der Oberbürgermeister ist gerne unser Gast", so Yesilyurt.
Nimptsch begrüßte das geplante Aussteigerprogramm des Innenministeriums und will sich beim Land für einen baldigen Start einsetzen. Er sichert den Moscheen in Bonn seine Unterstützung bei ihrem Einsatz gegen Extremismus zu. Im Januar soll es nach dem Willen Nimptschs zu einer Sitzung von Verwaltung, Fraktionsvorsitzenden und Polizeipräsidentin zur Einschätzung der Lage kommen.
Bonn war am 10. Dezember nur knapp einem Bombenanschlag entgangen. Die Ermittler gehen von muslimischen Extremisten aus. Am 19. Dezember erschien im Internet ein Erpresservideo, in dem militante Islamisten die Freilassung von Murat K. forderten.
Er war im Oktober zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er bei Ausschreitungen von Salafisten im Mai in Lannesdorf zwei Polizisten mit einem Messer schwer verletzt hatte. An Heiligabend wurde ein indischer Student auf der Straße verletzt, weil er sich geweigert hatte, zum Islam zu konvertieren. Die Polizei geht von einem islamistischen Angriff aus.
Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 31.12.2012
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